Der mühsame Weg zur DM

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Theresa Klopfer

Theresa Klopfer und die 4er Elite des RSV Ebnat haben sich nach der langen Corona-Pause für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert.

Aalen-Ebnat.

Hoch in den Norden Deutschlands nach Schwanewede führte die Qualifikationstour die Ebnater Radsportlerinnen in der Elite. In den Deutschland-Pokal der Mannschaftsdisziplinen ist die Qualifikation zur Deutschen eingebettet. Für die 4er Elite im RSV-Trikot mit Carolin Hald, Carina Stillhammer, Anita Kotulek und Marina Röck war es die einzige Möglichkeit, das DM-Ticket zu lösen.

Und nach knapp 700 km war bei den ersten Einheiten eine große Nervosität da. Mit viel Routine mogelten sich die Sportlerinnen im Training durch ihre Kür. Sie waren mit sich selbst nicht zufrieden und das Trainerteam mit Danielle und Manfred Traub hatte vor allem mental aufzubauen. Natürlich hatte infolge der Pandemie viel zu wenig Training zuhause stattfinden können und auf dem Niveau der Deutschen Top Ten muss dieser Rückstand folgedessen Spuren hinterlassen.

Der Wettkampftag begann etwas besser. Vielleicht hat die klare Ansage „zuhause im Training könnt ihr es auch – also darauf vertrauen, dass ihr es in dieser Halle auch könnt“ den Wendepunkt gebracht, vielleicht war es das „raus aus der Halle, abschalten und neu konzentrieren“, vielleicht die Kombination daraus. Auf jeden Fall brachte die offizielle Einfahrzeit eine halbe Stunde vor der Wettkampfzeit eine ansprechende Leistung. Die vier Damen konnten ihre wieder gefundene Stärke mit auf die Wettkampffläche nehmen und zeigen, dass ihre Kür sitzt.

Zwar war in manchen Sequenzen Trainingsrückstand wahr zu nehmen, aber insgesamt gelang die Darbietung sehr gut. Mit einem sehr guten 10. Platz lösten sie ihre Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften. Es war aber deutlich zu sehen und es wurde in Gesprächen bestätigt, dass andere Teams aus anderen Bundesländern trotz Corona-Verordnung trainieren konnten. Und natürlich sind in einem Bundesvergleich dann Ungerechtigkeiten gegeben.

Mit nach Schwanewede reiste auch Theresa Klopfer, die im 1er Kunstradsport Frauen ihre Fahrkarte zur Deutschen lösen wollte. In ihrer ersten Qualifikationskür bei den „German-Masters“ hatte sie um 18 Hunderstel die Quali äußerst knapp verpasst. Im hohen Norden machte sie mit einer überragenden Leistung alles klar. Sie fuhr auf den 2. Platz vor, die DM-Teilnahme in Moers war gesichtert.

Im Abendfinale des Deutschlandpokals toppte sie ihre Leistung vom Nachmittag noch einmal und machte deutlich, dass sie nach ihrem Wechsel von den Juniorinnen zur Elite in den Top Ten angekommen ist.

Theresa Klopfer hat bewiesen, dass sie in der Lage ist, mit dem mentalen Druck umzugehen, nachdem sie zuvor die DM-Quali nur knapp verpasst hatte.

Da war zum einen das German Masters in Pfedelbach Ende August, wo sie ihr nur 18 Hundertstel für die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften gefehlt hatte. Dann ging es im September nach Denkendorf. Theresa Klopfer fuhr wieder einmal eine Klassekür und kam mit 0,1 Punkten Rückstand auf den 10. Platz. Zwei Wochen später der dritte Teil der Masters Serie. dieses Mal in Nufringen und Theresa konnte mit 0,6 Rückstand und Platz 11 die DM-Teilnahme noch nicht erringen.

In Schwanewede Ticket gelöst

Deshalb der Weg mit nach Schwanewede, wo sie beim DM-Halbfinale mit einer ganz tollen Leistung ihr Teilnahmeticket lösen konnte.

Soviel ist klar: Sie hat nach ihrer Juniorinnenzeit mit zwei Mal Platz fünf bei der EM - ihre dritte EM-Teilnahme war wegen der Corona-Pandemie nicht mehr möglich - und dem Wechsel in die Elite-Klasse ihre Kür und die Schwierigkeitspunktzahl permanent gesteigert. Klar ist auch, dass in dieser 1er-Klasse Welt- und Vizeweltmeister in der Konkurrenz fahren und diese auch einige Jahre mehr Erfahrung aufbieten können.

Schwierigkeiten perfekt zeigen

In diese Spitze kann nur vor dringen, wer alle absoluten Schwierigkeiten perfekt zeigen kann. Das sind mehrere Handstände, wobei zu beachten ist, dass diese im Kunstradsport gedrückt werden müssen, da gibt es kein hoch gehen mit Schwung. Theresa zeigt den Lenkerhandstand in der halben Acht aus der Stützgrätsche, wo sie mit waagrecht gehaltenen Beinen gestreckt mit purer Muskelkraft das Becken in die Senkrechte hoch drückt und dann die Beine gestreckt nach oben bringt und schließt und dabei zeigt sie noch die vorgeschriebene Fahrtstrecke.

Drehungen gehören dazu, in denen in verschiedenen Positionen auf einer Fläche von maximal 50 cm mindestens drei vollständige Drehungen zu präsentieren sind. Auch diese hat Klopfer im Programm, ebenso alle Punkte bringenden Übergänge, in denen sie artistisch die Körperposition über dem Rad scheinbar spielend variiert.

Der sogenannte Maute-Sprung fehlt noch. Es ist die höchst dotierte Übung und beschreibt den Sprung vom Sattelstand auf den Lenker, wo beide Beine gleichzeitig aufkommen müssen um die Kontrolle über das Lenken und damit das rollende Rad behalten zu können. Was im Training schon sehr gut klappt, ist bei einem Wettkampf noch ein Wagnis. Klappt er, wäre das auch der Sprung in die Top Fünf von Deutschland.

Rang 6 und 9 in Moers

Am Wochenende in Moers wurde Theresa Klopfer bei ihrem ersten DM-Start in der Eliteklasse Sechste. Der 4er des RSV Ebnat belegt Platz 9. Ein Bericht dazu folgt.

Kunstradfahren, der Ebnater 4er.

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