Dietterle: „Wollen die bessere Mannschaft sein“

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 Dorfmerkingens Trainer Helmut Dietterle freut sich auf das „Fußballfest“ am Samstag. Es steht das entscheidende Spiel um den Klassenerhalt in der Oberliga an.
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Die Sportfreunde Dorfmerkingen empfangen an diesem Samstag um 15.30 Uhr den Zweiten Stuttgarter Kickers. Es ist das entscheidende Spiel m den Klassenerhalt.

Neresheim-Dorfmerkingen. An diesem Samstag um 15.30 Uhr treffen die Sportfreunde Dorfmerkingen im entscheidenden Spiel um den Klassenerhalt auf den Tabellenzweiten Stuttgarter Kickers.

In der Oberliga steht an diesem Samstag ein Finale an, das es in dieser Art und Weise auch nicht alle Jahre gibt. Weder die Auf- noch die endgültige Abstiegsfrage ist geklärt. Um den Aufstieg duellieren sich der SGV Freiberg und die Stuttgarter Kickers. Beide Mannschaften haben 88 Punkte auf dem Konto, aufgrund des deutlich besseren Torverhältnisses rangiert Freiberg auf dem ersten Tabellenplatz. Im Abstiegskampf ringen drei Teams um einen garantierten Nichtabstiegsplatz. Die beste Ausgangslage haben aktuell die Sportfreunde Dorfmerkingen auf Rang 14 mit 46 Punkten. Den 15. Platz belegt aktuell Astoria Walldorf II (45 Punkte), 16. ist der Freiburger FC (44 Punkte). Die Ausgangslage ist schnell erklärt: Rang 14 ist gleichbedeutend mit einer weiteren Saison in der Oberliga. Der 15. muss hoffen, dass der Tabellenzweite der Oberliga über die Relegation in die Regionalliga aufsteigt. Dann bleibt auch dieses Team in der Oberliga. Wer am Ende Rang 16 belegt, steigt definitiv in die Verbandsliga ab. 

Dorfmerkingen befindet sich aktuell zwar in der „Pole Position“, hat mit den Stuttgarter Kickers aber definitiv den schwersten Gegner in diesem Endspiel vor der Brust. Astoria Walldorf II wird am Samstag zu Gast beim SV Oberachern sein. Der SV muss theoretisch auch noch etwas um den Klassenerhalt bangen – hat aber als 13. drei Punkte und zehn Tore Vorsprung auf Astoria Walldorf II. 

Im Interview blickt Dorfmerkingens Trainer Helmut Dietterle auf das anstehende große Finale gegen den Tabellenzweiten Stuttgarter Kickers.

Herr Dietterle, wie ist Ihre Gefühlslage wenige Tage vor diesem großen und entscheidenden Spiel gegen die Stuttgarter Kickers?

Helmut Dietterle: Meine Gefühlslage ist großartig. Ich freue mich sehr, dass wir dieses Fußballfest noch erreicht haben. Ein Saisonabschlussspiel mit dieser Dramatik, das reiht sich in die großartige Zeit und die vielen spektakulären Spiele, die ich mit den Dorfmerkingern hatte, nahtlos ein.

Phasenweise hatte Ihre Mannschaft in der Rückrunde elf Punkte Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Haben Sie immer daran geglaubt, dass die Mannschaft eine spektakuläre Aufholjagd hinlegt und den Klassenerhalt am letzten Spieltag selbst in der Hand hat?

Na ja, als ich zum Rückrundenstart sagte, dass wir 30 Punkte machen müssen, um die Klasse zu erhalten, habe ich schon in viele ungläubige Gesichter geblickt: Das war nach den mickrigen 16 Punkten aus der Vorrunde schwer vorstellbar. Dennoch habe ich schon viel erlebt im Fußball und hielt das durchaus für möglich. Die 30 Punkte haben wir erreicht, allerdings reichen sie noch nicht.

Welche Rolle werden die Fans am Samstag spielen?

Das kann wirklich entscheidend sein. Die Kickers werden wohl über 1000 Fans nach Dorfmerkingen mitbringen. Wie ich gehört habe, sind bereits heute 15 Busse angekündigt. Doch auch unsere Fans können sich sehen lassen. Ich habe da schon einiges Phantastisches erlebt - zuletzt erneut vergangenen Sonntag in Hüttlingen, als unsere zweite Mannschaft im Kampf um die Meisterschaft in der Kreisliga A großartig unterstützt wurde. Ich hoffe schon, dass man merkt, welche Mannschaft ein Heimspiel hat.

Vor fünf Jahren gab es das denkwürdige WFV-Pokalfinale gegen die Kickers. Man ging mit 3:1 als Sieger vom Platz. Wird diese Partie in der Vorbereitung diese Woche auch ein Thema in der Mannschaft sein?

Nein, nur dahingehend, dass man mit Teamgeist, Leidenschaft, Wille, Ehrgeiz viel erreichen kann. Die Kickers werden vielleicht die besseren Spieler haben, wir wollen die bessere Mannschaft sein.

Wie schätzen Sie die Stuttgarter Kickers ein? 

Die Stuttgarter Kickers sind die beste Rückrundenmannschaft. Sie haben die beste Auswärtsbilanz der Oberliga, haben den Regionalligisten SSV Ulm im WFV-Pokalendspiel besiegt, sind auf allen Positionen doppelt gut besetzt und professionell aufgestellt. Ich denke das reicht, um die Stärke der Kickers zu dokumentieren. Ich hoffe, dass sie auch Schwächen haben, allerdings werde ich das hier nicht ansprechen.

In der Rückrundentabelle belegt Ihre Mannschaft den fünften Tabellenplatz. Wie erklären Sie sich diesen Aufschwung im Vergleich zur Hinrunde?

Da gibt es einige klare Punkte, die der Verein nach der Saison analysieren muss. Der fünfte Tabellenplatz in der Rückrundentabelle ist wirklich sensationell, vor allem wenn man bedenkt, was wir noch verschenkt haben: Ich denke da vor allem an die Unentschieden beim TSV Ilshofen und in den Heimspielen gegen den SV Linx und FV Ravensburg. Zudem mussten wir auch in der Rückrunde ständig improvisieren. In Neckarsulm konnten wir zum ersten Mal überhaupt mit derselben Anfangsformation, wie im Spiel zuvor gegen den SV Oberachern antreten. Dies alles zeigt, dass die Mannschaft Potential hat. Das ist alles schon sehr erstaunlich. Der Klassenerhalt wäre von immenser Bedeutung, haben wir doch so ganz nebenbei auch einen großen Umbruch in der Mannschaft geschafft.

Wie sieht die personelle Lage derzeit aus?

Auch gegen die Kickers können wir leider nicht aus den Vollen schöpfen. Sichere Ausfälle sind die Langzeitverletzten Christian Scherer und Tim Schweizer. Auch bei den Pesic-Brüdern sieht es schlecht aus, zudem ist der Einsatz von Fabian Adler und Marc Gallego sehr fraglich. Alle vier konnten diese Woche noch nicht trainieren.

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