Die Jagd auf die Medaillen

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Claudia Strnad (vorne, SV Schwäbisch Gmünd), Manuela Hieber (hinten, SV Schwäbisch Gmünd). Foto: Jan-Philipp Strobel

Gmünder Schwimmer bei den deutschen Kurzbahnmeisterschaften der Aktiven und der Masters im Einsatz.

Schwäbisch Gmünd.

Deutschlands Schwimmsport läuft in dieser Woche auf Hochtouren. Von Freitag bis Sonntag kämpfen auf der 25-Meter-Bahn des Hallenbades „Neptun“ in Rostock beinahe 800 Aktive um die deutschen Meistertitel der Masters auf der Kurzbahn, darunter vom Schwimmverein Gmünd (SVG) die Staffel-Vize-Europameister von Rom Roland Wendel, Roland Aubele, Hans-Ulrich Seitler und Winfried Hofele. Bereits am Donnerstag beginnen die nationalen Kurzbahn-Meisterschaften (DKM) der offenen Klasse im Wuppertaler Stadtbad Johannisberg, in der legendären „Schwimmoper“, mit einem ebenso großen Feld. Laut Meldeergebnis sind 359 Frauen und 379 Männer aus 155 Vereinen am Start. Vom SVG haben neun Mädels und drei Jungs die hohen Qualifikationsnormen geschafft.

„Wir sind in diesem Jahr bei der DKM mit mehr Aktiven vertreten als noch 2021“, können SVG-Trainer Björn Koch und seine Assistentin und Betreuerin Dany Fuchs zufrieden feststellen. Das gezielte Training im letzten Jahr hat sich also ausgezahlt. „Während der Corona-Pandemie haben wir den Fokus situationsbedingt etwas mehr auf die Kurzbahn gerichtet, wenngleich wir uns grundsätzlich auf die 50-Meter-Langbahn vorbereiten“, erklärt Björn Koch. Allerdings gab es bedauerlicherweise in den letzten Tagen und Wochen krankheits- und verletzungsbedingt einige Ausfälle zu beklagen, was dann auch zu Einschränkungen im Trainingsbetrieb führte. Deshalb wären Podestplätze eine große Überraschung. Der hauptamtliche SVG-Trainer formuliert die Ziele deshalb so: „Wir streben individuelle Verbesserungen auf einer hohen Wettkampfebene an, gerne mit neuen persönlichen Bestzeiten. Und das Sammeln von notwendigen Erfahrungen für anstehende Meisterschaften auf den 50-Meter-Langbahn. Das SVG-Trainerduo hofft dennoch auf die eine oder andere Qualifikation für ein A-Finale oder für einen Endlauf in der JEM-Wertung (Jugend-Europameisterschaft-Klasse) der Geburtsjahrgänge 2005/06/07 und in der EYOF-Wertung (European Youth Olympic Festival) der Geburtsjahrgänge 2007/08/09.

Verletzungs- und Krankheitspech

Vom Verletzungs- und Krankheitspech verfolgt waren unglücklicherweise die Gmünder Top-Schwimmerinnen Marie Fuchs (Jahrgang 2005) und Dana Akhmedova (2002). Die Ukrainerin konnte wegen einem Zehenbruch und muskulären Problemen nur individuell trainieren und wird in Wuppertal nur die 50 Meter Brust schwimmen. Auch Marie Fuchs hat wegen einer Erkrankung und einer beim Schulsport zugezogenen Fußverletzung einen großen Trainingsrückstand. Sie bestreitet deshalb nur die 100 Meter Brust und die 100 Meter Schmetterling. Für Dana und Marie könnte in der Brust-Disziplin Chiara Vetter (2001) in die Bresche springen. Die Backnangerin trainiert schon seit dem Sommer mit der Leistungsgruppe 1 in Gmünd und wechselte zum 1. November von TSG Backnang zum Schwimmverein Gmünd. Auch sie musste erst eine Erkältung auskurieren – Björn Koch: „Sie ist hochmotiviert und fiebert ihrem ersten Start für unser Team über 50 Meter und 100 Meter Brust entgegen. Über die Sprintstrecke könnte es für sie vielleicht sogar zum Finale reichen, da bewegen sich mehrere Schwimmerinnen nach dem Meldeergebnis um die 32 Sekunden herum. Es wird spannend“.

