„Die Oberliga ist mein Ziel“

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Schluss im besten Fußballalter: Tim Grupp hat mit 26 Jahren seine Profikarriere beendet und schließt sich dem FC Normannia an. Mit den Gmündern will der Mittelfeldspieler mittelfristig in die Oberliga aufsteigen.
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Der Gmünder Normannia ist mit der Verpflichtung von Tim Grupp ein Coup gelungen. Der 26-Jährige vom VfR Aalen ist vorbereitet.

Schwäbisch Gmünd.

Sein Weggang ist ein schwerer Verlust für den VfR Aalen. Tim Grupp hat seine Profikarriere beendet und schließt sich dem FC Normannia Gmünd an. Im Interview spricht der Defensivspieler über seine Entscheidung, den TSV Essingen und darüber, dass sein neuer Verein „das Potenzial hat, vorne mitzuspielen“.


Herr Grupp, warum beendet ein Führungsspieler im besten Fußballalter seine Karriere?

Grupp: Der Gedanke ist schon im Frühjahr gereift. Ich habe mich gefragt, wie es nach meinem Studium weitergeht.

Sie haben parallel zum Profifußball an der Fernuni Hagen Wirtschaftswissenschaften studiert.

Genau. Und dieses Studium schließe ich im Herbst ab. Passend dazu kam der Anruf aus Schwäbisch Gmünd.

Wer hat Sie angerufen?

Der Sportliche Leiter Stephan Fichter. Er hat mich gefragt, wie ich mein Leben weiter plane und mir dann ein Angebot gemacht.

Was beinhaltete das?

Einerseits einen äußerst attraktiven Job nach Beendigung meines Studiums. Andererseits die Möglichkeit, bei einem ambitionierten Amateurverein mit klaren Zielen Fußball zu spielen. Es war so lukrativ, dass ich die Gedanken intensiviert habe.

Von welchen Zielen beim FC Normannia reden Sie?

Der FC Normannia möchte mittelfristig in die Oberliga aufsteigen und sich dort etablieren. Das ist auch mein Ziel: mit dem Verein in die Oberliga zurückzukehren. Dort hin, wie er einst mit Alexander Zorniger, Beniamino Molinari oder Dominik Kaiser schon war.

Ist der FCN durch Sie zum Titelaspiranten geworden?

Nein. Das ist und bleibt ein Mannschaftssport, bei dem ein Einzelner nichts entscheidet. Schon gar nicht auf meiner Position im zentralen defensiven Mittelfeld. Und überhaupt, ich sehe mich beim FC Normannia Gmünd auch nicht als Heilsbringer.

Ist der FC Normannia trotzdem in der Lage, um die Spitzenplätze mitzuspielen?

In meinen Augen schon. Und das war auch mit entscheidend für meinen Wechsel. Ich wollte nicht zu einem mittelmäßigen Verbandsligisten gehen. Wobei ein Aufstieg nicht planbar ist, schon gar nicht bei der Konkurrenz mit Essingen oder Hollenbach.

Ist der TSV Essingen für Sie der Topfavorit?

Ja, schon in der vergangenen Saison hatten die Essinger beim coronabedingten Saisonabbruch einen deutlichen Vorsprung und waren auf Titelkurs.

Hat der TSV Essingen Sie auch kontaktiert?

Ja.

Haben Sie sich mit einem Wechsel beschäftigt?

Nein. Wie gesagt, das Gesamtpaket in Gmünd war einfach zu gut.

Zurück zum Profifußball: Hatten Sie mit 26 Jahren nicht den Ehrgeiz, noch einmal in die 3. Liga oder gar 2. Bundesliga zu wechseln?

Ich schieße keine 10 Tore, und ich bereite auch keine 10 Tore vor. Und dann klopft in meinem Alter im Regelfall kein Zweitligist mehr an. Ich muss aber auch sagen, dass mein Berater und ich es durch meinen laufenden Vertrag nie forciert haben, noch einmal höherklassig anzugreifen.

Vor zwei Jahren sind Sie als Gmünder zum VfR Aalen gekommen. Was nehmen Sie mit?

Zum einen hatte ich eine sehr schöne Zeit beim VfR Aalen. Es waren super Typen in der Mannschaft, und das Team war charakterlich spitze - auch außerhalb des Platzes. Es sind einige Freundschaften entstanden, und ich werde die Mitspieler auch vermissen.

Wie sieht Ihre sportliche Bilanz aus?

Das erste Jahr war so wie ich es mir erwartet hatte. Nach dem Abstieg und der hohen Fluktuation war nicht mehr drin. Mit der abgelaufenen Runde können wir sportlich aber nicht zufrieden sein. Der Kader hatte deutlich mehr Potenzial als nur Platz 13.

Der neue Trainer Uwe Wolf hat von Platz 8 gesprochen. Wäre das realistisch gewesen?

Im Nachhinein ist es immer schwierig, über Platzierungen zu reden. Aber wie gesagt: Der Kader hatte mehr Potenzial.

War der Trainerwechsel von Roland Seitz zu Uwe Wolf nötig?

Das zu beurteilen steht mir als Spieler nicht zu.

Gehört der VfR Aalen Ihrer Meinung nach in die 3. Liga?

Wenn man die Fans sieht und dazu die Infrastruktur, dann auf jeden Fall. Aber der Verein ist finanziell nicht auf Rosen gebettet, und in der Regionalliga Südwest gibt es immer fünf, sechs Mannschaften mit einem großen Etat. So gesehen wird es auch in den kommenden Jahren schwierig, oben mitzuspielen.

VfR-Kapitän Daniel Bernhardt hat unter dem neuen Trainer Uwe Wolf einen schweren Stand. Denken Sie, dass Sie Bernhardt in der kommenden Saison begegnen?

Ich hoffe, dass „Bernes“ noch lange erfolgreich beim VfR Aalen spielt. Er ist in meinen Augen der beste Torwart der Regionalliga, er ist seit vielen Jahren das Gesicht der Mannschaft, und es wäre sehr schade, wenn er den Verein verlassen würde. Sollte er aber - aus welchen Gründen auch immer - den Club wechseln, würde ich mich freuen, wenn wir uns auf dem Platz gegenüberstehen.

Ich sehe mich nicht als Heilsbringer“

Tim Grupp, Neuzugang des FC Normannia

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