Ebnats Radvirtuosinnen bei der DM vorne mit dabei

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Ebnats 4er beieindruckte bei der DM. Während Anita Kotulek und Carina Stillhammer das Tor stehen, fahren Carolin Hald und Marina Röck rückwärts gleichzeitig durch diesen Zwischenraum.

Rad-Sport-Verein Ebnat holt auf und erzielt erstklassige Plätze bei der Deutschen Meisterschaft in Moers.

Aalen-Ebnat.

Bei der Deutschen Hallenradsportmeisterschaft der Elite in Moers am Niederrhein gelang den Sportlerinnen aus Ebnat eine tolle Präsentation. Sowohl die 4er Mannschaft mit Marina Röck, Carina Stillhammer, Anita Kotulek und Carolin Hald, als auch Theresa Klopfer im 1er Frauen konnten ihre Schwierigkeiten sehr gut umsetzen und sich in der Platzierung mit ihren eingereichten Küren weiter nach vorne schieben.

Die Deutsche der Elite wird immer Freitags und Samstags ausgetragen, das bedeutet, dass schon am Donnerstag die Anreise angesagt ist. Dies gelang dem Damenteam aufgrund ihrer beruflichen Verpflichtungen nicht, weshalb am Donnerstagabend das Abschlusstraining in der Jurahalle in Ebnat stattfand. In der gewohnten Umgebung konnte weitere Sicherheit im Programm eingebaut werden und am frühen Freitagmorgen ging das Unternehmen "DM nach Corona" an den Start. Nach sechs Stunden Fahrt war ein schnelles Eingewöhnen in die Atmosphäre erforderlich. In der perfekt vorbereiteten und bestens geeigneten Halle des Enni-Sportparks wurde mit kurzen Einfahrphasen begonnen – anwärmen an den Boden, passt der Luftdruck, reagieren die Sportgeräte auf die antrainierten Körperbewegungen richtig und auch das mentale Einstimmen begann, vor allem sind die Anspannung und Konzentration in die richtige Waage zu bringen.

Die Wettkampfzeit von fünf Minuten begann und die ersten Übungen liefen, die Sportlerinnen gingen konzentriert von Übung zu Übung und auch in den Übergängen waren sie perfekt unterwegs. Im letzten Viertel kam es bei der Wechselschleifentorfahrt gleichzeitig aufgrund minimal falscher Abstimmung zur Berührung. Bei dieser Übung bilden zwei Sportlerinnen durch eine Griffverbindung ein Tor. Durch diesen durch die Armlänge begrenzten Zwischenraum fahren die beiden anderen Sportlerinnen rückwärts, wobei sie sich gleichzeitig mit maximal 25 cm Differenz in der Wegstrecke im Tor befinden müssen. Die Berührung der Körper und Räder hatte eine Bodenberührung zur Folge und bei der Vorbereitung der nächsten Übung machte sich fehlendes Training und Routine bemerkbar, weil viele wertvolle Sekunden verstrichen, bis die Positionen wieder stimmten. Stark, wie sie danach ihre Übungen wieder abspulten. Zwar mussten sie jetzt etwas mehr kämpfen, um die Nervosität niedrig und im Zaum zu halten, aber sie kamen durch, bis vor der letzten Übung die Zeit abgelaufen war.

Auch die anderen Mannschaften hatten mitunter einige Untersicherheiten hinzunehmen, bis auf die Teams, welche in der Corona-Zeit trainieren konnten – der Unterschied war offensichtlich. Vorgefahren auf den 9. Platz war ein sehr erfreuliches Ergebnis für das Quartett.

Am Samstag war Theresa Klopfer in der Pflicht. In ihren Küren der Qualifikation hatte sie immer einige Abwertungen zu verkraften, die schmerzten. Ihre Quali zur DM war ein steiniger Weg. Sie ging die Vorbereitung in Moers in ihrer minutiös geplanten Genauigkeit an. Den Körper aufwärmen, die Beweglichkeit langsam in die trainierte Extreme bringen und dabei den Kopf mit den Bewegungsabläufen immer und immer wieder beschäftigen. Wenn sie zum Wettkampf auf die Fläche geht sind es immer 18 Sekunden in denen sie im Bodenstand die Bewegung des Rades und der ersten Übung vorbereitet, und diese Zeit wird nicht gestoppt. Dies verdeutlicht vielmehr die Präzision des Gefühls für Körper und Geist.

Die überwiegende Zahl der Sportlerinnen hat die Übungen, die es in sich haben, an den Beginn des Programms gesetzt. So beginnt auch Theresa mit dem Stützgrätsche- und Lenkerhandstand in der Wechselrunde. Sie stützt sich auf dem Lenker ab und streckt die Beine waagrecht gespreizt, um dann mit purer Kraft und ohne jede Möglichkeit eines helfenden Abstoßens den Oberkörper und das Becken im Schultergelenk zu drehen und senkrecht nach oben zu bringen und gleichzeitig die bis in die Zehenspitzen perfekt gestreckten Beine nach oben zu drücken und dann wunderschön genau zu schließen und in dieser Körperposition in die halbe Wechselrunde mit vorgeschriebenen Halbkreisen und Gewichtsverlagerung zu gehen. Ein Einstand nach Maß bei Theresa. Manche Konkurrentin musste diese Übung abbrechen, weil eine Kleinigkeit nicht passte und die Sturzgefahr zu groß geworden war, oder musste nochmals neu aufbauen und die Übung neu versuchen.

Ihre Kür ging gerade so weiter, Schwierigkeit an Schwierigkeit gereiht: Der Sattellenkerhandstand, Drehungen in verschiedenen Positionen, aber immer Pirouetten genau auf der Fläche von maximal 50 cm Durchmesser präsentiert, die Übergänge, in denen der Körper scheinbar schwerelos mit dem Kunstrad spielt und verwachsen scheint. Mit einer grandiosen Leistung überzeugte Theresa das Kampfgericht und fuhr gleich um mehrere Platzierungen nach vorne auf den herausragenden 6. Platz – und das in ihrem ersten Jahr in der Elite. In der Konkurrenz die amtierende Weltmeisterin.

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