Die Heubacher Klabusterbeerenbande gewinnt den Ironscout

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Die Heubacher Klabusterbeerenbande gewinnt den Ironscout

Heubacher Team läuft auf Platz 1 im Bundeswettkampf des Langstrecken-Stationenlaufs der Pfadfinder.

Paderborn.

Nach 22 Stunden Laufen steht zur späten Abendstunde fest, dass es das Team „Klabusterbeerenbande e.V.“ aus Heubach mindestens in die Top 10 des Langstrecken-Stationenlaufs „Ironscout“ geschafft hat. Rund 400 Kilometer entfernt drücken Viele im Ostalbkreis die Daumen, als das Treppchen ausgerufen wird.

Zwei Tage zuvor war an dieses Ergebnis nicht im Geringsten zu denken. Sechs erfahrene Läufer machten sich auf die Anreise in den Ruhrpott. Teamkapitän Alexander Steidle sprach vor der Abreise von einem guten Omen „im Ruhrpott habe man schon manch gute Leistung vollbracht“. Gegründet im Jahr 2014 für die Teilnahme am Ironscout in Bad Orb, ist das Team der Klabusterbeerenbande e.V. im Ostalbkreis mittlerweile vor allem für die Organisation der Veranstaltung „HEUBACH WANDERT“ bekannt. Zwischen 2014 und der Premiere von HEUBACH WANDERT lagen viele Langstreckenläufe des Teams mit Distanzen von bis zu 100 Kilometern.

Der Ironscout stellt dabei jährlich ein besonderes Event dar, wie Philipp Steidle, Gründungsmitglied beschreibt. In Anlehnung an den Ironman auf Hawai, dem wohl schwersten Triathlon-Wettkampf, wird seit 1999 durch Pfadfindergruppierungen des Pfadfinderverbunds der DPSG deutschlandweit mit einer der schwersten Stationenläufe angeboten. Ziel ist es, in maximal 22 Stunden möglichst viele Punkte durch das Anlaufen und Meistern von Stationen zu sammeln. Bei den Stationen ist von Geschicklichkeitsaufgaben, z.B. „Entschärfungen von Bomben“ und Simulationsspielen bis hin zu Sportparcours und kraftraubenden Aufgaben sowohl Körper als auch Geist und insbesondere der Teamgeist gefordert. In der Vergangenheit wurde mehrfach eine Platzierung unter den besten zehn Mannschaften erreicht.

Dieses Mal, so waren sich alle schon vor dem Start sicher, wolle man bis aufs Zahnfleisch kämpfen um die guten Ergebnisse aus der Vergangenheit erneut zu erreichen oder gar zu überbieten. Unter dem Motto „Operation Steinhausen“ in Anlehnung an die Comicbuchfiguren Asterix und Obelix ging es für Alexander und Philipp Steidle, Julian Hegele, Dennis Bosch, Yann-Erik Ritz und Sascha Fritz an den Start. Trotz teils strömendem Regen und kaum Abwechslung auf den ewig erscheinenden langen geraden Teerstraßen beschrieb Sascha Fritz die Stimmung im Team durchgehend als maximal motiviert und gut gelaunt. Insgesamt 12 von 16 bemannten und insgesamt 13 unbemannte Stationen wurden in den folgenden knapp 22 Stunden durch das Team angelaufen. Highlights waren dabei wieder viele zu erleben: Ein zweistöckiger Gerüstbau auf über 100 Quadratmetern, bedeckt mit Jurtenstoff in Form eines Labyrinths ist an dieser Stelle genauso zu nennen, wie diverse Exit-Games. Eine weitere Besonderheit stellte eine extra für dieses Event programmierte App dar, die zum einen per GPS für den Datenaustausch sorgte aber auch unterschiedliche Funktionen im Rahmen des Laufs für das Team bereithielt, wie Julian Hegele gegenüber der Zeitung im Details schildert.

Auch wenn bei einigen Läufern mit der Zeit der Rücken Wund gelaufen war und die Schmerzen zunahmen, blieb das Team dem sehr hohen Tempo bis ins Ziel treu. Dort angekommen, stieg die Aufregung in den Abendstunden. Traditionell, wie es sich an einem Ironscout gehört, wurden alle 125 Teams im Rahmen eines großen Fests gefeiert. Besonders gefreut hat sich dabei das Team auf den Kontakt zu all den Läufern, die seit Jahren mit dabei sind und seit der letzten Veranstaltung vor Corona im Jahr 2019 nicht mehr persönlich getroffen werden konnten. Nach dem gemeinsamen Abendessen und einer Show-Einlage des Landrats am Schlagzeug wurde die Siegerehrung ausgeführt.

Prämiert wurden sowohl die besten Läuferteams als auch die Stationsteams mit der besten Bewertung.

Zu dieser Zeit, waren in Heubach bereits viele Angehörige und Stammesmitglieder der Heubacher Pfadfinder permanent im Austausch mit dem Team vor Ort. Von Platzierung zu Platzierung stieg die Freude aber auch die Anspannung. Bei der Verkündung des ersten Platzes brachen schlussendlich die Emotionen sowohl aus dem Team als auch aus den Mitfiebernden heraus. Alle Favoriten waren geschlagen und das Heubacher Team holt sich bei 85 gelaufenen Kilometern und 1.726 erkämpften Punkten verdient Platz eins. Mit 92,4 von maximal 100 gewonnen Punkten pro bemannter Station ließ sich der unglaubliche Teamgeist auch schnell in Zahlen ausdrücken.

Die Schmerzen waren vergessen, sodass bis in die tiefe Nacht mit Team-Assistentin Marlene Documa gefeiert wurde. Mit der gleichzeitigen Verkündigung des Klabusterbeerenbande e.V., dass auch im Jahr 2023 das Event „HEUBACH WANDERT“ stattfindet wird, wurde auch in Heubach angestoßen. Der finale Termin für das Event wird im Veranstaltungskalender der Stadt Heubach sowie unter www.heubach-wandert.de in Kürze bekanntgegeben.

Die Heubacher Klabusterbeerenbande gewinnt den Ironscout.

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