Es geht schon um alles oder nichts

+
Der TV Wetzgau steht beim Heimkampf am Samstag unter Zugzwang.

Kunstturnen, Bundesliga Der TV Wetzgau steht nach der Niederlage gegen Vinnhorst mit dem Rücken zur Wand – alles hängt am Heimkampf gegen die TG Saar.

Schwäbisch Gmünd.

Ein verlorener Kampf und schon hängt alles am seidenen Faden. Der TV Schwäbisch Gmünd-Wetztgau unterlag am Samstag der TuS Vinnhorst mit 22:28. Und steht jetzt in der Bundesliga mit dem Rücken zur Wand.

Nur ein Sieg am Samstag, erneut in eigener Halle, kann die TVW-Athleten noch auf Platz eins oder zwei in der Staffel B und damit ins Halbfinale führen. Und: Es kommt kein Geringerer als der amtierende deutsche TG Saar an die Rems. Beginn ist um 17 Uhr. Es gelten die 3G-Regeln und in der Halle generelle Maskenpflicht.

Was war das doch für ein Dilemma. Am vergangenen Samstag wollte der TV Wetzgau den ersten großen Schritt in Richtung Halbfinale der DTL-Bundesliga tun. Klar war der Vergleich mit Vinnhorst von vorneherein als schwierig eingestuft worden, aber mit dem Wort Niederlage wollte sich dennoch keiner beschäftigen. Doch dann kam alles anders.

Verletzungspech schlägt zu

Während die Gmünder Fehler um Fehler machten, lieferten die Gäste mit Deutschlands aktuellem Topathleten Lukas Dauser an der Spitze einen herausragenden Wettkampf und konnten dadurch selbst Schwächen am Sprung und Barren kompensieren. In Wetzgau haderte man derweilen mit dem Verletzungspech.

Dabei traf es mit Artur Dalaloyan und Andreas Toba auch noch die Stars. Dalaloyan, der im April noch einen Achillessehnenriss erlitten hatte, wirkte von Beginn an unfit und zog sich dann auch noch bei seiner Kür an den Ringen eine Verletzung am Ellenbogen zu. Er wird gegen die TG Saar nicht zum Einsatz kommen und seine Verletzungen in Russland auskurieren.

Anders dagegen bei Andreas Toba: Er hatte am vergangenen Samstag mit einem Hexenschuss zu kämpfen und konnte schließlich weder am Barren noch am Reck eingesetzt werden.

Paul Schneider, der Wetzgauer Coach: „So ein Pech für uns. Wäre Andreas Einsatz möglich gewesen, hätten wir gewonnen.“ Doch zurück schauen, bringt zumeist sehr wenig. Und so ist Schneider froh, dass ihm Toba zumindest an drei Geräten am morgigen Samstag wieder zur Verfügung stehen wird.

Für den Russen Dalaloyan rückt mit Nicolao Mir ein zweiter Spanier in den Kader der Heimmannschaft. Über ihn sagt der Coach: „Er wird beweisen, warum er es mehr als wert war, dass wir ihn verpflichtet haben.“

Beweisen muss sich das ganze Team. Denn nur mit einer deutlichen Leistungssteigerung wird es möglich sein, dass der amtierende deutsche Meister bezwungen werden kann. „Wir wissen alle, dass dies unsere letzte Chance ist. Ein Sieg muss her – ansonsten findet das Halbfinale ohne uns statt. Das wäre äußerst schade, da diese Mannschaft von der Besetzung her alle Mal in der Lage ist, um den Titel mitzukämpfen“, so der Gmünder Trainer.

Es wird eng und spannend

Und auch wenn die Saarländer in diesem Jahr auf den Dopinggesperrten Verniaiev verzichten müssen, steht mit dem russischen Turner Nikita Nagorny ein weiterer Ausnahmeathlet im Kader. Nagorny gehörte, wie der Wetzgauer Dalaloyan, zur russischen Mannschaft in Tokio, die die Olympische Goldmedaille gewann. „Die TG hat eine sehr starke Mannschaft – aber wir werden in der Lage sein, Paroli zu bieten. Jeder bei uns weiß, was die Stunde geschlagen hat. Wir wollen unter die Top vier, wollen ins Halbfinale einziehen. Und das werden wir – wenn wir die TG Saar bezwingen.“

Einmal mehr setzt Paul Schneider dabei auf das Gmünder Publikum, das am letzten Samstag bereits 500-Mann-stark frenetisch das eigene Team anfeuerte. „Wir hoffen, dass wir wieder auf unsere Fans bauen können. Sie haben uns noch nie im Stich gelassen. Und in dieser verzwickten Lage brauchen wir jeden Turnanhänger mehr denn je“, so der Coach.

Zuschauer sind gefordert

Für die Zuschauerinnen und Zuschauer in der Halle gilt die 3G-Regel, die per Luca-App oder auch händischem Eintrag nachkontrolliert wird. In der gesamten Halle, auch auf der Tribüne, gilt während der Wettkampfs Maskenpflicht. Noch einmal Paul Schneider: „Wir brauchen die Fans – bitte kommen Sie in die Halle. Mit Ihrer Unterstützung werden wir es schaffen.“

Hallenöffnung ist um 15.30 Uhr, Wettkampfbeginn in der Katharinenstraße um 17 Uhr.

Für uns geht es um alles oder nichts!“

Paul Schneider, Trainer TVW

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare