Die Energiekrise trifft auch den Sport: „Kalte Duschen sind die letzte Option“

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Corona, Energiekrise, Stadtsportlehrer: Der Vorsitzende Ralf Wiedemann wird am Montagabend bei der Hauptversammlung des Stadtverbandes Sport auf verschiedene Themen eingehen - und auch kritische Worte finden.
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Ralf Wiedemann spricht bei der Hauptversammlung des Gmünder Stadtverbandes über die Folgen des Ukrainekrieges  für den Sport. Und der Vorsitzende hofft, dass Corona zu keinen weiteren Einschränkungen mehr führt.

Schwäbisch Gmünd

Von der einen Krise in die nächste. Von Corona zum Ukrainekrieg und die damit verbundene Energieproblematik - die auch am Sport nicht spurlos vorbeigeht. Und deshalb geht der Vorsitzende Ralf Wiedemann bei der Hauptversammlung des Stadtverbandes Sport am Montagabend ausführlich auf dieses Thema ein. Wir haben vorab mit ihm gesprochen.

Herr Wiedemann, in der Einladung zur Hauptversammlung steht, dass „einiges schlechter geworden ist“. Ist es so schlecht um den Gmünder Sport bestellt?

Wiedemann: Nein, überhaupt nicht. Diese Aussage bezieht sich vielmehr auf die Krisen generell.

Sie meinen den Ukrainekrieg?

Auch. Erst war Corona, aus dieser Krise sind wir gut herausgekommen, und jetzt gibt es schon die nächste, die den Sport wieder beeinflusst. Dazu werde ich aber am Montag mehr sagen.

Inwieweit trifft die Energiekrise den Sport in Gmünd?

Licht aus, Licht an, wenn ich diese Debatte höre, bin ich beunruhigt. Anders als viele andere Städte sucht Gmünd aber den Dialog, und darüber bin ich sehr froh. Noch haben wir warmes Wasser in den Hallen, und das ist auch richtig so. Kalte Duschen sind für mich die letzte Option, da muss alles andere vorher ausgeschöpft sein. Denn ich kann keine Gastmannschaften, die aus Konstanz oder sonst woher sind, ungeduscht abreisen lassen. Schon gar nicht im Winter.

Wenn Sie rückblickend die Coronazeit bewerten, hat der Sport in Gmünd stark gelitten?

Zuerst einmal bin ich glücklich, dass der laufende Betrieb wieder zu 100 Prozent gewährleistet ist. Aber natürlich gibt es Folgeschäden. Viele Kinder und Jugendliche haben fast zwei Jahre keinen organisierten Sport treiben können, uns fehlen dadurch in manchen Sportarten ein, zwei Jahrgänge. Das gilt auch für den leistungsbezogenen Sport.

Angesichts steigender Zahlen ist das Thema Corona plötzlich wieder aktuell. Rechnen Sie mit neuerlichen Einschränkungen?

Nein, ich rechne nicht mit Einschränkungen. Und vor allem hoffe ich es nicht. Wir haben zwei Jahre hinter uns und haben hoffentlich aus den Fehlern gelernt. Dem Sport darf nicht wieder zugesetzt werden.

Themawechsel: Der TSB Gmünd steht in den Schlagzeilen. Der Honorarstreits zwischen dem Verein und der Anwaltskanzlei Jursch/Deininger hat die Parteien vors Gericht geführt.

Ich habe auch nur die Informationen aus der Presse, und deshalb möchte ich dazu keine Stellungnahme abgeben.

Es geht auch um den Verkauf der Sportanlage in der Buchstraße und einen Neubau im Laichle. Sind Sie da involviert?

Ich wurde informiert, ja. Und zwar von beiden Seiten. Da geht es um die sportliche Infrastruktur, das ist auch mein Thema. Dazu möchte ich aber erst bei der Hauptversammlung etwas sagen. Was ich jetzt schon sagen kann: Durch den Verkauf hat sich der Verein gute finanzielle Möglichkeiten geschaffen. Die Debatte führt aber etwas Positives ins Negative. Das ist schade.

Gibt es aus dem vergangenen Jahr auch Positives zu berichten?

Definitiv. Ich denke beispielsweise an KISS und den Kinder-Sport-Spaß, der wieder im Normalbetrieb läuft. Auch die Stadtsportlehrer können wieder uneingeschränkt ihrer Arbeit nachgehen. Das ist sehr erfreulich.

Gibt es Neues bei der Entwicklung der Stadtsportlehrer?

Ja, das gibt es. Da möchte ich der Hauptversammlung aber nicht vorgreifen. Nur soviel: Es gibt Positives zu berichten ...

Steffen Kregler wird als Beisitzer verabschiedet.

Genau. Steffen Kregler scheidet aus dem Stadtverband aus. Für ihn stellt sich Barbara Schuster-Gratz zur Wahl.

Und wer erhält in diesem Jahr die Ehrenplakette?

Marcellinus Schäffauer von der Hockeyabteilung des FC Normannia Gmünd und Gabriele von Abel vom Schwimmverein Schwäbisch Gmünd.

Stadtverband Sport tagt am Montag in Bargau

Der Stadtverband Sport hält am Montagabend seine Hauptversammlung ab. Los geht's um 19.30 Uhr in der TV-Halle in Bargau.

„Vieles hat sich in den vergangenen zwölf Monaten verändert, leider ist nur weniges besser, einiges schlechter geworden.“ Schon aus der Einladung geht hervor, dass der Stadtverbandsvorsitzende Ralf Wiedemann auch Kritisches berichten wird.

Sprechen wird auch Bürgermeister Christian Baron. Ebenso auf der Tagesordnung stehen die Wahlen, Informationen zu aktuellen Themen und die Verabschiedung von Steffen Kregler.⋌alex

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