Der Spaß am gemeinsamen Laufen ist wieder zurückgekehrt

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Foto: Jan-Philipp Strobel
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Bei den Lauterner Landschaftsläufen freuten sich 148 Teilnehmer, dass sie wieder gemeinsam auf die Strecke gehen durften. Tezlaw, Elsholtz, Großkopf und Lanzinger die Sieger.

Heubach-Lautern

Ein begnadetes, fast zu warmes Läuferwetter empfing die Teilnehmer zu den 17. Lauterner Landschaftsläufen am Sonntagvormittag. „Das Schönste ist, dass man sich endlich mal wieder live trifft und miteinander reden kann“, fasste Ellwangens Ex-OB und M60-Altersklassensieger Karl Hilsenbek die Meinung aller zusammen. Den Gesamtsieg über die 23,5 Kilometer des Ostalb-Panoramalaufs überließ er dem Gmünder DJK-Läufer Paul Tezlaw (1:38:57 Std.). Bei den Frauen gratulierte SV Lautern Vorstandssprecher Stephan Schmid bei der Siegerehrung Karin Elsholtz von der TSG Giengen zur besten Zeit (1:50:42 Std.). Den 12,6-km-Lappertallauf gewannen der Gmünder Hannes Großkopf (45:11 Min.) und die Giengenerin Stefanie Lanzinger (56:29 Min.).

Dass es insgesamt nur 146 Teilnehmer waren, die sich am Sonntag im Ortskern des schönen Gärtnerdorfs zum Start versammelt hatten, lag sicherlich auch am Bernhardus-Rennen des TV Weiler, das gleichzeitig ausgetragen wurde. In Zeiten, in denen viele Vereine ihre durch die Pandemie verlegten Veranstaltungen nun nachholen werden, sind solche Terminkollisionen möglicherweise nicht zu vermeiden. „Das müssen wir so hinnehmen“, sagt Lauterns Laufchef und Ortsvorsteher Bernhard Deininger. Und schob die Hoffnung hinterher, dass im nächsten Jahr die Pandemiesituation, falls es sie noch gibt, dennoch wieder einen ganzjährigen geregelten Veranstaltungsmodus zulässt.

Siegerehrung im Freien

Das gilt auch für die Siegerehrung, die in diesem Jahr nicht in der Halle, sondern der Situation angemessen im Start-/Zielbereich im Freien durchgeführt wurde. Deininger: „Wir hoffen, dass dies im nächsten Jahr wieder anders sein kann und sich unsere Läuferinnen und Läufer in der Halle wieder zu gemeinsamen Gesprächen zusammenfinden können.“

Dass es überhaupt wieder möglich war, nach den zuletzt vielen virtuellen Laufangeboten gemeinsam auf die Strecke zu gehen, das empfanden alle als sehr wohltuend. Manche haben zwar schon an den Essinger Panoramaläufen vor den Sommerferien teilgenommen. Für die meisten war es aber nach langer Zeit das erste „echte“ Laufevent, an dem sie wieder an den Start gehen konnten.

Mit dem Treppchen geliebäugelt

Bis Kilometer 20 haben sich der Gmünder Paul Tezlaw und der Königsbronner Frank Hermann an der Spitze beim Ostalb-Panoramalaufs (23,5 km) abgewechselt, ehe der 53-Jährige den 25-Jährigen ziehen lassen musste. „Mit dem Treppchen habe ich schon geliebäugelt“, gab Tezlaw danach offen zu. Den Sieg habe er nicht einkalkuliert. „Frank Hermann ist mir in den vergangenen Jahren schon ein paar Mal davongelaufen.“ Für den Gmünder DJK-Läufer war es seit zwei Jahren sein erster Wettkampf. „Das Wetter hat mich ein wenig geplagt. Aber es hat richtig Spaß gemacht.“ Jetzt gilt sein Augenmerk dem Halbmarathon beim Ulmer Einsteinlauf am 3. Oktober. „Ich will dort versuchen, unter 1:20 Stunden zu laufen“, nennt Tezlaw sein Ziel für den Lauf an der Donau

Rang drei belegte der Aalener Paul Schiele (1:43:23), der in den vergangenen Monaten schon ein paar Mal bei internationalen Extrem-Triathlons im Ausland auf sich aufmerksam gemacht hat.

Die Konkurrenz der Frauen auf der 23,5-km-Distanz gewann Karin Elsholtz von der TSG Giengen (1:50:42 Std.) vor Marie Wagner (1:59:57 / LG Donau-Ries/TSV) und der Gmünder Laufikone Gerlinde Herr (2:04:57 / DJK Gmünd).

