Ein Sieg, der sich wie eine Niederlage anfühlt

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Foto: Jan-Philipp Strobel

Kasim Gashi hat in der Heubacher Sporthalle den spannenden und intensiven Boxkampf gegen Michael Obin hauchdünn mit 77:75, 77:75 und 76:76 gewonnen. Dennoch fühlt er sich nicht wie der Sieger. Gegner Obin ist „sprachlos“.

Heubach

Es war der Höhepunkt eines langen Box-Abends in Heubach beim „Rumble under the Rock“. Nach zwei Jahren Pause stieg Interims-Weltmeister Kasim Gashi in seiner Heimatstadt wieder in den Ring. Der Kampf gegen Michael Obin in der Mittelgewichtsklasse sollte dabei über die volle Distanz von acht Runden gehen. Mit 77:75, 77:75 und 76:76 setzte er sich dabei hauchdünn gegen Obin durch.

Doch der Reihe nach: Es war bereits 23.16 Uhr als Lokalmatador Kasim Gashi die Halle betrat und Richtung Ring marschierte. Die Stimmung kochte über und für den Heubacher gab es stehende Ovationen. Zehn Wochen Vorbereitung auf diesen Kampf hatten ihr Ende gefunden – nun galt es gegen Michael Obin, der in Stockholm lebt, zu bestehen. Bis zur vierten Runde sah es auch so aus, als ob Gashi als relativ sicherer Sieger hervorgehen wird. Doch je länger dieses Duell ging, desto stärker wurde Obin. Das Ende war nun völlig offen. Beide schenkten sich nichts und die Fans bekamen viel geboten. Speziell in der siebten Runde geriet Gashi ziemlich ins Wanken – Obin setzte einige Wirkungstreffer. In der alles und entscheidenden Runde Acht peitschten die Fans Gashi nochmals nach vorne. Dazu gab es Anfeuerungsrufe wie „Kasim, Kasim.“ Nachdem Obin zu Beginn der letzten Runde nochmals einige Treffer setzte, war es schließlich Gashi der beflügelt von den Fans in der letzten Minute nochmals seine gesamten Kräfte mobilisierte. Nach dem letzten Gong herrschte große Spannung.

Zwei unzufriedene Boxer

Nun mussten die Ringrichter über Sieg und Niederlage entscheiden. Michael Obin war sich ziemlich siegessicher und riss schon mal die Arme nach oben. Oder sollte doch Gashi seinen 15. Profi-Kampf gewinnen? Die Antwort lautete: ja. Ganz knapp gewann Gashi schließlich. Doch wie der große Sieger fühlte er sich allerdings nicht: „Meine Leistung hat heute nicht gereicht – und ich bin nicht der Gewinner.“ Das bekräftigte er auch einen Tag später nochmals in einem Statement auf Facebook. Michael Obin konnte das Urteil hinterher nicht verstehen: „Ich bin sprachlos. Langsam verliere ich das Interesse hier in Deutschland zu kämpfen. Ich denke nicht, dass das Urteil fair war. Meiner Meinung nach habe ich den Kampf gewonnen. Aber ich erkenne den Sieg für Kasim Gashi an.“

„Stimmung war klasse“

Ähnlich sah das Ganze auch Ringsprecher Daniel R. Schmidt: „Das Urteil hätte durchaus auch anders ausgehen können. Der Knackpunkt war Runde fünf. Ab diesem Zeitpunkt musste Kasim Gashi einiges einstecken. Zu Beginn ging es noch in seine Richtung. Doch ab Runde fünf kippte es und es wurde zur Zitterpartie. Es war ein super spannender Kampf.“ Begeistert war Schmidt von den Fans in der Halle. „Die Stimmung hier in Heubach war klasse, mit einem fantastischen Publikum. Es hat riesig viel Spaß gemacht, Boxen hier in der Region zu moderieren.“

Sieg beim Debüt

Zuvor standen noch fünf Vorkämpfe an. In seinem ersten Profi-Kampf setzte sich Uros Cutic, der aus der Gmünder Region kommt, gegen den Bosnier Adil Rusidi durch. Der Kampf ging über vier Runden - und letztlich siegte Cutic nach Punkten.

Die Kämpfe (Sieger fett markiert)

Kasim Gashi – Michael Obin

Uros Cutic – Adil Rusidi

Kilian Weck – Slavisa Miodrag

Elbasan Hajzeraj – Istvan Kiss

Ilyas Can Kali – Seid Hodzic

Ahmad Ali – Edis Dzambas

Stefani Koykov (ohne Gegner)

Meine Leistung hat heute nicht gereicht.“

Kasim Gashi, Boxer aus Heubach
Foto: Jan-Philipp Strobel
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IIn der Heubacher Sporthalle herrschte während den Kämpfen eine großartige Stimmung.
Der Kampf zwischen Kasim Gashi und Michael Obin ging über die volle Distanz von acht Runden. Am Ende entschieden die Ringrichter über Sieg und Niederlage.
Karim Gashi sammelt sich für die nächste Runde.
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