Eiselt und Ruth - Rückkehr zum VfR?

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VfR aalen, Fußball, Probespieler Tim Ruth
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VfR Aalens Cheftrainer Uwe Wolf testet zahlreiche Probespieler im Training. Auch Essingens Kapitän Tim Ruth und der SFD-Spieler Maximilian Eiselt sind dabei.

Aalen.

Dass sich Tim Ruth - Kapitän und Leitfigur beim Verbandsligisten TSV Essingen - und Maximilian Eiselt - Leistungsträger beim Oberligisten SF Dorfmerkingen - den Sprung in die Regionalliga zutrauen dürfen, das ist keine Frage. Sieben Monate durften sie wegen der Corona-Pandemie mit ihren Teams kein Mannschaftstraining absolvieren. In dieser Woche spielen sie VfR Aalens Cheftrainer Uwe Wolf vor.

Die Beiden sind nicht die Einzigen, die der neue VfR-Coach in diesen Tagen mit Blick auf die kommende Regionalligasaison zum Probetraining eingeladen hat. Im gemeinsamen Training mit den Regionalligaprofis, die sich in dieser Woche auf die Partie am Sonntag (14 Uhr) bei der U23 des Bundesligisten FSV Mainz 05 vorbereiten, sollen sie zeigen, dass sie einer solchen Aufgabe gewachsen sind.

Seit Monaten sehnsüchtig darauf gewartet

„Natürlich geht es dabei ordentlich zur Sache“, erzählt Tim Ruth. Doch er freut sich: „Ich bin superhappy, dass ich mal wieder an den Ball schlagen darf. Das ist nach sieben Monaten eine richtige Bereicherung für meinen Alltag.“ Er ist einer der Wenigen im Training, die seit Monaten sehnsüchtig darauf warten, endlich wieder spielen zu dürfen. Das hat er in den Kabinengesprächen gleich gemerkt. Die Jüngeren, die sich ebenfalls im Probetraining im Greut tummeln, kommen zumeist aus der Junioren-Bundesliga. Ruth: „Die stehen voll im Spielbetrieb. Das merkt man an der einen oder anderen Stelle schon. Unsere Trainer in Essingen haben uns auch in Zeiten von Corona extrem viel abverlangt.“ All das habe am Ende „das fußballspezifische Training, das nur mit der Mannschaft geht“ nicht wettmachen können. Sorgen, dass er dieses Manko nicht schnell wieder aufarbeiten kann, hat Ruth keine. „Mein persönlicher Anspruch“, sagt er, „war es schon immer. mehr zu machen als andere.“ Das sei auch in den vergangenen Monaten so gewesen. „Ich habe versucht, mich über das angebotene Trainingsprogramm hinaus fit zu halten.“ Die Tage im Training beim VfR Aalen hätten ihm gezeigt: „Das Niveau kann ich absolut mithalten.“

Es sei nicht das erste Mal, dass der VfR Aalen auf ihn zugekommen sei, erklärt er. „Doch während der Saison bei meinem derzeitigen Verein die Segel zu streichen, das mache ich einfach nicht“, betont er die Loyalität zum TSV Essingen, dessen Trikot er bereits seit neun Jahren trägt. Und den er mit großer Sicherheit in diesem Jahr als Kapitän in die Oberliga geführt hätte, wenn die Saison nicht abgebrochen worden wäre.

„Für mich war es selbstverständlich, dass ich zuerst meine Trainer und den Verein und dann Mannschaftsrat und die gesamte Mannschaft über mein Vorhaben informiert habe“, betont Tim Ruth. „Das gebührt der Respekt und die Verbundenheit zu diesem Verein.“ Er habe sich „unheimlich darüber gefreut“, dass er großes Verständnis für sein Vorhaben erfahren habe.

Tim Ruth hat in Essingen eigentlich noch einen Vertrag bis Juni 2022. Für eine mögliche Rückkehr zum VfR Aalen, „bei dem ich meine ganze Jugendzeit verbracht habe“, hat sich der Aalener, dessen Elternhaus nur unweit der Ostalb-Arena steht, stets eine Ausstiegsklausel geben lassen.

