Der Konkurrenzkampf ist größer

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Mehr Alternativen, größerer Konkurrenzkampf: Der VfR Aalen hat seinen Kader erneut umgekrempelt, Routiniers wie Daniel Stanese (links) und Alessandro Abruscia (dahinter) bekommen jetzt Druck von den jungen Wilden.
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22 Feldspieler und 3 Torhüter: Jede Position ist mindestens doppelt besetzt. Trainer Uwe Wolf hat eine Mischung aus abgezockten, erfahrenen und jungen, wilden Spielern. „Gesetzt ist niemand.“

Aalen

Uwe Wolf hat lange gezögert. Und damit für Skepsis gesorgt. Nachdem der Trainer des VfR Aalen zunächst nur Nachwuchskräfte aus dem Juniorenbereich verpflichtet hat, haben viele gezweifelt, ob der neue Kader stark genug sein wird. Dann aber hat Wolf nachgelegt - und mit Benjamin Kindsvater, Jonas Arcalean, Ali Odabas, Sascha Korb, Manuel Botic und zuletzt Sergio Gucciardo jede Menge Qualität dazu geholt. Und auch Erfahrung. Inzwischen sagt Wolf selbstsicher: „Die Mannschaft ist besser als die des Vorjahres.“

Torhüter:

Daniel Bernhardt hatte seinen Status als unumstrittene Nummer eins verloren. „Bei mir geht es bei Null los“, sagte Uwe Wolf zu Beginn der Vorbereitung und kündigte einen offenen Kampf um den Platz im Tor des VfR Aalen an. In den ersten drei WFV-Pokalspielen stand aber wieder Routinier Bernhardt im Tor, der laut Wolf „die größtmögliche Erfahrung“ hat. Layer dagegen „wollen wir als Nachfolger von Bernes bereit machen“. Das muss nun auf Anhieb funktionieren, weil sich der 35-jährige Bernhardt im Pokalspiel in Geislingen (4:0) eine schwere Schulterverletzung zugezogen hat. Der Ex-Zweitliga-Keeper wurde operiert und fällt die gesamte Vorrunde aus. Mindestens. „Ich werde zur Rückrunde wieder angreifen“, sagt er kämpferisch. Komplettiert werden die Torhüter des VfR Aalen von U19-Keeper Tom Österle.

Innenverteidiger:

Drei Positionen, sechs Bewerber: Gino Windmüller, Daniel Stanese und Neuzugang Ali Odabas sind die Erfahrenen für die zentralen Abwehrpositionen, und alle drei waren in der Vorbereitung auch erste Wahl. „Sie geben uns viel Stabilität“, sagt Wolf, der froh ist, dass Odabas vom Drittligisten Zwickau auf die Ostalb zurückgekehrt ist. „Er ist ein absoluter Leadertyp“. In der Hinterhand hat der Trainer mit Tim Schmidt, Serdar Arslan und Michael Schaupp drei junge Wilde, die den Sprung in den Herrenbereich erst schaffen müssen. Wobei Wolf klipp und klar sagt: „Ich hätte auch keine Bauchschmerzen, wenn ich mit den drei Jungen in der Liga spielen müsste.“

Rechter Verteidiger:

Uwe Wolf hat für diese Position zwei unterschiedliche Spielertypen: für die defensivere Variante Andreas Knipfer, für die offensivere Leon Volz. „Wir sind damit in taktischer Hinsicht sehr gut aufgestellt“, sagt der Trainer, der Volz einen „verkappten Rechtsaußen“ nennt. Der 24-Jährige, der unter Wolf zum Stammspieler wurde, wird oft auch auf der rechten offensiven Außenbahn eingesetzt, dementsprechend ist sein Vorwärtsdrang. Und nicht nur das: „Er ist ein Siegertyp, ich muss ihn auf dem Platz manchmal bremsen. Aber das ist mir lieber als zu wenig Temperament.“

Linker Verteidiger:

Wie auf der rechten Seite ist auch links ein offener Konkurrenzkampf entbrannt: zwischen Kristjan Arh Cesen und Neuzugang Eduard Heckmann. Der junge Heckmann, der vergangene Saison noch für die U19 der Stuttgarter Kickers gespielt hat, ist mit seiner frechen und unbekümmerten Spielweise eine der Entdeckungen der Vorbereitung. Wobei auch Cesen seine Qualitäten unter Beweis gestellt hat. Allerdings merkt man dem Slowenen noch seine lange Verletzungspause an.

Zentrales defensives Mittelfeld:

Das Duo Alessandro Abruscia / Daniel Elfadli hat sich in der Vorbereitung auf der Sechs festgespielt. Und das zurecht: Der spielstarke Abruscia ist der Denker, Lenker und Standardspezialist, der „Dinge macht, die man nicht trainieren kann“, sagt Wolf und bezeichnet den 31-Jährigen als seinen „verlängerten Arm auf dem Platz“. Als Volltreffer erwies sich bislang Neuzugang Elfadli. Der 24-Jährige ist ein typischer Balleroberer, der zudem einen guten Schuss hat. Wobei ein echter Herausforderer dazu gekommen ist: Sascha Korb vom Drittligisten SC Verl. Den 28-Jährigen nennt Wolf einen „absoluten Mentalitätsspieler“, der seine Klasse in 26 Drittliga- und 169 Regionalligaspielen eindrucksvoll unter Beweis gestellt.Weitere Alternativen für diese Positionen sind Allrounder Kolja Herrmann und Neuzugang Manuel Botic. Botic ist einer der noch seltenen Straßenfußballer, der auch den offensiveren Part auf der Zehn spielen kann. Herrmann ist ein Charakterspieler. Er spielte unter Uwe Wolf zunächst keine Rolle mehr, hat sich dann aber im Training wieder zurückgekämpft.

Rechte offensive Außenbahn:

Einer von Wolfs Lieblingsschülern spielt sich auf der Position zunehmend fest: Mark Müller. Den 20-Jährigen hat Wolf nach seinem Amtsantritt aus dem Hut gezaubert und den damaligen U19-Spieler ins kalte Wasser geworden. Einziges Manko des jungen Wilden mit der frechen Spielweise: der Torabschluss. „Das ist jetzt Detailarbeit“, sagt der Trainer. Und fügt hinzu: „Wenn wir das hinbekommen, bin ich mir sicher, dass Mark im Spitzenfußball ankommen kann.“ Ebenso ein Topmann für diese Position ist Jonas Arcalean, der vom Ligakonkurrenten FC Gießen auf die Ostalb gewechselt ist. Der 24-Jährige bringt viel Dynamik und Zug zum Tor mit - ist aber auch auf anderen Positionen einsetzbar. Weitere Alternativen für die rechte Außenbahn: Kolja Herrmann und Leon Volz.

Linke offensive Außenbahn:

Uwe Wolf hat für die linke Seite einen „Qualitätsspieler“ auf die Ostalb geholt: Benjamin Kindsvater. Der 28-Jährige ist mit der Empfehlung von 45 Drittliga- (2 Tore) und 113 Regionalligaspielen (22) gekommen. Dass Kindsvater den Unterschied ausmachen kann, hat er mehrfach gezeigt. Als Backup steht der junge Holger Bux bereit, der kopfballstark und zudem sehr schnell ist. „Auch wenn man das auf den ersten Blick so nicht erwartet“, sagt Wolf über den Schlaks. Weitere Alternativen: Die Neuzugänge Sean-Andreas Seitz und Sergio Gucciardo.

Angriff:

Auch im Sturmzentrum hat der VfR Aalen einen Spieler, der den Unterschied ausmachen kann: Steffen Kienle. Der drittligaerfahrene Torjäger aus Elchingen ist ein Vollstrecker. Auch den 26-Jährigen nennt Wolf einen „absoluten Qualitätsspieler“. Einziges Manko: Kienle wurde zuletzt länger durch Verletzungen zurückgeworfen. Auf Anhieb zu einer echten Alternative ist Sean-Andreas Seitz, der aus der U19 der TSG 1899 Hoffenheim gekommen ist. „Er hat eine freche, unbekümmerte Art Fußball zu spielen“, sagt Wolf. Ebenso eine Option für die Position ganz vorne: Jonas Arcalean.

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