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Ein klares Ja zur Neuauflage des Mountainbike-Weltcups in Aalen

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Alexander Haag
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Alexander Haag über den ersten Sprint-Weltcup in der Aalener Innenstadt und dessen Zukunft.

Gaia ... wer? Gaia Tormena - die Gewinnerin des Sprint-Weltcups in Aalen und amtierende Weltmeisterin - ist trotz ihrer außerordentlichen Erfolge nur in der Radsportszene eine Hausnummer. Für die 20-Jährige aus Italien und ihre Konkurrenten mussten die Bürger hier auf ihren samstäglichen Wochenmarkt verzichten. Einzelne Gastronomen signalisierten zudem, dass sie wenig Verständnis haben für ein solches Radrennen rund um ihre Lokale. Lohnt es sich unter diesen Umständen, die Innenstadt für zwei Tage in einen Ausnahmezustand zu versetzen? Ja, es lohnt sich!

Der erste Mountainbike-UCI-Eliminator-Weltcup mit seinem „Kids Days“ hat eine spektakuläre Show und viel Dramatik geboten. Er war sportlich auf Weltklasseniveau. Und er hat vor allem tausende Menschen begeistert. Die Zuschauer strömten in die Stadt, die Stimmung an der Strecke war grandios. Selbst die Kneipen der Skeptiker waren noch lange nach dem Rennen voll besetzt. Aalen hat ein Sportfest gefeiert, das es in den vergangenen Jahren so nicht gegeben hat. Und: Aalen hat gezeigt, dass es zusammenhält. Regionale Firmen, zahlreiche Vereine mit all ihren Ehrenamtlichen und sämtliche Rettungsorganisationen - sie alle haben mitgeholfen, dass die 68000-Einwohnerstadt in der Mountainbikeszene jetzt auf Augenhöhe mit den großen Metropolen wie Paris, Barcelona oder Abu Dhabi ist.

Oberbürgermeister Frederick Brütting will Aalen zu einer Fahrrad-Stadt machen. Der Weltcup war auf diesem Weg ein weiterer großer Schritt. Und er war noch mehr: Der Weltcup war Werbung für eine ganze Stadt. Dass die Macher bereits Ideen haben, wie die Veranstaltung künftig ausgebaut werden kann, ist richtig und wichtig.

Organisator Steffen Thum hat Lust, das „hier noch einmal zu machen“. Diese Chance muss die Stadt nutzen. Und im Jahr 2023 weiß dann auch jeder Aalener, wer Gaia Tormena ist.

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