Schon bei Hasenhüttl und Ruthenbeck dabei

Ähnlich verhält es sich auch bei Maximilian Eiselt. Auch für den 25-jährigen Verteidiger des Oberligisten SF Dorfmerkingen würde ein Wechsel in den Aalener Rohrwang eine Rückkehr zu seinem Heimatverein bedeuten, bei dem er in der Jugend gespielt hat und anschließend unter Ralph Hasenhüttl und Stefan Ruthenbeck zeitweise sogar bei den damaligen Dritt- und Zweitligaprofis dabei sein durfte. Aus dieser Zeit kennt er Steffen Kienle sehr gut. Und mit Alessandro Abruscia hat er später bei den Stuttgarter Kickers zusammengespielt.

„Es macht ganz viel Spaß, endlich wieder auf dem Platz zu stehen“, sagt er nach den ersten Trainingseinheiten in dieser Woche im Greut. Schon im Februar, als der VfR Aalen das erste Mal auf ihn zugekommen sei, habe er das ganz offen mit SFD-Cheftrainer Helmut Dietterle und den Vereinsverantwortlichen der SFD kommuniziert. „Ich fühle mich pudelwohl in Dorfmerkingen. Aber dieser Schritt würde noch einmal einen Step noch oben bedeuten. Solche Ambitionen sind doch für einen Leistungssportler nur normal.“ Er sei froh, dass man das in Dorfmerkingen auch so sehe. „Ich versuche, mein Bestes zu geben in diesen Tagen. “

Auch Eiselts Vertrag in Dorfmerkingen gilt noch für die nächste Saison. Der 25-Jährige vertraut darauf, dass die beiden Vereine dies dann einvernehmlich regeln werden.

„Natürlich planen wir bisher mit Maximilian Eiselt. Aber wir haben ein gutes Verhältnis zu Michael Weißkopf und Giuseppe Lepore“, betont SFD-Manager Sepp Schill und deutet damit schon einmal Gesprächsbereitschaft an. Beide Vereine haben übrigens für den 14. Juli schon ein Vorbereitungsspiel auf dem Härtsfeld für die neue Saison vereinbart.

Wolf: Am Ende des Probetrainings eine Aussage

In welchem Team Eiselt dann stehen wird, hängt maßgebend von VfR-Cheftrainer Uwe Wolf ab. Der muss sagen, wen er sich in seinem Kader für die kommende Regionalligasaison vorstellen kann. „Wenn jemand bei mir zum Probetraining da war, dann erhält er am Ende von mir eine Aussage, ob wir ihn verpflichten wollen, ob wir ihn nicht verpflichten wollen, oder ob wir ihn im Blickfeld behalten werden“, erklärt der VfR-Coach. „Den Spielern gegenüber wäre es nicht fair, zum jetzigen Zeitpunkt schon etwas zu sagen“, betont Wolf. An diesem Freitag steht die letzte Trainingseinheit an.

Tim Ruth (vorne mitte) und Maximilian Eiselt (3.v.r.) sind im Probetraining beim VfR Aalen. Foto: hag

Das ist nach sieben Monaten eine richtige Bereicherung für meinen Alltag.“

Tim Ruth, Kapitän des TSV Essingen

Wer schafft den Sprung in den VfR-Kader für die kommende Saison?

Außer Tim Ruth und Maximilian Eiselt sind in diesen Tagen weitere Probespieler im Training beim VfR Aalen:
Hamza Cetinkaya (19, VfB Stuttgart II, Mittelfeld)
Dennis Owusu (20, Greuther Fürth II, Mittelfeld)
Daniel Elfadli (24, FC Nöttingen, Mittelfeld)
Aleksa Markovic (20, Sepsi OSK, Mittelfeld)
Tim Schmidt (18, FC Heidenheim U19, Innenverteidiger)
Gian Piero Falcone (19, FC Heidenheim U19, Mittelfeld)
Riccardo Scarcelli (18, FC Heidenheim U19, Mittelfeld)
Baba Mbodji (23, TSV Ilshofen, Innenverteidiger)

Vier andere Kandidaten hat sich Wolf bereits angeschaut: Sean Seitz (1899 Hoffenheim II), Eduard Heckmann (Stuttgarter Kickers U19), Manuel Longhino (SV Mehring) und Atmir Krasniqi (VfB Stuttgart U19). Von Longhino und Krasniqi hat sich der VfR-Trainer bereits wieder verabschiedet. Seitz und Heckmann zählen noch zu den Kandidaten für die Kaderzusammenstellung zur neuen Saison. wr

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