Die Dart-Elite der Ostalb trifft sich in Straßdorf

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Darts, Manuel Grüninger, hier vor der Hauptbühne, präsentiert den knapp zehn Kilogramm schweren Pokal, um den es nebst Preisgeld am Sonntag gehen wird. Er selbst war erfolgreich im Dartsport, wird bei dieser Veranstaltung jedoch als Turnierdirektor fungi

Im Straßdorfer "Phönix" wird am Sonntag die ausgetragen.

Schwäbisch Gmünd-Straßdorf.

An diesem Sonntag sammeln sich die vermutlich besten Dartspieler des Ostalbkreises, um die zweite Saison der „V-Darts-Premiership“ auszuspielen. 14 Spieler werden im „Phönix“ in Straßdorf an der Alemannenstraße um den begehrten Titel der zweiten Auflage spielen und damit gleichzeitig um den pompösen 9,5-Kilogramm schweren Siegerpokal.

Spätestens seit den Gmünder Dartmeisterschaften ist bekannt, dass es auf der Ostalb zahlreiche Fans des bekanntesten Wurfspiels gibt. Einer, der sich an diese Meisterschaften gut erinnern kann, ist Sebastian Bräutigam, der beide Veranstaltungen gewinnen konnte. Dieser wird nun auch bei dem Straßdorfer Turnier an den Start gehen – und auf seinen Start freut sich Turnierleiter und Inhaber des Phönix, Manuel Grüninger, besonders. „Er spielt gegen Kevin Kotte – und da kann wirklich alles passieren. Beide sind ähnlich starke Spieler. Ich freue mich schon auf diesen Auftakt.“ In Straßdorf spielt Bräutigam aber Steeldart und nicht wie sonst üblich E-Dart, also auf Automaten. „Steeldart ist ehrlicher“, sagt Grüninger grinsend.

Dass es nun zu diesem Treffen dieser starken Akteure kommen wird, das war ursprünglich gar nicht abzusehen, vielmehr hat sich das entwickelt. In Göggingen gründeten Grüninger und einige Mitstreiter den SDC Vikings, einen Steeldart-Club. Dann aber kam es, kurz darauf bereits, zum Lockdown 2020. Über kurz oder lang entschieden sich die Dartfreunde dazu, online zu spielen. „Wir wollten die Mannschaft zusammenhalten, als wir uns nicht mehr gesehen haben und das hat schließlich geklappt. Im Sommer 2020 dann spielte man ein Top-Acht-Turnier, heißt: die besten acht Spieler aus dieser Online-Runde traten schließlich im Straßdorfer Phönix – dann wieder in Präsenz – gegeneinander an. Die Premiere gewann der Aalener Christian Strobel etwas überraschend, der sich im Finale gegen den Essinger Uwe Holz durchgesetzt hatte. Zu einer Wiederauflage des Finals aber wird es nicht kommen, die beiden treffen bereits im Achtelfinale aufeinander. Auf diversen Social-Media-Kanälen machten sie mit dieser ersten Saison der „V-Darts-Premiership“ auf sich aufmerksam, teilten Ergebnisse online und machten weitere Darter neugierig. So nehmen neben den Ostälblern auch Benedikt Held aus Ulm oder Ben Behnke aus Wernau teil und sogar von der schweizerischen Grenze kommen Dartspieler angereist, Mike Kohlbrenner aus Salem ist Teil des Turniers. Behnke geht als Erster ins Feld, Kohlbrenner als Zweiter. Kurios: wegen zweier Absagen haben genau diese beiden Spieler zum Auftakt ein Freilos. „Das ist ein bisschen schade, lässt sich aber nicht ändern“, sagt Grüninger.

Da aktuell wieder die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus´ verschärft werden, musste auch Grüninger umdisponieren. Dieses Turnier wird als Einladungsveranstaltung, also als geschlossene Gesellschaft im kleinen Rahmen stattfinden und tatsächlich nur den Sport in den Vordergrund rücken können. So verlangen es die aktuellen Umstände.

Es geht Grüninger aber nicht nur um das Sportliche, er selbst sieht sich auch als Pionier des Dartsports in der Region. So werden die Duelle auf einer Bühne stattfinden, die Spieler können sich im Practice-Room in einem Nebenraum warmwerfen und werden beispielsweise mit Einlaufmusik zur Bühne begleitet. „Wo gibt es so etwas schon, auf einer Bühne zu spielen? Ich möchte mit diesem Turnier zeigen, dass es professionelle Bedingungen auch im Amateurdart geben kann. Es soll für die Spieler etwas Besonderes sein“, sagt Grüninger, der selbst jahrelang als Darter erfolgreich gewesen, 2015 unter anderem Deutscher Vize-Mannschaftsmeister geworden ist. Er weiß somit, wovon er spricht. Zu diesen professionellen Bedingungen gehört natürlich auch ein Caller von Format, also jemand, der die Würfe durchsagt. Hier hat Grüninger Christian Peter gewinnen können, der bereits bei der PDC Europe, also der Profitour, im Einsatz gewesen ist. Einer, der vielleicht mal so weit kommen könnte wie Peter ist der Gögginger André Reupke, der selbst als Spieler in dieser Serie mitspielt, auf kleineren Turnieren aber immer wieder als Caller eingesprungen ist. „Das macht er richtig gut und ich könnte mir schon vorstellen, dass er als Caller seinen Weg gehen wird, wenn er da am Ball bleibt“, wähnt Grüninger den Nachwuchs schon im eigenen Haus. Ohnehin orientiert er sich an der Etikette, wie man sie aus dem Dartsport, vor allem aus Großbritannien, kennt. Das heißt beispielsweise, dass die Spieler allesamt in schwarzer Hose und mit feinem Schuhwerk antreten müssen. „Sie sollen sich wie Profis fühlen, also müssen sie sich auch entsprechend verhalten“, sagt Grüninger lachend. Um das Leistungsvermögen dieser Spielerrunde, die am Sonntag gegeneinander antreten wird, zu verdeutlichen, reicht ein Blick in die Statistiken aus der bisherigen Saison, also der Basis dieses Turniers. Alle Spieler traten jeweils zweimal gegeneinander an, gespielt wurde im Best of eleven. 100 Mal wurde das Maximum von 180 geworfen, 21 davon kamen von Ben Behnke, der in dieses Turnier als „Topfavorit, mit Abstand“ geht, wie es Grüninger formuliert. Ein einziges Spiel verlor Behnke. Das beste High-Finish kam vom Alfdorfer Florian Steeb, der die 153 auf Null brachte. Ein High-Finish, was selbst für Profis eine Hürde darstellen würde.

Mit einer Menge Arbeit und einigen Sponsoren hat Grüninger dieses Turnier nun auf die Beine gestellt. Es sollen noch weitere Turniere folgen, Grüninger schweben auch offene Veranstaltungen vor, also Turniere, wo jeder mitmachen kann. Jetzt aber freut er sich erst einmal auf diese Veranstaltung und ist gespannt, ob Behnke seiner Favoritenrolle gerecht wird – oder es vielleicht wieder eine Überraschung geben wird, wie Christian Strobel sie geschafft hat im Sommer 2020.

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