"Die Stadt ist friedlich - so bin ich auch"

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Jaren Lewis von den Merlins Crailsheim (am Ball) erzielt im Durchschnitt 14,4 Punkte pro Spiel und liefert damit einen Karrierebestwert. Gegen BG Goettingen gelangen ihm starke 18 Punkte.

Jaren Lewis von den Hakro Merlins Crailsheim spricht über seine erste Bundesligasaison, über die ersten Erfahrungen im Europe-Cup und über die aktuelle Corona-Situation.

Crailsheim

Ein brisantes Jahr für die Hakro Merlins aus Crailsheim neigt sich dem Ende zu, doch der Schlussspurt hat es nochmals in sich. Sechs Pflichtspiele wurden im Dezember schon absolviert, jetzt stehen noch drei weitere für die Hohenloher an. Merlins Forward Jaren Lewis, der seine erste Saison für die Zauberer absolviert, spricht darüber, wie es ihm in seinem ersten Jahr in Deutschlands höchster Spielklasse ergeht und erzählt auch, wie die Merlins mit ihrer ersten Saison im internationalen Geschäft und den coronabedingten Einschränkungen zurechtkommen.

Der US-Amerikaner fühlt sich in seiner neuen Heimat wohl: „Die Stadt ist ruhig und friedlich und so bin ich auch als Mensch, deshalb gefällt es mir gut hier.“ Dass er sich gut eingelebt hat, macht sich auch auf Court bemerkbar, so liefert er mit 14,4 Punkten pro Spiel einen Karrierebestwert und befindet sich damit unter den Top zehn der besten Bundesligascorer in der aktuellen Spielzeit. Lewis meint, dass es nicht einfach sei, sich an die neue Liga anzupassen und sieht den Hauptgrund für seine Leistungen bei seinen Mannschaftskameraden: „Meine Mannschaftskollegen sind großartig, sie haben mich gut integriert und machen es mir sehr leicht“

Der 1,98 Meter große Forward ist einer von zahlreichen Neuzugängen der Merlins, welche aber auch schwere Abgänge verkraften mussten. Point Guard Bell-Haynes verließ die Hohenloher im Sommer.

Erstmals international

Trotz der zahlreichen Veränderungen im Kader ist Crailsheim in allen Wettbewerben gut mit dabei. In der Bundesliga kämpfen sie um ein Platz für die Playoffs, im BBL-Pokal stehen sie im Halbfinale und auch international konnten sie Erfolge feiern. „In der Pre-Season hatten wir als Team die Chance, uns einzuspielen, aber auch unsere Coaches haben einen großen Anteil daran, dass wir eine gute Chemie aufbauen konnten. Deshalb können wir die Leistungen abrufen“, so Lewis. Dass die Team-Chemie stimmt ist dieses Jahr besonders wichtig, denn zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte konnten die Hakro Merlins die europäische Erfahrungen sammeln. Jaren Lewis zieht aus den bisherigen Spielen des Europe-Cups ein Fazit: „Es ist bisher definitiv eine coole Erfahrung und auch eine große Möglichkeit für uns alle. Wir sind sehr froh, dass wir im Europe-Cup antreten dürfen.“ Durch den Europe-Cup haben die Zauberer aber auch einen sehr vollen Spielplan, was wiederum eine hohe Belastung bedeutet.

Erhöhte Belastung

In dieser Phase legen die Merlins vor allem den Fokus auf die Regeneration erzählt Lewis. „Wir sind bei unseren Physiotherapeuten in guten Händen“, fügte er hinzu. Mit Blick auf die knappe Niederlage gegen Göttingen am vergangenen Samstag, sieht er die zusätzliche körperliche Belastung durch den vollen Spielplan allerdings nicht als entscheidenden Faktor. Der Forward meint, dass er mit der körperlichen Belastung gut zurecht komme. Was er aber als schwierig empfindet, ist die mentale Vorbereitung, die bei so vielen Spielen in kurzer Zeit anders aussieht: „Ja, die mentale Vorbereitung ist auf jeden Fall anders. Man hat weniger Zeit sich voll und ganz auf den Gegner einzustellen, dadurch hat man auch weniger Zeit bereit zu sein.“

Ein weiteres großes Thema in der aktuellen Saison sind natürlich auch die Coronaregeln. Durch neuen Corona-Beschlüsse vom 4. Dezember dürfen aktuell 750 Zuschauer zu den Spielen der Merlins kommen. „Das ist natürlich hart für uns, da uns die Fans wirklich viel Energie geben. Dennoch machen die Fans, die da sind, ordentlich Stimmung und so fällt es gar nicht wirklich auf, dass nur 750 Zuschauer da sind. Wir sind sehr froh, dass überhaupt Fans da sind.“, erzählt Lewis.

Das wird sich aber durch erneute Corona-Beschlüsse wieder ändern, denn aufgrund der Ausbreitung der Omikron-Variante müssen dann alle Teams ab den 28. Dezember erneut vor leeren Rängen spielen.

Es ist definitiv eine große Möglichkeit für uns.“

Jaren Lewis, Merlins Forward

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