Die ewige Nummer 7 beim FCH

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Zwei, die über die Jahre eine Freundschaft aufgebaut haben: Frank Schmidt wechselte Marc Schnatterer nach 65 Minuten aus. Für einen Sieg zum Abschied hat es nicht gerecht. 
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Beim letzten Spiel für den FC Heidenheim muss sich das Team von Marc Schnatterer dem KSC mit 1:2 geschlagen geben. Die Fans feierten trotzdem ihren „Capitano“.

Es stand sein Name in der Startelf, auf den sie alle in Heidenheim gehofft, ja den sie gar gefordert hatten. Zum letzten Mal schlüpfte Marc Schnatterer ins rot-weiß gestreifte Trikot, zum letzten Mal zog er sich die Kapitänsbinde um den Oberarm, zum letzten Mal lief er mit seinen Mannschaftskandidaten auf den Rasen der Voith-Arena.

Ein Tag, der vor Emotionalität so strotzte. Mit einem Sieg wollte der FCH seinen Marc Schnatterer verabschieden, mit einer 1:2-Niederlage gegen den Karlsruher SC haben sie es dann getan. Noch mal eine Standardsituation, noch eine Ecke, noch ein Tor - auch Trainer Frank Schmidt hat es dem 35-jährigen Mittelfeldmann so gegönnt. Es hat nicht sollen sein. Auch wenn die Heidenheimer Elf anfangs viel Druck auf die Gäste ausüben konnte, musste sie sich am Ende geschlagen geben.

Doch an diesem Tag nahmen die Fans die Niederlage gelassener als sonst. Überschattet war der Tag vom Saisonabschluss, überschattet vom Abschied.

Die Nummer 7 werden wir einfrieren.“

Holger Sanwald, Vorstandsvorsitzender

Die Fans haben sich ins Zeug gelegt für ihren Capitano, ihre Identifikationsfigur, ihre Vereinslegende. Durch die Stadt haben sie Plakate aufgehängt, am Schloss thront ein Banner mit Schnatterers Gesicht und der Unterzeile „Immer einer von uns“. Die Straße zum Stadion wurde kurzerhand zur „Marc-Schnatterer-Allee“ umbenannt. Pünktlich zum Anpfiff haben sich die Fans vor den Toren der Voith-Arena versammelt und feuern ihr Team mit lauten Gesängen und Trommeln an.

Nach 65 Minuten Spielzeit kam der Moment, es kam der Pfiff, die Tafel mit der Nummer 7 und 17 ging nach oben. Dann musste Schnatterer die Kapitänsbinde an Oliver Hüsing weitergeben .

Nach der offiziellen Verabschiedung durch Vorstandsvorsitzenden Holger Sanwald, der abschließende Worte an Dr. Mathias Frey, Kevin Ibrahim, Diant Ramaj, Oliver Steurer, Maximilian Thiel und Marc Schnatterer richtete, die alle den Verein nach dieser Saison verlassen werden, geht das komplette Team nach draußen zu seinen Fans. Auch vor den Fans betonte Sanwald noch einmal: „Die Nummer 7 werden wir einfrieren.“

Leicht fallen dem „Capitano“ die Worte vor der Fangemeinde nicht: „Es ist schwierig, die richtigen Worte zu finden. Das Traurige an der Geschichte ist, dass ihr heute nicht dabei sein konntet. Das tut mir wirklich weh. Nichtsdestotrotz bin ich vor 13 Jahren hergekommen, ihr habt mich sofort aufgenommen, habt mir das Gefühl gegeben, dass ich hier richtig bin. Dass ich mit euch den Weg gehen kann von der Regionalliga. Wir haben immer versucht, zusammen nach vorne zu gehen.“

Sein Coach Frank Schmidt erinnerte sich bei der Auswechslung an Schnatterers erstes Spiel in Heidenheim: „Das war zu Hause gegen Pfullendorf. Da haben wir 1:2 verloren, ich glaube, da hat er sogar ein Tor gemacht. Und so ist es jetzt leider auch geendet. Aber alles, was dazwischen war, das wird niemand mehr so schnell nachmachen.“

FCH - KSC 1:2

FCH: Müller – Busch, Hüsing, Steurer (75. Rittmüller), Föhrenbach – Kühlwetter (65. Mohr), Schöppner, Thomalla (65. Sessa) – Leipertz (57. Schimmer), Schnatterer (65. Pick)

KSC: Kuster (89. Löhr) – Jung, Kobald, Bormuth (75. Pisot), Heise – Fröde – Thiede, Gondorf, Wanitzek (89. Hanek), Batmaz (89. Trivunic) – Guèye (72. Carlson)

Tore: 0:1 Bormuth (39.), 0:2 Guèye (56.), 1:2 Schimmer (80.)

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