Die Weltmeisterin fliegt schmerzfrei in die russische Kälte

+
03-06-2021 Oberhof -Schanzen im Kanzlersgrund Zu einem ersten Trainingslehrgang 2021 weilte die Skisprungnationalmannschaft Deutschlands der Frauen in Oberhof . Auf der HS100m-Schanze absolvierten die Skispringerinnen die ersten Trainingssprünge. Im Bild
  • schließen

Zum Saisonstart geht's nach Nischni Tagil: Anna Rupprecht vom SC Degenfeld will frühzeitig die Norm für die Olympischen Spiele erfüllen. Carina Vogt fehlt zunächst.

Nischni Tagil

Auf diesen Moment hat Anna Rupprecht lange gewartet: dass endlich die Wintersaison beginn. Nach durchwachsenen Leistungen beim Sommer-Grand-Prix darf die Mixed-Weltmeisterin des SC Degenfeld nun zeigen, dass sie auf der Eisspur besser zurecht kommt. Zum Auftakt sind die Skispringerinnen ins kalte Russland geflogen. In Nischni Tagil werden am Freitag und Samstag die ersten beiden Weltcupspringen ausgetragen.

Das Wichtigste vorab: Anna Rupprecht geht's gut. „Ich habe keine Schmerzen und fühle mich fit“, sagt die 24-Jährige trotz der anstrengenden Reise am Mittwoch an den mittleren Ural. Das war bei ihr in den vergangenen Jahren nicht immer selbstverständlich. Rupprecht wurde immer wieder von Rückschlägen zurückgeworfen. Das ist jetzt anders. Sie hat die komplette Vorbereitung ohne körperliche Probleme mitgemacht.

Richtig zufrieden ist die Gmünderin trotzdem nicht mit den zurückliegenden Monaten. 28., 25., 24., 29. - das waren die Platzierungen beim Sommer-Grand-Prix. Wer Rupprecht kennt, der weiß, dass das nicht ihr Anspruch ist. „Es waren immer wieder kleine Fehler, die sich eingeschlichen haben“, sagt sie selbstkritisch. Und: „Vor allem auf den großen Schanzen macht sich das sofort in Metern bemerkbar.“ Immerhin: Zuletzt bei den Lehrgängen war ein klarer Aufwärtstrend erkennbar.

Und: Anna Rupprecht ist glücklich, dass es zum Saisonstart auf eine kleine Schanze geht. „Die Anlage in Nischni Tagil liegt mir“, sagt die 24-Jährige, die sich daher auch nicht von den kalten Temperaturen aus der Ruhe bringen lässt. -10 Grad werden für die Qualifikation an diesem Donnerstag vorhergesagt. Bei den beiden Wettkämpfen am Freitag und Samstag sollen die Temperaturen zwar auf -2 Grad klettern, dafür sind Schneefälle vorhergesagt.

Ungeachtet der äußeren Bedingungen, für Anna Rupprecht geht es darum, dass sie während der Flugphase zulegt. „Ich muss konsequenter werden und den Sprung bis zum Schluss besser durchziehen.“ Das ist ihr in den jüngsten Trainingseinheiten immer besser gelungen, weshalb sie in Nischni Tagil optimistisch an den Start geht.

Zurückhaltende Zielsetzung

Bei ihrer eigenen Zielsetzung hält sie sich allerdings zurück. „Ich habe mir jetzt keine bestimmt Platzierung als Ziel gesetzt“, sagt sie. Stattdessen wolle sie ihr Potenzial abrufen. „Ich möchte dahin kommen, dass ich auf der Schanze das zeige, was ich kann. Ich möchte gute Sprünge sein, mit denen ich selbst hinterher zufrieden bin.“ Welche Platzierung dann dabei herauskomme, werde man sehen.

Auch Maximilian Mechler ist mit viel Optimismus nach Russland geflogen. „Wir sind sehr gut durch die Vorbereitung gekommen, hatten keine wetter- oder verletzungsbedingten Ausfälle. Mit dem Training, das wir absolviert haben, sind wir recht zufrieden - was das wert ist, wird sich bald zeigen“, sagt der neue Bundestrainer, der in Nischni Tagil seine Wettkampfpremiere feiert. „Wir freuen uns auf die anstehenden Wettkämpfe. Die kleine Schanze in Nischni ist ein guter Auftakt für uns.“

Noch nicht dabei ist die zweite Athletin des SC Degenfeld. Für Olympiasiegerin und Fünffach-Weltmeisterin Carina Vogt kommt der Wettkampf nach ihrer langen Verletzungspause zu früh.

DSV-Aufgebot:
Anna Rupprecht, Katharina Althaus, Selina Freitag, Luisa Görlich, Pauline Heßler, Juliane Seyfarth

Zeitplan Nischni Tagil: Donnerstag, 17.30 Uhr (MEZ): QualifikationFreitag, 15.30 Uhr (MEZ): Einzel, 1. Durchgang, danach Finale Samstag, 12 Uhr (MEZ): Einzel, 1. Durchgang, danach Finale

Ich möchte hinterher mit mir zufrieden sein.“

Anna Rupprecht, Weltmeisterin des SC Degenfeld
  • Terminkalender Weltcup: Saison 2021/2022
  • 26. November:
    Nischni Tagil (Hillsize 97m)
    27. November:
    Nischni Tagil (HS 97m)
    4. Dezember:
    Lillehammer (HS 98 m)
    5. Dezember:
    Lillehammer (HS 140m)
    10. Dezember:
    Klingenthal (HS 140m)
    11. Dezember:
    Klingenthal (HS 140m)
    17. Dezember:
    Ramsau (HS 98m / N)
    31. Dezember:
    Ljubno (HS 94m / N)
    1. Januar 2022:
    Ljubno (HS 94m / N)
    8. Januar:
    Sapporo (HS 137m / N)
    9. Januar:
    Sapporo (HS 137m)
    14. Januar:
    Zao (HS 102m / N)
    15. Januar:
    Zao (HS 102m / N)
    28. Januar:
    Willingen (HS 147m/ N, M)
    29. Januar:
    Willingen (HS 147m)
    30. Januar:
    Willingen (HS 147m)
    5. Februar:
    Peking (HS 106m / OWS)
    7. Februar:
    Peking (HS 106m / OWS, M)
    25. Februar:
    Hinzenbach (HS 90 / N, T)
    26. Februar:
    Hinzenbach (HS 90m)
    27. Februar:
    Hinzenbach (HS 90m)
    3. März:
    Lillehammer (HS 140m / N, Raw)
    4. März:
    Oslo (HS 140/ M, N, Raw)
    5. März:
    Oslo (HS 140m / N, Raw)
    6. März:
    Oslo (HS 140m / N, Raw)
    12. März:
    Oberhof (HS 100m)
    13. März:
    Oberhof (HS 100m)
    19. März:
    Nischni Tagil (HS 97 / N, RT)
    20. März:
    Nischni Tagil (HS 97 / N, RT)
    26. März:
    Tschaikowski (HS 140m/ N, RT)
    27. März:
    Tschaikowski (HS 140m, RT)

    Erklärung: N: Nacht, M: Mixed: T: Team, OWS: Olympische Winterspiele, Raw: Raw Air (extra Gesamtwertung), RT: Russland-Tour „Blue Bird“

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

WEITERE ARTIKEL

Kommentare