Das Finale im Blick

Paula Fuchs (2005) hat gleich in fünf Disziplinen die Norm für die DKM erfüllt. Über 100 Meter Schmetterling ist für die der Sprung ins A-Finale möglich. Aber auch über 50 Meter Schmetterling, 100 Meter Freistil sowie über 100 Meter und 200 Meter Rücken ist sie für eine Top-Ten-Platzierung gut. In Bestform präsentierte sich kürzlich beim Mugele-Cup Ida Schneider (2005). Bei einer weiteren leichten Steigerung hat sie über 200 Meter Schmetterling gute Chancen auf eine A-Finalteilnahme. Auch über 100 Meter Schmetterling und über 200 Meter Freistil sind von ihr gute Leistungen zu erwarten. Jan Klein (2005) strebt berechtigt über 200 Meter Rücken einen Platz für das JEM- und EYOF-Finale an. Auch über 200 Meter Freistil und 100 Meter Rücken will er sich weiter steigern.

Für Johannes Beyer (2005) über 200 Meter Freistil, Vittoria Beverini (2007) über 200 Meter Schmetterling, Fabian Blessing (2000) über 100 Meter und 200 Meter Brust, Heiko Stotz (2007) über 100 Meter Brust und 400 Meter Lagen und Kathrin Stotz (2005) über 100, 200 und 400 Meter Lagen, geht es vor allem darum, die persönlichen Bestzeiten zu steigern. Flora Talgner (2003) kommt in der 4 x 50 Meter Freistilstaffel der Frauen zusammen mit Ida Schneider, Paula und Marie Fuchs zu Einsatz. „Unser Ziel ist es, möglichst unter 1.48,00 Minuten zu schwimmen“, gibt Björn Koch vor. Für die 4 x 50 Meter Freistilstaffel mixed mit Jan Klein, Johannes Beyer, Paula und Marie Fuchs setzt der Trainer die Zielmarke auf 1.41,50 Minuten: „Wenn wir dann unter die Top acht kommen, wäre ich sehr zufrieden!“

Henning Mühlleitner testet Belastung

Nicht am Start in Wuppertal sind Olympiasieger und Weltmeister Florian Wellbrock und Europameister Lukas Märtens. Das erhöht die Chancen für den EM-Bronzemedaillengewinner Henning Mühlleitner auf den Titel über 400 Meter, 800 Meter und 1500 Meter Freistil. Der Gmünder in Diensten der Neckarsulmer Sportunion wurde vom Deutschen Schwimmverband außerdem noch für die 200 Meter Freistil, 200 Meter Schmetterling, 200 und 400 Meter Lagen gemeldet. „Es geht bei mir nach einer Erkrankung und einem anstrengenden Lehrgang bei der Bundeswehr in erster Linie um einen Belastungstest. Zeiten und Platzierungen sind dabei Nebensache“, lässt Henning Mühlleitner wissen. Dennoch ist er natürlich ein „Promi“ in Wuppertal, ebenso wie deutschen Nationalmannschaftsschwimmer Angelina Köhler, Ole Braunschweig (beide SG Neukölln), Marek Ulrich (SSG Leipzig), Marco Koch oder Lucas Matzerath (beide SG Frankfurt) stehen, die einen Monat später auch bei den Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Melbourne/Australien (13. – 18. Dezember) antreten werden. Genauso übrigens wie Chad le Clos. Der Olympiasieger aus Südafrika lässt sich neuerdings von Frankfurts Cheftrainer Dirk Lange betreuen und ist für seinen neuen Verein in Deutschland auch für die DKM gemeldet.

Masters mit Medaillenchancen

Bei den DKM der Senioren in Rostock wollen Roland Wendel, Roland Aubele, Winfried Hofele und Hans-Ulrich Seitler schon einige Mal aufs Podest schwimmen. Besonderen Fokus legt das Masters-Quartett auf die Staffeln über 4 x 50 Meter Freistil und 4 x 50 Meter Lagen. Dabei sind spannende Rennen gegen die SG Berlin-Schöneberg und des SC Humboldt Berlin zu erwarten.

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