Eine Schweizerin erklimmt den Rechberg als Erste

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Freudestrahlend im Ziel vor der Wallfahrtskirche Hohenrechberg. 25-km-Siegerin Daniela Tarnutzer (links) und die Zweitplatzierte Anja Schnekenburger.
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Daniela Tarnutzer aus Uster holt sich den Sieg bei den Frauen. Benedikt Hoffmann feiert gelungene WM-Generalprobe.

Dass die einstige schweizer 400-m-Jugendmeisterin auch auf den langen Strecken ganz schön schnell unterwegs sein kann, das hat Daniela Tarnutzer beim Gmünder-Tagespost-Rechberglauf deutlich unter Beweis gestellt. "Ich wollte unter zwei Stunden laufen. Das habe ich geschafft", freute sich die heute 36-Jährige aus Uster im Zürcher Oberland. Auf dem schweißtreibenden Kreuzweg hinauf zur Wallfahrtskirche Hohenrechberg hat sie kurzerhand noch die spätere 50-km-Lauf-Siegerin Suse Spanheimer überholt und ist – beim Blick auf die Uhr – in 1:58:50 Stunden über die Ziellinie gesprintet.

Nur eine starke Minute später folgte ihr Anja Schnekenburger von der TF Feuerbach in 2:00:33, die den Lauf bereits 2012 gewonnen hat. Es war damals der Lauf, der allen Beteiligten wegen des damaligen Wintereinbruchs stets in Erinnerung bleiben wird. Schnekenburger: "Das war schon eine harte Sache."

Auch im Jahr darauf feierte die Feuerbacherin den Sieg in Schwäbisch Gmünd. Nach den 25 Kilometern wollte sie es damals genau wissen und lief die gesamte 50-km-Distanz des Europacuplauf über die drei Kaiserberge – damals noch als Anja Maurer – in 3:58:34 als Erste ins Ziel. Nach der Babypause im vergangenen Jahr wollte sie den Rechberglauf in diesem Jahr "just for fun" laufen. "Es hat riesig Spaß gemacht."

Begeistert von der Schwäbischen Alb und dem Blick ins Fils- und ins Remstal zeigte sich auch Tarnutzer. "Ich komme bestimmt mal wieder. Der 50-km-Lauf, der reizt mich jetzt auch."

Als Generalprobe für die Berglauf-WM in Argentinien in drei Wochen nutzte Benedikt Hoffmann, der in Stockach am Bodensee wohnt und für die TSG Heilbronn die Laufschuhe schnürt, den 25-km-Lauf. Im vergangenen Jahr ist er als Sieger des Ultramarathons gefeiert worden. "Der hat mir heute so kurz vor der Weltmeisterschaft nicht ins Programm gepasst." Doch auf der Halbdistanz gab er mächtig Gas und lief auf dem Rechberg souverän als Erster über die Ziellinie (1:35:26 Stunden). "Ich habe vor allem an den steilen Strecken versucht, Tempo zu machen," nannte er sein Trainingsprogramm für diesen Tag, mit dem er letztlich seinen Verfolgern keine Chance ließ.

Ich habe vor allem an den steilen Strecken versucht, Tempo zu machen,

Benedikt Hoffmann Sieger des Tagespost-Rechberglaufs

Dreieinhalb Minuten nach ihm lief der Crailsheimer Gebrengues Luel ins Ziel (1:38:41). "Ich bin sonst eher auf den flachen Strecken zuhause. Das hier ist schon ganz schön heftig. Ich bin zufrieden mit dem zweiten Platz", freute sich Luel.

Weniger erfreut, dass er und einer seiner Mitstreiter von einem Streckenposten falsch geleitet worden ist, war Alessandro Collerone vom Sparda-Team Rechberghausen. "Wir mussten rund 500 Meter über eine Wiese rennen, um wieder Anschluss an das Feld zu bekommen", ärgerte er sich. Nachdem er seinen Frust hinauf zum Rechberg aus der Seele gerannt und noch einige Läufer überholt hat, lief Collerone in 1:48:15 Stunden als Dritter über die Ziellinie. Am Ende war er dennoch froh, es wieder einmal aufs Treppchen geschafft zu haben. Zum vierten Mal in fünf Läufen. "Ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste", so der 42-Jährige.

Während sich die Läuferinnen und Läufer nach "getaner Arbeit" vor der Wallfahrtskirche sonnten, ehe sie wieder nach Schwäbisch Gmünd zurückgebracht wurden, freude sich auch Hannelore Edel-Göth zusammen mit ihren Helfern, dass ihr der Wettergott nach Jahrzehnten in der Organisationsverantwortung auf dem Hohenrechberg zum Abschluss noch einmal solches Kaiserwetter bescherte. Sichtlich gut gelaunt sog sie die gute Atmosphäre ein.

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Alles gut vorbereitet. Hariolf Schaal und Hannelore Edel-Göth.
Gemeinsam on Tour. Die beiden Gmünder DJK-Läufer Kurt Bachmann (links) und Manne Bauer.

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