Deutscher Doppelsieg unterm Rosenstein 

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Großes Starterfeld, große Kulisse: Zum ersten Mal seit 2019 war es wieder ein vollwertiges Bike the Rock in Heubach. Im Bild die Startphase im Marathonrennen.
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Ein Regenrennen mit Sichtproblemen, Sicherheitsplus und neuer Aufwärtsstrecke: Beim 22. Bike the Rock in Heubach siegen Luca Schwarzbauer und Malene Degn.

Heubach

Peter Schaupp, der Bundestrainer, steht im Zielbereich des Bike the Rock und schaut zufrieden auf die schlammbedeckten Biker, die gerade über die Ziellinie fahren. Unter der braunen Schicht der beiden im Dauerregen Schnellsten stecken zwei seiner Fahrer: Luca Schwarzbauer hat sich beim Bundesligarennen in Heubach den Sieg vor David List gesichert. „Luca ist ein Kämpfer, das ist wichtig bei solchen Bedingungen“, sagt Schaupp.

Es war der erste deutsche Sieg bei den Männern nach zehn Jahren Durststrecke, und ein baden-württembergischer dazu: Schwarzbauer kommt aus Reudern bei Nürtingen. „Mit nassem Albboden kenne ich mich aus“, sagt er zum Quasi-Heimvorteil in Heubach. Das Frauen-Rennen der Bundesliga in Heubach gewann die Dänin Malene Degn.

An internationaler Konkurrenz fehlte es nicht in den Elite-Rennen. Bike the Rock-Organisator Eckhard Häffner hatte nachgezählt: „Es waren insgesamt 24 Nationen am Start.“ Alle Wettbewerbe zusammengerechnet, waren 1050 Radsportler in den verschiedenen Disziplinen dabei – ein neuer Teilnehmerrekord. Auf ein paar Top-Fahrer, die in den letzten Jahren treue Heubach-Starter waren, mussten die Heubacher aber verzichten. „In der Schweiz haben Ralf Näf und Nino Schurter an diesem Wochenende selbst ein Rennen organisiert“, erzählt Häffner.

„Die Starter hier muss man trotzdem erst mal schlagen“, sagt Bundestrainer Schaupp und zeigt auf einen anderen Biker, der als Neunter ins Ziel rollt, Sebastian Carstensen aus Dänemark: „Der ist vor drei Wochen in Brasilien beim Weltcup Vierter gewesen.“

Augen reiben – Brille wischen?

Spannende Szenen und Einblicke bietet ein Regenrennen allemal. Ein Biker spritzt vor dem Anstieg mit seiner Trinkflasche seinen Zahnkranz sauber. In der Technikzone, wo die Betreuer stehen, gehen im Vorbeifahren die Bestellungen ein fürs nächste Mal: „Rote Brille“, ruft ein Biker. Betreuer Martin Reuß vom „Marder Stop&Go Team“ Freiburg legt die richtige zurecht. Manche Sportler verzichten auch ganz auf die Brille. Was besser ist? „Es ist Geschmackssache“, sagt Reuß, die Radler entkommen dem Dreck nicht, auf der schlammig-nassen Strecke haben sie die Wahl zwischen Augen reiben und Brille wischen.

Alter Anstieg ist abgeschafft

Regenrennen hat es schon einige gegeben beim Bike the Rock; den Anstieg, den die Biker am Sonntag hoch auf den Rosenstein zu fahren hatten, gab es so noch nie: In diesem Jahr fuhren die Sportler die meisten Höhenmeter auf Asphalt den Pionierweg hoch. Den bisherigen Anstieg auf dem vom Einstieg weg zusehends schmaler werdenden Weg mit seinen zwei engen und steilen Spitzkehren wird es nicht mehr geben. „Durch die Trockenheit der letzten Jahren sind dort Bäume und Äste nicht mehr so stabil“,sagt Häffner. Der Wald gehört an der Stelle dem Land, und Forst BW habe die Haftung nicht mehr übernehmen wollen. Die neu geplante Strecke, zwischen dem bisherigen Anstieg und dem Pionierweg gelegen, ist wegen Waldarbeiten und zuletzt viel Schnee nicht rechtzeitig fertig fürs Rennwochenende geworden. Einen Namen hat sie schon. Häffner: „Im nächsten Jahr wird 'die Steinschraube' fahrbar sein.“

Roland Kässer, der Einsatzleiter der DRK-Kräfte unterm Rosenstein, hat einen klaren Vorteil der Wetterbedingungen erlebt. Seine Bilanz nach dem Renn-Sonntag: „Es ist nichts schlimmes passiert, nur kleinere Stürze.“ Das nasse Wetter sei klar ein Sicherheitsplus: „Die fahren langsamer und landen weicher.“

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