Der Freudentag des Alfons Rinn

  • Weitere
    schließen
+
Alfons „Fonse“ Rinn zeigt sein Können am Ball.

Der frühere Spieler des VfR Aalen feiert an diesem Dienstag seinen 80. Geburtstag.

Unterschneidheim. Selbst 80 Jahre alt, dazu 100 Jahre VfR Aalen und das Topspiel zweier EM-Favoriten: Dieser 15. Juni dürfte durch diese drei Ereignisse zum Freudentag für Alfons „Fonse“ Rinn in Unterscheidheim werden. Und auch die Altvorderen des VfR werden sich erinnern, dass vor knapp 60 Jahren ein junger Mann vom Land nach Aalen kam, aber nicht um die Welt zu erobern. Nein, sondern um vom A-Klassenverein SC Unterscheidheim vier Klassen höher zum Amateurligisten VfR Aalen zu überspringen. Und wie ihm das gelang.

Wie ein kleiner Tausendsassa ließ „Fonse“ erfahrene Erst- und Zweitamateurligaspieler alt aussehen. Der damals erst 22-Jährige Rechtsaußen besaß zwar kein großes Körpermaß, dafür extreme Wendigkeit, verfügte über großartige Kondition und einen ebensolchen Einsatzwillen. Er spielte trickreich und druckvoll von außen, gab unzählige Flanken und Vorlagen und schoss in vier Saisonen 39 Tore.

Zurück nach Unterschneidheim

Warum wechselte dann der damals in der Möbelbranche berufstätige 26 Jährige zurück ins heimatliche Unterschneidheim? Alfons Rinn antwortet lächelnd: „Der VfR rutschte damals (67/68) nach einigen Erfolgen ins Elend ab. Warum sollte ich noch in Aalen bleiben, der SC Unterschneidheim spielte in derselben A-Klasse. Also ging ich zurück nach Hause.“ Dort warteten genügend Aufgaben auf ihn. Zunächst als Spielertrainer des SCU, den er Anhieb zur Vizemeisterschaft hinter dem TSV Ellwangen führte. Dann war der gelernte Polsterer Mitbegründer der Tischtennis-Abteilung und spielte bis 1985 noch bei den Seniorenfußballern.

Seine Frau Klara und er feierten im Jahr 2019 Goldene Hochzeit, sie haben zwei Töchter, einen Sohn. Alfons Rinn läuft noch jeden Tag nach dem Frühstück eine Stunde und „auch ein Mittagsschläfchen muss drin sein.“ Er ist auch über die früheren Mitspieler Ernst Berroth (Essingen) und Konrad Brtnik (Elchingen) noch mit dem VfR verbunden.

Aus dem „Schatzkästchen“

Eine kleine Episode hat er noch in seinem „Schatzkästchen“. „Einmal stand ich als Erntehelfer meiner Mannschaft nicht zur Verfügung. Das kam einigen Freunden zu Ohren, sie vertraten mich, und ich konnte doch spielen.“ Auf die Frage nach der gegenwärtigen Situation beim Regionalligisten VfR Aalen antwortet Alfons Rinn folgendermaßen: „Ich habe mitunter ein ungutes Gefühl, dass es beim VfR drunter und drüber geht, also sportlich gesehen Auf- und Abstieg wie bei uns damals und im Geschäftsbereich nicht anders als bei uns.“

Eine Chance für Deutschland

An diesem Dienstag (Anpfiff: 21 Uhr) spielen mit Frankreich und Deutschland zwei Topfavoriten bei dieser Europameisterschaft gegeneinander. So schätzt Alfons Rinn die Chancen der deutschen Nationalmannschaft ein. „Ich rechne mit einer Chance für uns, aber mit Frankreich wird es schwierig. Näher liegt diesmal ein Unentschieden.“

Helmut Banschbach

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL