Der Maulwurf stört den Sportfrieden in Aalen

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Die Sanierungsarbeiten am Fußballfeld der TSG Hofherrnweiler, der durch massive Maulfwurfstunnel unbespielbar wurde, haben begonnen.

Sportstadtverbände Aalen und Wasseralfingen fordern eine Erhöhung der Sportförderung durch die Stadt Aalen.

Aalen.

Mit der fast kompletten Kostenübernahme für die Sanierung des maulwurfsgeschädigten Spielfeldes bei der TSG Hofherrnweiler hat der Aalener Gemeinderat einen Präzendenzfall geschaffen, der Nachwirkungen hat. Die Sportstadtverbände Aalen und Wasseralfingen fordern eine Erhöhung der Sportförderung durch die Stadt Aalen. Die legen deren Vorstandsmitglieder Ulrich Rossaro, Uwe Mohr und Armin-Uwe Peter in einem Schreiben mit folgendem Wortlaut dar:

"Der Aalener Gemeinderat hat am 31. März mehrheitlich, bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung, die langjährige Sportförderrichtline der Stadt Aalen „einmalig“ außer Kraft gesetzt.

Statt einem, in den städtischen Sportförderrichtlinien, vorgesehenen Zuschuss von 30 % für die Erneuerung seines Rasenspielfeldes erhält die TSG Hofherrnweiler nun einen Zuschuss von circa 400 000 Euro und damit fast 100 % für die Sanierung ihres maulwurfsgeschädigten Sportplatzes.

Die Aalener Sportstadtverbände als Sprachrohr aller Aalener Sportvereine gönnen ihrem Mitgliedsverein TSG ausdrücklich diese Mittel!

Diese Entscheidung hatte jedoch eine katastrophale Wirkung auf die gedeihliche Zusammenarbeit zwischen den Aalener Vereinen und ihren circa 28.000 Mitgliedern und wird darüber hinaus als Vorteilnahme einzelner Akteure betrachtet. Die Stadtsportverbände als größte Aalener Interessenvertretung wären gerne bereit, fachliche Stellungnahmen bei zukünftigen Abweichungen von den Sportförderregeln in den Entscheidungsprozess miteinzubringen. Eine von den Richtlinien nach oben abweichende Förderung ist unserer Meinung nach immer zu befürworten, wenn das Projekt im Sportstättenentwicklungsplan steht, einer Kooperation zwischen Vereinen dienlich ist oder gesamtstädtisch sinnvoll ist. Leider wurden andere Projekte aus dem Sportstättenentwicklungsplan wie zum Beispiel das Kunstrasenfeld für den Ortsteil Wasseralfingen vom Gemeinderat im Jahre 2019 nicht ermöglicht.

Diese Art von Zweiklassengesellschaft stört den Sportfrieden in unserer Stadt nachdrücklich.

Können die Aalener Sportvereine diese Entscheidung der Gremien als eine Art Präzedenzfall einordnen und in Zukunft vergleichbare 100 %-Förder-Ausnahmebedingungen erwarten?

In einer Antwort der betroffenen Fraktionen auf unsere Fragen gab es bereits ein derartiges Signal.

Deshalb wünschen wir Sportstadtverbände uns im Rahmen der Gleichbehandlung dieselbe Unterstützung bei anderen Vereinen für ähnlich gelagerte besondere Belastungen und vergleichbare Schäden bei der Sportinfrastruktur in Folge der Corona-Pandemie.

Die Vereine fragen sich nun berechtigt, ob diese zusätzlichen Ausgaben für den TSG-Sportplatz zu Lasten des insgesamt zur Verfügung stehenden Budgets für die Sportförderung gehen? Zumal für den Neubau eines weiteren Rasenspielfeldes mit Tribünen und Umkleide nochmals 900 000 Euro Förderung für die TSG im Raum stehen. 

Alle Vereine sind von den Coronaeinschränkungen betroffen und alle Vereine haben steigende Kosten für die Aufrechterhaltung ihres Vereinsbetriebes.

Die Stadtsportverbände forderten bei der Verwaltung seit dem Jahr 2014 immer wieder erfolglos die Sportförderung zu erhöhen. Unsere Aalener Sportvereine sind für circa 8000 Kinder und Jugendliche in Aalen Treffpunkt für soziale Kontakte, gemeinschaftliches Bewegen und Messen im sportlichen Wettkampf. Sie bieten auch die Grundlage für das Erlernen von sozialem Verhalten in der Gruppe. Die Stadt Aalen fördert seit 2013 die Sportvereine mit einem Zuschuss von 13,50 Euro im Jahr je Mitglied unter 16 Jahren. Wir beantragen diesen Zuschuss auf 20 Euro im Jahr zu erhöhen.

Zudem zahlt die Stadt für jeden lizenzierten Übungsleiter/in 200 Euro Zuschuss im Jahr.

Nicht nur für die Jugendlichen, sondern auch für die ältere Generation sind die Sportvereine die größte organisierte Institution. Die Angebote der Vereine fördern die Gesundheit der gesamten Bevölkerung. Die Kosten für die Fortbildung und auch die Anforderungen an die Durchführung von Übungsstunden werden immer höher. Ein qualitativ gutes, auf den neuen medizinischen Erkenntnissen basierendes Training, kann kaum mehr nur ehrenamtlich geleistet werden. Eine Erhöhung der Vereinsbeiträge sollte so gering wie möglich sein. Wir beantragen daher den jährlichen Übungsleiter/innen Zuschuss auf 300 Euro zu erhöhen.

Der Zuschuss für die Instandhaltung der Vereinsanlagen soll das erste Mal seit 2009 um 9,5 % angehoben werden.

Es ist uns ein Anliegen, dass der wichtige gesellschaftliche Beitrag welche unsere Sportvereine leisten finanziell höher anerkannt wird. Wir hoffen, dass unsere im April Herrn Oberbürgermeister Brütting und Herrn Bürgermeister Ehrmann unterbreiteten Vorschläge zur Weiterentwicklung der Aalener Sportförderung eine vollumfängliche Unterstützung aller beteiligten Gremien findet."

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