Elisa Lechleitner wird DM-Vierte über 400 Meter

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Schon in der Hallensaison deutete Elisa Lechleitner an, dass 2022 ihr erfolgreichstes Jahr werden könnte. In Leipzig wurde sie damals bei den nationalen Titelkämpfen Fünfte in 53,83 Sekunden. Bei den Deutschen Freiluft-Meisterschaften in Berlin ist die Lorcher 400-m-Läuferin als Vierte nun endgültig in der deutschen Spitze angekommen.

Die 22-Jährige aus Lorch läuft bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin die 400 m in 52,53 Sekunden und verfehlt die Bronzemedaille nur knapp.

Berlin.

Eine Lorcher Leichtathletin sorgte für Aufsehen bei den 122. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften im Berliner Olympiastadion: Im Endlauf über 400 Meter der Frauen lief Elisa Lechleitner mit glänzenden 52,53 Sekunden eine neue Bestzeit und verfehlte als Vierte nur um elf Hundertstel die Bronzemedaille.

Die 22-Jährige Lehramtsstudentin an der Uni Stuttgart startete bis zum Jahr 2014 für die LG Staufen. Neben unzähligen Kreis- und Regionaltiteln sammelte sie in dieser Zeit nicht weniger als 16 württembergische Meisterschaften für die Rot-Weißen. 2015 wechselte sie zum LAZ Ludwigsburg, ist aber bis heute Mitglied beim TSV Lorch geblieben.

Seit sie sich verstärkt dem Sport verschrieben und deswegen sogar ihre Bachelor-Arbeit verschoben hat, geht es mit ihren Leistungen permanent nach oben. Schon 2021 war sie in der württembergischen Bestenliste Zweite über 400 m in 53,93 Sekunden, Dritte im 200-m-Lauf in 24,24 Sekunden und Vierte im 100-m-Sprint in 11,96 Sekunden.

Deutsche Hochschulmeisterin

In diesem Jahr holte sich Elisa Lechleitner in Duisburg die Deutsche Hochschulmeisterschaft auf der Stadionrunde in der neuen Bestzeit von 53,55 Sekunden. Diese steigerte sie bei der Kurpfalz-Gala in Weinheim auf 53,13 Sekunden, was einen neuen Meeting-Rekord darstellte. Beim Sportfest in Regensburg durfte sie erstmals sogar in der zweiten Nationalstaffel über 4x400 Meter mitlaufen.

Berlin stellte nun am Wochenende die Krönung ihrer bisherigen Laufbahn dar. Schon im Halbfinale beeindruckte sie bei ihrem Sieg in erneuter persönlicher Bestzeit von 53,01 Sekunden, der insgesamt viertschnellsten Zeit aller drei Halbfinales. Im Endlauf setzte sie dann noch eins drauf.

Hinter der überragenden Corinna Schwab (LAC Erdgas Chemnitz), die in 51,61 Sekunden siegte, und der bisher kaum bekannten Leverkusenerin Judith Franzen (52,27) sowie der von drei Millionen Followern umschwärmten Influencerin Alica Schmidt (SCC Berlin, 52,42) schrammte Elisa Lechleitner als Vierte in großartigen 52,53 Sekunden nur um elf Hundertstelsekunden an der Bronzemedaille vorbei.

Zur EM nach München?

Kein Wunder, dass ihre Lorcher Fans jetzt schon von einer EM-Teilnahme Elisas in München träumen. Schließlich kann der DLV bei der Besetzung seiner 4x400-Meter-Staffel nicht so ohne weiteres an einer DM-Vierten vorbeigehen. Und es ist doch schon eine Weile her, dass mit Siggi Wentz ein anderes Lorcher Sportidol bei einer Europameisterschaft den Adler auf der Brust trug… Hans Bendl

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