Einbruch nach der Halbzeitpause

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Wütend und nicht zu halten: VfR-Trainer Uwe Wolf beschwerte sich lautstark über den nicht gegebenen Treffer und sah dafür die gelbe Karte.
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Die Ostälbler kommen nach 45 dominanten Minuten schläfrig aus der Kabine. Der FK 03 Pirmasens beschert den Schwarz-Weißen beim 1:0 (0:0) die zweite Auswärtsniederlage. Viel Ärger um nicht gegebenes Tor.

Pirmasens. Uwe Wolf verschwand nach dem Schlusspfiff wortlos in den Katakomben. Der Trainer des Regionalligisten VfR Aalen war bedient nach der unnötigen 0:1 (0:0)-Niederlage beim keineswegs besseren FK 03 Pirmasens. Frustriert war auch Steffen Kienle. „Wir waren in der ersten Halbzeit die klar bessere Mannschaft und verschlafen dann die Anfangsphase nach der Pause“, sagte der Torjäger. „Wir haben aber unsere Chancen nicht gemacht, und dann verliert man in dieser Liga. Auch gegen den FK Pirmasens, der fußballerisch gewiss nicht die beste Mannschaft ist.“

Es war von Anfang an viel Hektik drin in der Partie. Das Spiel im Stadion auf der Husterhöhe lief gerade einmal zwei Minuten, als es zu heftigen Protesten der Aalener kam. Nach einem Eckball von Alessandro Abruscia hämmerte Sascha Korb den Ball aus 16 Metern ins Pirmasenser Tor. Das frühe 1:0? Nein, weil Schiedsrichter Philipp Hofheinz ein Foulspiel von Benjamin Kindsvater erkannt hatte. Nicht zu halten war danach Uwe Wolf. Der VfR-Trainer beschwerte sich erst lautstark beim Unparteiischen und sah dafür gelb. Als Wolf dann von einem eigenen Fan aufgefordert wurde, sich zurückzuhalten, geigte er auch diesem seine Meinung.

Was auf dem schwer bespielbaren Rasen folgte, war alles andere als ein Fußball-Leckerbissen. Wenig spielerische Glanzlichter, dafür viel Gebolze und kaum Torszenen. Vor allem die Zuspiele und Standards von Abruscia kamen viel zu selten an. Aber: Der VfR Aalen war gegen einen destruktiven Gegner die klar tonangebende Mannschaft, Zählbares gab es in den ersten 45 Minuten trotzdem nicht. Auch, weil die wenigen guten Gelegenheiten nicht genutzt wurden. Als FK-Profi Sascha Hammann im Duell gegen Steffen Kienle wegrutschte, hatte dieser aus 16 Metern freie Schussbahn. Der Torjäger zielte aber direkt auf Keeper Benjamin Reitz (20.). Mark Müller (21.) und erneut Kienle (23.) versuchten es ebenso von der Strafraumgrenze - ohne Erfolg. Und der bis dahin ungeschlagene FK Pirmasens? Der war harmlos. Lediglich eine Direktabnahme von Philipp Herrmann sorgte für Gefahr, Daniel Elfadli blockte den Schuss (34.). VfR-Keeper Matthias Layer, der an gleicher Stelle vor knapp drei Monaten sein Regionalliga-Debüt feierte, blieb bis dahin beschäftigungslos.

Umso unerklärlicher, wie sich der VfR Aalen direkt nach der Halbzeitpause präsentierte. Pirmasens drehte von Beginn an voll auf, den schläfrigen Aalenern blieb nur das Nachsehen. Die Gefahr ging dabei stets von der rechten Seite aus. Zunächst verfehlte eine Direktabnahme von Arman Ardestani das Tor nur knapp (48.), dann hämmerte Luka Dimitrijovic den Ball aus 15 Metern drüber (52.). Wolf reagierte sofort, nahm Linksverteidiger Eduard Heckmann vom Platz, brachte dafür Kristjan Arh Cesen und wechselte zur Dreierkette. Nachdem Cesen in höchster Not zur Ecke rettete (55.), brachte diese den Pirmasenser Führungstreffer. David Becker kam völlig frei zum Kopfball - 1:0 (56.). Wie schon gegen Schott Mainz kassierte Aalen ein Tor nach einem Eckball. „Das darf einfach nicht passieren“, ärgerte sich Steffen Kienle. Und der VfR war sichtlich geschockt. Allerdings gaben sich die Ostälbler keineswegs geschlagen. Im Gegenteil. Sie kämpften. Und rannten. Klare Torchancen gab’s zunächst aber nicht. Stattdessen hätten die Gastgeber vorzeitig alles klar machen können - nein, müssen. Nach toller Vorarbeit von Dennis Krob über rechts musste Neofytos Konstantinos den Ball aus fünf Metern nur noch über die Linie schieben - Keeper Matthias Layer verhinderte aber mit einer Großtat das 0:2 (81.). Erst jetzt kamen die Aalener zu Chancen. Nach toller Vorarbeit von Cesen hatte Abruscia aus 14 Metern den Ausgleich auf dem Fuß, Yannick Grieß brachte aber noch den Fuß dazwischen (84.). Als die Pirmasenser vehement den Schlusspfiff forderten, zog Daniel Elfadli aus 16 Metern volley ab, doch auch dieser Versuch strich wenige Zentimeter am Tor vorbei (90.+4). Danach war Schluss.

Sechs Punkte aus drei Spielen hatte Uwe Wolf vor der Partie selbstsicher gefordert. Jetzt sind‘s nur drei von neun möglichen. Und bereits die zweite Auswärtsniederlage im zweiten Auswärtsspiel.

Gut gekämpft, aber nicht belohnt: Der VfR Aalen mit Sascha Korb (Mitte) hat das Auswärtsspiel am Dienstagabend beim FK 03 Pirmasens knapp mit 0:1 (0:0) verloren. Nach einer dominanten ersten Hälfte kamen die Ostälbler viel zu schläfrig aus der Pause.

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