Eine Ikone des Schachsports ist gestorben

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Martin Miller

Martin Miller stirbt im Alter von 94 Jahren. Der leidenschaftliche Spieler war auch als Organisator überaus fähig.

Schwäbisch Gmünd. Mit den Klubs aus Waldstetten und Gmünd trauern Schachfreunde aus nah und fern um einen Großen des Schachsports: Martin Miller starb am 27. Dezember im Alter von 94 Jahren. Bis kurz vor der Corona-Pandemie übte er, trotz seines hohen Alters, noch erfolgreich in Mannschaftskämpfen seine Passion für den Schachsport aus.

Der aus Ulm stammende Martin Miller war seit seiner frühen Jugend ein leidenschaftlicher Schachspieler, zeigte aber auch bald seine Fähigkeit als Organisator. Als er anfangs der 70er-Jahre nach Schwäbisch Gmünd kam, sah er sich im damaligen Schachverein Gmünd nicht genügend aufgenommen und gründete kurzerhand mit dem Schachverein Mutlangen seinen eigenen Verein. Dieser fusionierte später mit dem Schachklub aus Lindach und wurde unter der Regie von Spielleiter Martin Miller zum spielstärksten Verein der Region. Als 1986 das Angebot zur Vereinigung mit Gmünd kam, bewies Miller Weitblick und gab seine Einwilligung zur Gründung des Großvereins Schachgemeinschaft Schwäbisch Gmünd 1872. Hier war er lange Jahre stellvertretender Vorsitzender und wurde danach zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

1995 rief er ein Seniorenturnier im Rahmen der Staufer-Open ins Leben. Bis zum Alter von 75 Jahren – insgesamt neun Turniere – leitete und organisierte er dieses Senioren-Open selbst. Neben seiner Tätigkeit im Verein als Mannschaftsführer, Turnierleiter und Leiter der Senioren, die unter seiner Führung zahlreiche württembergische Meistertitel sammelten, war Miller auch überregional tätig. Er war Spielleiter der Verbandsliga, tätig im Bezirksschiedsgericht und verfasste über viele Jahre Berichte für die Presse. Nicht zu vergessen ist, dass Miller selbst ein starker Spieler war, lange Jahr in der Landesliga spielte und bis ins hohe Alter als gefürchteter Gegner am Brett galt. Im Jahre 2015 wechselte Miller nochmals den Verein. Er verließ die Gmünder und schloss sich den Schachfreunden Waldstetten an, weil er sich bei der Schachgemeinschaft nicht mehr genügend beachtet glaubte. Für seinen neuen Klub saß er noch fünf Jahre als zuverlässiger Punktesammler bei Mannschaftskämpfen am Brett.

Bis vor kurzem freute er sich noch über seine Partien an den Übungsabenden. Er hatte jedoch gesundheitliche Probleme und als seine Frau im Spätsommer starb, verließ ihn sein Lebenswille. Wernfried Tannhäuser

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