Noch lange nach dem Zieleinlauf schwärmte Elsholtz von der „superschönen Strecke.“ Lange Zeit habe sie diese alleine genossen, ehe sie sich zwei Männern angeschlossen, die sie dann als Tempogeber genutzt hat. Weil Tobias Elsholtz (8. in 1:55:11) hinter seiner Frau Karin in Ziel kam, hat er eine familieninterne Wette verloren. Seine Glückwünsche nahm sie deshalb freudestrahlend entgegen. „Vor kurzem hat er mir bei einem Berglauf noch fünf Minuten abgenommen.“

Herr: Alle 17 Läufe gemacht

Mit einigem Abstand dahinter liefen Marie Wagner und Gerlinde Herr lange Zeit gemeinsam. Die erfahrene Gmünderin (63), die bisher alle 17 Lauterner Panoramaläufe bestritten und diesen vor drei Jahren auch schon gewonnen hat, hat ihre 19-jährige Konkurrenten regelrecht ins Schlepptau genommen. „Sie war eine hervorragende Motivatorin“, freute sich Marie Wagner. Bei Kilometer 18 hatte sie dann aber die Power, um davon zu ziehen. „Als ich gemerkt habe, die geht davon, musste ich sie laufen lassen“, freute sich Gerlinde Herr dennoch, dass es ihr nach einer OP- und einer Trainingspause wegen einer Rippenprellung so gut gelaufen ist.

Den 12,6-km-Lappertallauf machte der Gmünder Hannes Großkopf (Sparda-Team Rechberghausen) wieder einmal zu seinem Favoritensieg (45:11 Minuten). Steffen Krebs (48:12 / Kreissparkasse Ostalb) und Alexander Götz (51:21 / LAC Essingen) folgten dahinter.

Bei den Frauen gab es auf dieser Distanz einen Giengener Doppeltriumph. Die 35-jährige Stephanie Lanzinger (56:29 Minuten) siegte vor ihrer TSG-Vereinskollegin Ciara Elsholtz (59:37). SV Lauterns Lokalmatadorin Vera Weber wurde Dritte (1:01:32 Std.).

„Auch wenn es in diesem Jahr etwas weniger Läuferinnen und Läufer waren, bin ich hochzufrieden mit dem Lauf. Es hat alles gepasst“, zog Bernhard Deininger am Ende ein zufriedenstellendes Resümee und bedankte sich nicht nur bei seinen langjährigen Helferstab, sondern auch bei der Freiwilligen Feuerwehr von Lautern und Lauterburg, bei der Heubacher DRK-Ortsgruppe sowie den Streckenärzten Dr. Elfriede Söll und Dr. Rüdiger Schnaitmann, die zur Stelle waren, als es galt, zwei Verletzte, die auf nassem Untergrund gerutscht und gestürzt sind, zu versorgen.

Das Wetter hat mich ein wenig geplagt. Aber es hat richtig Spaß gemacht.“

Paul Tezlaw, Sieger des Ostalb-Panoramalaufs
  • Es winken Freiläufe für den Ostalb-Laufcup 2022
  • Die Corona-Pandemie hat auch in diesem Jahr die Ostalb-Laufcup-Serie erheblich beeinträchtigt. Inzwischen steht fest: Es wird nach 2020 auch 2021 im November keine Saisonabschluss-Party im Gutenberg-Kasino der Schwäbischen Post in Aalen geben können.
  • Dafür winken aber allen Läuferinnen und Läufern, die 2021 an allen vier Läufen des Ostalb-Laufcups teilgenommen haben, Freiläufe für die kommende Saison. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass nach dem Ipf-Ries-Halbmarathon, den Essinger Panoramaläufen und den Lauterner Landschaftsläufen auch noch der Sparkassen Alb Marathon am 23. Oktober 2021 stattfinden kann.
  • Die Läuferinnen und Läufer, die dann bei allen Wettkämpfen am Start waren, erhalten dann einen Freistart für das kommende Jahr.
  • Mit Unterstützung des jahrelangen Partners, der Kreissparkasse Ostalb, ist dies möglich. „Die Läufe des Ostalb-Laufcups zählen zu den schönsten Landschaftsläufen in unserer Region und sie bringen zahlreiche Läuferinnen und Läufer der gesamten Ostalb und weit darüber hinaus zusammen“, sagt KSK-Pressesprecher Holger Kreuttner. Er betont: „Wir als Kreissparkasse werden unsere Vereine nicht im Regen stehen lassen.“
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Johannes Großkopf.
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Lauterner Landschaftsläufe 2021, Familie Elsholtz. Vater Tobias, Tochter Ciara, Mutter Karin.
Lauterner Landschaftsläufe, Sieger 12,6 km-Lappertallauf Frauen. Von links: Stefanie Lanzinger, Ciara Elsholtz, Vera Weber.
Ostalb-Laufcup 2021
Lauterner Landschaftsläufe 2021. Siegerehrung Panoramalauf. Von links: Stefan Schmid (SVL-Vorstandssprecher), Marie Wagner, Hermann Frank, Karin Elsholtz, Paul Tetzlaw, Gerlinde Herr, Paul Schiele.
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