„Die 21 Meter sind machbar“

  • Weitere
    schließen
+
In glänzender Form: Kugelstoßer Eric Maihöfer aus Schwäbisch Gmünd arbeitet hart und hat ein großes Ziel: die Olympischen Spiele im Jahr 2024 oder 2028. Der 20-Jährige weiß, dass der Weg dorthin ein langer ist.
  • schließen

Vor dem Saisonfinale in Ulm: Eric Maihöfer aus Gmünd spricht über die U23-EM, die Olympischen Spiele in Tokio und seinen Wechsel von der LG Staufen zum VfL Sindelfingen.

Schwäbisch Gmünd / Stuttgart.

Zum Abschluss ist's nochmal stressig. Nach dem Werbe-Meeting am Freitagabend in Thum kämpft Eric Maihöfer am Sonntag bei den baden-württembergischen Meisterschaften in Ulm um Medaillen. Danach ist das Sportjahr 2021 für den 20-jährigen Kugelstoßer des VfL Sindelfingen gelaufen. „Ich werde jetzt auch mal gar nichts tun, um den Kopf frei zu bekommen.“

Herr Maihöfer, Sie sind am Freitagabend gegen viele Olympioniken angetreten.

Maihöfer: Das war eine tolle Sache, und das Niveau war schon sehr hoch.

Wären Sie beim Anblick dieser Athleten nicht selbst gerne in Tokio dabei?

Also jetzt schon von Olympia zu reden, wäre eine Nummer zu groß. Es ist mein erstes Jahr mit der Erwachsenen-Kugel. Die Spiele im Jahr 2024 oder 2028 sind eher ein Ziel von mir.

In Tallinn hatten Sie kürzlich Ihren ersten internationalen Wettkampf: die U23-EM, bei der Sie Fünfter geworden sind.

Es war sogar mein erster Auftritt im deutschen Nationaltrikot. Das war schon sehr besonders und eine ganz neue Erfahrung: wenn man mit den Kampfrichtern und Athleten plötzlich Englisch spricht. Und ich hätte auch nicht damit gerechnet, dass ich zwischendurch um die Medaillen mitkämpfe.

Dann ärgert es Sie nicht, dass Sie eine Medaille verpasst haben?

Nein, überhaupt nicht. Ich bin mit meinen 19,20 Metern voll zufrieden. Ich habe mich erst angenähert, und dann ist es immer besser geworden.

Und: Sie sind ohne Fehlversuch geblieben.

Ja, ich mache ja erst seit drei Jahren die Drehstoßtechnik. Ich denke, dafür habe ich bei der EM ganz gut hinbekommen. Wobei sich die Weltklasseathleten kaum noch Fehlversuche leisten. Dazu braucht es die Erfahrung von ein paar tausend Stößen.

Apropos Weltklasse: Die WM- und Olympianorm liegt bei aktuell 21,10 Meter.

Die 21 Meter möchte ich auf jeden Fall einmal knacken, und ich denke, das ist bei entsprechendem Training auch machbar. Ich kann nur nicht sagen, ob ich diese Weite in drei oder fünf Jahren schaffen werde.

Sie sprechen das Training an. Wie viele Einheiten stehen bei Ihnen auf dem Programm?

Ich trainiere sechs, sieben Mal die Woche. Morgens gehe ich zur Uni (BWL-Studium in Stuttgart, Anm. d. Red.), mittags trainiere ich am Olympiastützpunkt in Stuttgart. Meist komme ich heim, esse etwas und gehe dann ins Bett.

Bleibt da noch freie Zeit?

Ja, sonntags regeneriere ich. Da bleibt dann auch Zeit zum Freunde treffen.

Wie bekommen Sie Studium und Sport unter einen Hut?

Das Online-Studium kommt mir sehr entgegen. So habe ich beispielsweise die Möglichkeit, während eines Trainingslagers an Vorlesungen teilzunehmen.

Gibt's Gedanken, das Studium zu unterbrechen und sich voll auf den Sport zu konzentrieren?

Nein. Das Studium möchte ich Fall durchziehen, um eine Absicherung zu haben, wenn's im Sport mal nicht mehr so läuft.

Abgebrochen haben Sie Ihre Zelte bei der LG Staufen, Sie starten jetzt für den VfL Sindelfingen.

Beim VfL ist vieles professioneller und auf Leistungssport ausgelegt. Der eigentliche Grund ist aber, dass ich nach Stuttgart ziehen möchte und drei, vier Athleten aus meiner Trainingsgruppe auch beim VfL Sindelfingen sind. Das macht vieles einfacher, gerade beim Hotel buchen oder den Fahrten zu den Wettkämpfen.

Am Sonntag starten Sie bei den baden-württembergischen Meisterschaften in Ulm.

Ja, da trete ich bei den Aktiven an. Die Konkurrenz ist sehr stark, deshalb rechne ich nicht mit einer Goldmedaille. Ich möchte vor allem Spaß haben und einen schönen Abschluss haben.

Einen Abschluss bereits im Juli?

Ja, das ist mein letzter Wettkampf in dieser Saison. Ich hatte meinen Höhepunkt bei der U23-EM und bin glücklich, dass ich dabei sein durfte. Jetzt werde ich zwei, drei Wochen pausieren und mich auf meine Prüfungen vorbereiten. Und ich werde mal gar nichts tun, um den Kopf frei zu bekommen, ehe ich das Training wieder hochfahre und mich auf Hallensaison vorbereite.

Das Studium möchte ich durchziehen.“

Eric Maihöfer, Kugelstoßer aus Großdeinbach

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL