Die Sonne scheint den Athleten mitten ins Herz

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Bei herrlichem Sonnenschein und idealen äußeren Bedingungen waren am Samstag beim 29. Sparkassen Alb Marathon über 1400 Teilnehmer auf der Strecke. 280 von ihnen absolvierten das Europafinale dr Ultramarthone über die drei Kaiserberger Hohenstaufen, Hohenrechberg und Stuifen.

Kaiserwetter beschert über 1400 Teilnehmern pures Laufvergnügen. Andreas Thumm und Suse Spanheimer gewinnen. Von Werner Röhrich

Die Sonne schien den Läuferinnen und Läufern am Samstag mitten ins Herz. "Idealer hätten die Bedingungen heute nicht sein können", schwärmte Alb-Marathon-Sieger Andreas Thumm nach seinen 50 Kilometern über den Hohenstaufen, den Hohenrechberg und den Stuifen. Er hatte es eilig, um zu Töchtern Carla und Ehefrau Anja zu kommen, die ihn freudestrahlend im Ziel erwarteten. 3:27:24 Stunden seine Zeit.

Wird sie den Streckenrekord knacken? Lange Zeit lag Suse Spanheimer, die bereits im vergangenen Jahr den Lauf über die drei Kaiserberge unter ihrem Mädchennamen Hagelauer gewonnen hatte, auf Streckenrekordkurs. Am Ende hatte sie den Lauf zwar souverän in der Tasche (4:03:44 Stunden) hatte siedie Rekordzeit von Dorothea Frey aus dem Jahre 2010 (3:47:45) dennoch verfehlt. Spanheimer: "Wenn ich das gewusst hätte."

Einen neuen Streckenrekord gab's auf der 10-km-Distanz. Joseph Katib von der LG Braunschweig gewann beim Umicore-Lauf den Dreikampf mit dem Aalener Christoph Wallner (32:28 Minuten) und dem Gmünder Johannes Großkopf (32:34) in neuem Streckenrekord von 32:11 Minuten. Den Sieg bei den Frauen feierte Annalena Hofele (Sparda-Team Rechberghausen / 38:28) vor der Waldstetterin Annika Seefeld (40:45).

1485 Teilnehmer – von den Bambini bis zu den Europacupläufern über die drei Kaiserberge – bedeuteten beinahe neuen Teilnehmerrekord.

Bereits am Vormittag, noch ehe Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold an der Johanniskirche den Startschuss für das rund 650 Athleten starke Läuferfeld gegeben hatte, das den Ultramarathon (50 km) und den Gmünder-Tagespost-Rechberglauf (25 km) in Angriff nehmen wollte, herrschte strahlender Sonnenschein. Kaum ein Wölkchen war zu sehen. "Die Lauf über die drei Kaiserberge müsste eigentlich Kaiser-Marathon heißen", befand Arnold, bedankte sich bei Organisationschef Erich Wenzel und seinem Nachfolger Tim Schwarzkopf für das tolle Miteinander von Profi- und Hobbyläufern, von potenten Finanzgebern und den rund 300 ehrenamtlichen Helfern, die ein in solches internationales Großsportereignis überhaupt ermögliche.

Es ist immer wieder ein imposantes Bild, zu sehen, wie sich der mehrere hundert Meter lange Läuferwurm durch die Stadt zieht, hinab über das Kopfsteinpflaster der historischen Innenstadt, hindurch durch den Torbogen zur Ledergasse und am Gold- und Silberforum vorbei zur Stadt hinaus.

Bereits nach wenigen Kilometern hatte sich eine Spitzengruppe abgesetzt, die sich bis nach dem Hohenstaufen noch gegenseitig kontrollieren konnte. Doch schon bald danach setzte sich Benedikt Hofmann (TSG Heilbronn) ab und ließ anderen keine Chance mehr. Im vergangenen Jahr hatte er noch den 50-km-Ultramarathon gewonnen. In diesem Jahr nahm er den 25-km-Rechberg-Lauf als Generalprobe für die in drei Wochen anstehende Berglauf-WM .

Einfach nur so aus dem Stand laufen kann man das nicht.

Matthias Baur Läufer des LAC Essingen

In der 50-km-Wertung lag lange Zeit Richard Schumacher in Front, der den Sparkassen Alb Marathon schon zweimal gewonnen hat (2015, 2016). Noch vor dem Rechberg wurde er von seinem Verfolger Andreas Thumm aus Altdorf bei Nürtingen überholt. Der 36-Jährige nahm seinem schärfsten Widersacher am Ende über eine viertelstunde ab. Schumacher: "Ich habe solche Kreislaufprobleme bekommen. Da ging nichts mehr. Das war grausam."

Auf Rang drei landete der Aalener Matthias Baur. "2015 bin ich bei Kilometer 25 ausgestiegen. Heute hat's richtig Spaß gemacht", freute sich der Extremsportler, der bei Salomon Running unter Vertrag steht und Mitglied des LAC Essingen ist. Seine Krämpfe im Ziel führte er darauf zurück, dass er zuletzt wegen seiner Masterarbeit in Informatik, die er nächste Woche abgeben will, wenig Zeit zum Trainieren hatte. "Einfach nur so aus dem Stand laufen kann man das nicht." Mike Gold kam als bester Gmünder auf Rang vier.

"Ich wusste nicht, dass ich den Rekord knacken kann", ärgerte sich Suse Spanheimer, die den Lauf im vergangenen Jahr noch unter ihrem Mädchennamen Hagelauer gewonnen hat, über die verpasste Gelegenheit. Vielleicht hätte sie dann noch etwas mehr Gas gegeben. Dennoch steuerte sie einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg entgegen und nahm der Zweitplatzierten Pamela Veith aus Kusterdingen (4:19:59) fast eine Viertelstunde ab.

Der Sparkassen Alb Marathon war auch in diesem Jahr das Finale im Europacup der Ultramarathons. Den Europacupsieg feierten Heide Abendschein (Bad Waldsee) und Thomas Miksch aus Kempten.

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