Eisele: Ein Rücktritt ist keine Option

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Wie geht es mit den Gewichthebern des SGV Böbingen weiter? nach der außerordentlichen Mitgliederversammlung an diesem Freitagabend soll Klarheit herrschen.
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Der Vorsitzende des SGV Böbingen sieht bei sich kein Fehlverhalten und stellt klar: „Ich lasse mich von den Mitgliedern abwählen, die dies für richtig halten.“

Böbingen

Die Mitglieder haben die Wahl: An diesem Freitagabend (20 Uhr) wird bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des SGV Böbingen abgestimmt, ob Felix Eisele im Amt bleibt oder nicht. Eines wird der umstrittene Vorsitzende aber definitiv nicht tun: freiwillig abtreten. „Zurückzutreten ist mich keine Option, weil es meinerseits kein Fehlverhalten gab“, sagte Eisele, der bei der Versammlung selbst nicht anwesend sein wird.

Felix Eisele hat sich in der Öffentlichkeit zuletzt rausgehalten. Und geschwiegen. Vor der Mitgliederversammlung, bei der um den Vereinsstreit mit den Gewichthebern und um die Zukunft des Vorsitzenden geht, hat er sich jetzt aber zu Wort gemeldet. „Im Jahr 2020 ist die große Herausforderung der Pandemie hinzugekommen. Diese große Herausforderung nahm ich an und erkundigte mich bei allen gesetz- und richtliniengebenden Stellen. Ich organisierte und protokollierte die möglichen Vorgehensweisen, um schnellstmöglich ein bisschen Normalität in das Vereinsleben zu bringen.“ Es sei nie seine Absicht gewesen, irgendeiner Gruppe oder Mitgliedern Steine in den Weg zu legen, dennoch „müssen wir gemäß der gegebenen Verordnungen durch Bund und Land agieren“.

Hier versucht jemand Stimmung zu machen.“

Felix Eisele, Vorsitzender des SGV Böbingen

Unterm Strich gehe es um vier Wochen Training, das acht Athleten nicht abhalten durften, bis eine offizielle Sondergenehmigung seitens Landratsamtes vorlag. „Ich lese immer nur von unserer Abteilung Gewichtheben.Wir als Mehrspartenverein haben aber auch funktionierende Frauen- und Männerfreizeitsportgruppen, eine Theatergruppe und einen aktuell ruhenden Männerchor. Diese werden aber von den aktuell Agierenden nicht berücksichtigt.“

Eisele kann die Aufregung der Gewichtheber nicht verstehen: „Was die Ligakämpfe oder auch die Funktion als Ausrichter der deutschen Meisterschaften betrifft, kann guter Vollzug gemeldet werden“, sagt der amtierende Vorsitzende. Es war und sei seine Pflicht, auch in schwierigen Zeiten das Unmögliche möglich zu machen. „Diesem bin ich nachgekommen und habe nach bestem Wissen und Gewissen unsere Mannschaft für die Oberliga gemeldet und ebenso die deutschen Meisterschaften der Aktiven 'analog' 2020 angestoßen.“

An all den Verbandssitzungen der Gewichtheber und dem Chorgesang habe sich Eisele stets beteiligt. Dass der stellvertretende Vorsitzende Holger Kompe angekündigt hat, dass die Abteilung Gewichtheben weder als Mannschaft in der Oberliga antrete noch bei den deutschen Meisterschaften mithelfe, wenn Felix Eisele Vorsitzender bleibe, findet der Betroffene „harter Tobak“ und es sei nicht nachzuvollziehen, dass „eine Handvoll Gekränkter hier alle Mitglieder oder gar das ganze Dorf in Aufruhr bringen kann“. Eisele glaubt, dass das nur geschehe, weil „der eigene Wille oder das eigene Ego gekränkt ist“. Und der Vorsitzende fügt hinzu: „Man könnte fast sagen, hier versucht jemand, gezielt Stimmung zu machen.“

Mehrmals entschuldigt

Felix Eisele sagt vor der außerordentlichen Mitgliederversammlung deshalb klipp und klar: „Zurückzutreten ist für mich keine Option, weil es meinerseits kein Fehlverhalten gab. Auch die wiederholt gemachten Versuche, sich gemeinsam mit dem Vereinsbeirat an einen Tisch zu setzen, scheiterten.“

Laut Aussage eines Beiratsmitglieds habe er sich „mehrmals für gewählte Worte bei Richtigstellung der Tatsachen und Verantwortung entschuldigt. Nicht einmal danach war eine Bereitschaft zu erkennen, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und nach vorne, in die Vereinszukunft, zu blicken.“ Für den Vorsitzenden kommt deshalb nur eines in Frage: „Ich lasse mich in Abwesenheit von allen Mitgliedern abwählen, die dies für richtig halten.“

Sollte das an diesem Freitagabend passieren, wünsche er dem neuen Vorstands- und Beiratsteam bereits heute schon viel Erfolg mit Glück, und er hoffe, dass „diese die Gesamtheit des Mehrspartenvereins nicht aus den Augen verliert“.

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