Ein Aalener bei der Schwimm-EM

  • Weitere
    schließen
+
Prof. Dr. Michael Oberst aus Aalen betreut die Nationalmannschaft bei der Schwimm-EM in Budapest.

Prof. Dr. Michael Oberst betreut die Nationalmannschaft in Budapest.

Aalen. Weil der Deutsche Schwimmverband (DSV) bei den derzeit stattfindenden Europameisterschaften in der Duna-Arena in Budapest außer den Brustschwimmern Marco Koch und Lucas Matzerath keine Mitglieder der Olympia-Mannschaft für Tokio (23. Juli bis 8. August) nominiert hat, kann der Gmünder Henning Mühlleitner seinen Gewinn der Bronzemedaille bei den letzten kontinentalen Meisterschaften 2018 in Glasgow nicht wiederholen.

Dennoch ist die Ostalb bei den Titelkämpfen auf der in Schwimmerkreisen legendären Margareten-Insel in der ungarischen Hauptstadt prominent vertreten: Prof. Dr. Michael Oberst (55), Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie am Ostalb-Klinikum Aalen. Zusammen mit Prof. Dr. Alexander Beck aus Würzburg, dem leitenden Mannschaftsarzt beim DSV für das Freiwasserschwimmen, ist Oberst nicht nur zuständig für die sportmedizinische Betreuung, sondern insbesondere für die Umsetzung des umfangreichen Hygienekonzepts des DSV, der LEN, dem Dachverband der 51 europäischen Schwimmverbände und des Gastgeberlands Ungarn. Dass Michael Oberst vom DSV kurzfristig für die Europameisterschaften in Budapest engagiert wurde, hat viel mit dem Schwimmverein Gmünd zu tun. Die DSV-Bundestrainer Bernd Berkhahn und Hannes Vitense, der Heimcoach von Henning Mühlleitner, fragten kürzlich bei Dr. Ralph Dalferth an, ob er in Budapest nicht die Rolle des Mannschaftsarztes und „Coronawächters“ übernehmen wolle, nachdem das vom Gmünder Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie ausgearbeitetes Hygienekonzept für die deutsche Trampolinnationalmannschaft bei den Europameisterschaften kürzlich in Sotschi/Russland voll griff und es keinen einzigen Infektionsfall gab. „Ich habe ja noch meine Praxis in Gmünd und kann meine Patienten nicht schon wieder eine Woche lang allein lassen“, sagte Dalferth dem DSV ab, „obwohl es mich natürlich sehr gereizt hätte, den Schwimmern zu helfen.“ Kein Wunder: Ralph Dalferth ist der Vater der Gmünder Ausnahmeschwimmer Patrick und Philipp Dalferth und kennt deshalb viele deutsche Schwimmerinnen und Schwimmer persönlich.

Aber der Gmünder Sportmediziner konnte dem DSV helfen. Er empfahl den DSV-Bundestrainern, doch bei Prof. Michael Oberst in Aalen anzufragen und gleichzeitig sensibilisierte er seinen befreundeten Kollegen für die reizvolle Aufgabe in Budapest. Der Aalener Chefarzt hat zwar keine eigene Schwimmervergangenheit, ist aber ein sehr vielseitiger Sportler. „Ich freue mich auf die Arbeit mit jungen leistungsorientierten Menschen in Budapest“, signalisierte Oberst nach Rücksprache mit der Leitung des Ostalbklinikums seine Zustimmung.

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL