Ein Bundesliga-Duo steht im Finale von Straßdorf

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Da ist das Ding: Sieger Martin Kramer (Mitte), der Zweitplatzierte Franz Rötzsch (links) und Turnierausrichter Manuel Grüninger

DasGrüningers Diamond Masters bietet hochklassigen Dartsport - Lokalmatadoren scheiden früh aus.

Straßdorf. Manuel Grüninger hatte ein Dartfest versprochen – und er sollte sein Versprechen halten. 16 Teilnehmer boten dem Publikum in der Gastronomie Phönix in Straßdorf beim Diamond Masters hochklassigen Dartsport.

Zwei Lokalmatadore allerdings mussten die Segel früh streichen, dafür warfen sich zwei Bundesliga-Profis des Karlsruher SC ans Final-Board. Im vereinsinternen Duell setzte sich letztlich Martin Kramer gegen Franz Rötzsch mit 10:8 durch und stemmte den großen Siegerpokal in die Höhe.

Das erste Spiel des Tages musste der Alfdorfer Florian Steeb bestreiten – ein undankbarer Auftrag, wie er hinterher feststellen musste. Mit 1:6 unterlag er Sead Nicevic aus Stuttgart, seines Zeichens Deutscher Meister von 2019. Auch Nicevic war mit seinem Spiel noch nicht einverstanden, aber froh, weitergekommen zu sein. Die Niederlage für Steeb zeichnete sich bereits im ersten Leg ab, als er ein High Finish verpasste und gleich dreimal die Tops verpasste. Nicevic bedankte sich mit dem Leg-Gewinn und begann seinen Siegeszug.

Die weiteste Anreise hatte Benjamin Freudenreich, der während Corona aus Trier nach Straßdorf kam und prompt ein Turnier gewann. Damit hatte er sich für die Diamond Masters qualifiziert, kam dann schließlich hauchdünn, mit 6:5 über Marlon Damrau, in die nächste Runde, das Entscheidungsleg, der sogenannte Decider, musste herhalten.

Martin Kramer ist kein Unbekannter in der Dartszene, nahm schon an der Weltmeisterschaft in Las Vegas teil, wusste aber auch um das starke Teilnehmerfeld in Straßdorf. So zitterte sich der Mann vom Bodensee in die nächste Runde gegen Murat Kapar. 3:5 lag er bereits zurück, zog dann aber doch noch an Kapar zum 6:5 vorbei. Sein späterer Finalgegner Frank Rötzsch machte es weniger spannend, er gewann gegen Serkan Köklü klar mit 6:0. Der zweite Lokalmatador, Thomas Drochner aus Mögglingen, war per Wildcard nachgerückt. Er musste gegen Willi Zimmermann aus Senden antreten, verkaufte sich gut, traf aber in den entscheidenden Momenten nicht ins Ziel. Das 6:1 für Zimmermann hört sich deutlicher an, als es war.

Das erste Viertelfinale war dann eines zweier Dart-Veteranen. Kramer traf auf Mario Schulze. Bis zum 5:3 war Schulze auf der Siegerstraße, doch dann schraubte Kramer seinen Average auf 115 hoch, spielte unter anderem ein 124er High Finish und drehte dieses Spiel – erneut. Rötzsch hingegen machte wieder kurzen Prozess, diesmal gegen Lukasz Karcz. 7:2 stand es am Ende.

Deutlich schwerer tat er sich im Halbfinale gegen Zimmermann. Letzterer hielt bis zum 4:4 gegen den Favoriten mit einem famosen Spiel mit (unter anderem vier 180er), ließ sich dann aber breaken. Und ein erfahrener Rötzsch ließ sich diesen Vorteil nicht mehr nehmen, setzte sich schließlich mit 8:5 durch. Beim 6:4 jubelte Rötzsch erstmals lautstark, mit so viel Gegenwehr hatte er vermutlich nicht gerechnet. Das 164er High Finish zum 5:6 von Zimmermann schien Rötzsch vermutlich noch mehr zu motivieren, die letzten beiden Legs entschied er für sich. Zimmermann aber trug einen gehörigen Teil dazu bei, dass dieses Duell zu einem Dart-Leckerbissen wurde.

Im anderen Halbfinale forderte Nicevic Kramer heraus und wieder dachte man anfangs, dass die Überraschung stattfinden würde. Nicevic zog auf 4:2 davon, spielte einen Zwölf-Darter – doch wie auch Rötzsch schien dies den Bundesliga-Spieler aufzuwecken. Kramer gewann die folgenden fünf Legs nacheinander und brachte das Spiel auf seine Seite.

Im Finale dann kam es, wie es vermutlich kommen musste. Kramer musste gegen seinen ehemaligen Schützling antreten. Beide spielten vom ersten Leg an Darts. Nach einer 180 von Rötzsch folgte Kramer mit einer 177 – und auf dem Niveau ging es bis zum 4:4 weiter. Dann aber verschaffte sich Kramer einen Vorteil, checkte jeden Pfeil weg und zog auf 8:5 davon. Die Vorentscheidung schien gefallen, doch Rötzsch wollte davon nichts wissen. Im 16. Leg dann schmiss Kramer noch einmal die 180, doch Rötzsch siegte – 8:8.

Letztlich siegte die Erfahrung, die letzten beiden Legs holte sich Kramer, der sich danach auf den Bühnenboden legte und sein Glück kaum fassen konnte.

Sieger Martin Kramer.

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