Ein Sieg des puren Willens

+
Zimmermann Eric, TSB Gmünd, Handball

Der TSB Gmünd entscheidet den Handball-Krimi beim TV Bittenfeld II mit 36:34 (16:16) für sich und verbringt die Weihnachtspause auf einem herausragenden fünften Tabellenplatz.

Schwäbisch Gmünd.

Es war nicht nur die torreichste, sondern auch die nervenaufreibendste Partie der bisherigen TSB-Saison. „Es war auf jeden Fall ein Spiel mit voller Spannung über 60 Minuten und natürlich hat sich im Laufe des Spiels auch eine gewisse Härte entwickelt“, verweist Trainer Dragos Oprea auf die insgesamt zwölf Zeitstrafen, die auf beiden Seiten verteilt wurden. Das Schiedsrichtergespann hatte alle Hände voll zu tun. Ebenso die rund 250 Zuschauer in der Bittenfelder Gemeindehalle, die mit dem Tore zählen fast nicht hinterher kamen.

„Wir wussten, dass uns ein heißes Ding erwartet und es wurde ein hitziges Kopf-an-Kopf-Rennen“, so Oprea. „Das war nicht einfach für mich als Trainer und für uns als Mannschaft, vor allem wenn im Angriffsspiel eine so wichtige Säule ausfällt.“ Gemeint ist Linkshänder Sven Petersen (Magen-Darm-Grippe), dessen kurzfristiges Fehlen im rechten Rückraum durch Tom Abt und Marian Rascher kompensiert wurde.

Fest entschlossen

Doch die Jets erwischten einen denkbar schlechten Start. Nachgerade einmal 49 Sekunden stand es 0:2 (1.) aus Gmünder Sicht. Doch im Unterschied zur 25:32-Niederlage bei der SG Köndringen/Teningen eine Woche zuvor ließ sich der TSB Gmünd nicht abschütteln, nahm stattdessen den Kampf entschlossen an. Auf das 2:4 (3.) hatten die beiden Außenspieler Eric Zimmermann und Patrick Watzl mit ihren Toren die passende Antwort parat. Dennoch verpassten es die Gmünder, die Spielkontrolle an sich zu reißen und drohten beim 4:7 (11.) frühzeitig den Anschluss zu verlieren.

Nach dem 5:8 (13.) kam der TSB zwar umgehend zurück. Tom Abt stellte beim 8:8 (15.) den Gleichstand her, doch Bittenfeld blieb am Drücker und legte stets eine knappe Führung vor. „Wir sind mit ein paar technischen Fehlern zu viel gestartet, die dann sofort bestraft wurden“, meint Oprea: „Das schnelle Umschaltspiel ist die große Stärke der jungen Bittenfelder. Dementsprechend haben wir uns vorgenommen, mit den gleichen Mitteln dagegenzuhalten. Dann ging es eben hin und her.“

TSB-Rechtsaußen Wolfgang Bächle, zurückgekehr tnach mehrwöchiger Verletzungspause, trug sich mit dem 12:12 (24.) erstmals in die Torschützenliste ein. Als die Gmünder dann wieder kurz schwächelten, nutzte der TVB II dies erneut aus und zog auf 15:12 (27.) davon. „Im Mittelblock haben wir verschiedene Systeme ausprobiert, aber nicht unbedingt die Stabilität gefunden, die wir uns erhofft hatten“, ärgerte sich Oprea. Doch abermals kämpften sich seine Mannen nach dem Drei-Tore-Rückstand innerhalb von nur zwei Minuten zurück. Der starke Bittenfelder Halbrechte Jan Luca Mauch warf die Hausherren nochmals in Front, doch mit der Pausensirene stellte Zimmermann auf 16:16 (30.).

Zimmermann mit Glanztag

Der Gmünder Linksaußen hatte einen Glanztag erwischt und warf sein Team direkt nach Wiederanpfiff mit einem Doppelpack zum ersten Mal in Führung. Nun bot sich das umgekehrte Bild: Der TSB legte stets ein Tor vor, konnte sich aber nicht weiter absetzen. Rückraum-Shooter Nicola Rascher traf zum 19:17 (33.), Bittenfeld drehte auf 20:21 (38.). Dann waren es die Rascher-Brüder, die den TSB zurück in die Spur brachten. Nicola traf zum Ausgleich, Marian stellte beim 23:22 (40.) die Führung wieder her. Doch nur kurz darauf verloren die Jets ihren besten Torschützen in dieser Saison. TVB-Akteur Maurice Widmaier wurde nach dem harten Foul mit glatt Rot vom Feld gestellt, Nicola Rascher konnte mit einer Blockade im Rücken ebenfalls nicht mehr zurückkehren.

Zu einem umso wichtigeren Faktor wurde Kapitän Aaron Fröhlich, der bei seinem Comeback prompt sechs Treffer erzielte. Was dem TSB insbesondere während einer doppelten Unterzahl nutzte. Angeführt von Fröhlich und Marian Rascher, die sich die Rolle als Regisseur im Rückraum teilten, bewies der TSB Nervenstärke und hielt die knappe Führung aufrecht. Spannend blieb es bis in die Schlussminute. Am Ende feierte der TSB einen furiosen 36:34-Erfolg.

TSB das auswärtsstärkste Team

„Das war ein Sieg des Willens“, befand Oprea: „Es war Biss da, die Absprachen haben in der zweiten Halbzeit immer besserfunktioniert.“ Gleichzeitig war es ein Finale wie gemalt für die hervorragende erste Saisonhälfte des TSB, die im Vorfeld so keiner erwartet hätte. Mit fünf Siegen in sieben Auftritten vor fremder Kulisse stellen die Gmünder außerdem das stärkste Auswärtsteam der Liga. „Wir leben nicht von Einzelspielern, sondern vom Team“, so erklärt der Trainer das Erfolgsrezept: „Wenn jeder Einzelne aus sich dass Potenzial herausholt und die nötige Härte auf das Spielfeld bringt, dann greift ein Rädchen ins andere.“

Der TSB Gmünd (15:9 Punkte) geht auf Rang fünf in die Winterpause und liegt damit weiter in Schlagdistanz zu Spitzenreiter TSVWeinsberg (19:5). Am 15. Januar geht die Saison weiter.

TSB: D. Mühleisen, S. Fabian – Zimmermann (10), Fröhlich (6), N. Rascher (6), Abt (5), M. Rascher (4/1), Bächle (3), Watzl (1), St. Mühleisen (1), Schwenk, Waibel, Kiesel, Pleißner, Pick.

Rote Karte: Maurice Widmaier (TVB/43.)

Wir wussten, dass uns ein heißes Ding erwartet.“

Dragos Oprea, Cheftrainer des TSB Gmünd
Die Oberliga-Handballer des TSB Gmünd feiern den Sieg.

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare