Die DM-Medaille im Blick gehabt

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Kunstradsport, 4er Juniorinnen des RV Ebnat mit Platz 4 bei der Deutschen

4er Juniorinnen des RV Ebnat mit Platz 4 bei der Deutschen

Amorbach.

Die Deutsche Hallenradsportmeisterschaft der Junior*innen wurde am vergangenen Wochenende in Amorbach ausgetragen. In dieses malerische Städtchen im „Dreiländereck Hessen / Bayern / Baden-Württemberg zog es nach 2021 auch in diesem Jahr über 150 Kunstradsportler*innen und Radballer, um in den einzelnen Disziplinen die Besten zu ermitteln.


Für die jungen Damen des RSV Ebnat im 4er Juniorinnen mit Jessica Haag, Naemi Joseph, Sarah Maier und Luisa Klopfer war das vergangene Jahr geprägt von intensiver, klassischer Nachwuchsarbeit. Ein Wechsel in der Zusammensetzung bedeutete unter Beibehaltung des „Niveaus einer Deutschen “ und einer unveränderten Schwierigkeitsklasse im Wettkampf zu bestehen. Das hatte zur Folge, dass mit Sondereinheiten Naemi von der Trainerin Birgit Burkhardt gepushed wurde und gleichzeitig die Abläufe mit den drei anderen Mädels in einer Mannschaft passgenau erarbeitet werden mussten. In den Trainingseinheiten waren des öfteren Zweifel am gesteckten hohen Ziel zu spüren gewesen und gerade in der Anspannung in den Wochen vor den Wettkämpfen war die Belastung des gesamten Teams zu greifen. Und das alles neben Abi-Vorbereitung, Corona-Bedingungen und einem kleinen Blinddarm, welcher den Start beim DM-Halbfinale, der entscheidenden Standortbestimmung zunichte gemacht hatte.

Eigentlich viel zu schnell war die DM gekommen, manche Trainingseinheit hätte noch gut getan. Im Vorfeld der DM wurden die Trainingstermine in Amorbach online eingetragen, das Quartier war schon lange gebucht und so ging es nach Schulende los nach Amorbach in ein sommerliches Wochenende in eine heiße Halle. Die erste Trainingseinheit diente dem Eingewöhnen, wie läuft der Boden, wie gelingt es den Rhythmus in den Beinen zu finden und zu halten. Die erste Einheit am Freitagabend gelang weitestgehend.
Für Samstagmorgen waren zwei halbe Einheiten vorgesehen, eine davon auf der Wettkampffläche und die Sportlerinnen zeigten sich stabil und „angekommen“ und es blieb abzuwarten und zu gestalten, wie am Samstagabend die Situation bezogen auf die Temperatur in der Halle sein würde.

Während die Disziplin der 4er Juniorinnen schon auf der Wettkampffläche lief und die Konkurrenzmannschaften sich der Wertung stellten, stand für Luisa, Naemi, Sarah und Jessi die letzte offizielle Trainingseinheit an, eine halbe Stunde vor der Wettkampfzeit und um es kurz zusammen zu fassen – die lief gar nicht, nahezu Schockstarre. Das Trainerteam mit Birgit Burkhardt und Manfred Traub verwies in der Abschlussbesprechung auf dieTrainingsleistung seit einem Jahr mit dem Hochziehen von Naemi, mit dem zusammenarbeiten als Mannschaft und dann wurden die vier ins Freie geschickt, in den Schatten, in eine ruhige Ecke – durchatmen, abkühlen, konzentrieren.

Herein in die Halle kam ein entschlossenes Team, vier junge Damen gingen zu ihren Sportgeräten und kurze Zeit später auf die Wettkampffläche und mit der Ansage Start legten sie los und es war zu erkennen, dass das letzte missglückte Einfahren abgehakt war. Eine Klasse saß auf den Kunsträdern – sie kommunizierten und funktionierten toll, die Übungen liefen. Bei der sehr eng zu fahrenden Acht in der Fahrflächen-Quere lief das Rad einer Sportlerin nicht exakt parallel zu denen der anderen, eine Distanz entstand und es war zu sehen, dass dies in der Vorbereitung der nächsten Übung zumindest zu Schwierigkeiten führen würde. Die Sportlerin versuchte durch ein hochsetzen der Trittfrequenz auszugleichen und rechtzeitig und punktgenau zum Griff bei den anderen sein zu wollen und verursachte dabei ihren Sturz. Das Verzögern der drei anderen hatte zum Ausgleichen nicht gereicht. Trotzdem schnell aufs Rad und konzentriert weiter mit dem letzten Drittel der Kür und nach einem Absteiger ansatzlos in das Programm und einen Ablauf als wäre nichts passiert zu finden – auch das macht eine Mannschaft zur „Spitzenmannschaft“ und der Rest der Kür wurde grandios dargeboten und so blieb am Ende einer anstrengenden Wettkampfsaison ein ausgezeichneter 4. Platz, zwar der Platz neben dem Podest – aber da waren sich alle einig mit großem Stolz und voller Zufriedenheit mit der Leistung.



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