Essingen will die Negativspirale brechen

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Verbandsligaspiel zwischen Essingen und Ehingen Süd.

Der TSV Essingen empfängt am Sasmtag um 14 Uhr den Dritten FSV Hollenbach zum Spitzenspiel.

Essingen. Fußball-Verbandsligist TSV Essingen befindet sich derzeit in einer Phase, in der er in dieser Saison, die ja bereits 17 Spieltage umfasst, noch nicht gewesen ist. Aus den vergangenen drei Partien gegen Mannschaften am Ende der Tabelle, sammelte die Mannschaft von Stephan Baierl lediglich einen Zähler. Vielleicht ist es ja ein gutes Omen für die Mannen aus dem Schönbrunnen, dass am Samstag (14 Uhr) kein Kellerkind zu Gast ist, sondern der Tabellendritte, der FSV Hollenbach. Der Vierte empfängt den Dritten, ein Verfolgerduell im Schönbrunnenstadion steht also vor der Tür.

Geärgert hat er sich natürlich. Stephan Baierl, der nach dem 2:3 gegen Fellbach noch recht deutlich wurde und seine Spieler auch öffentlich kritisierte, hört sich nach dem 2:4 gegen den VfB Neckarrems anders an. Nicht versöhnlich, aber auch nicht wütend wie in der Woche zuvor. „Was ich hier in Sachen Verletzungen erlebe, das habe ich in meiner ganzen Laufbahn noch nicht erlebt. Im Abschlusstraining standen mir zehn Spieler zur Verfügung. In Neckarrems hatten wir zwei Spieler auf der Bank, der Rest war aus der zweiten Mannschaft plus Co-Trainer Simon Köpf“, bemängelt er die aktuelle Personallage. „Das ist ein Erklärungsversuch und soll keine Ausrede sein, das möchte ich richtig verstanden wissen. Uns fehlt momentan aber einfach die nötige Flexibilität, viele Spieler müssen auf Positionen ran, auf denen sie nicht zuhause sind. Rotieren ist nahezu ausgeschlossen, weswegen die anderen Spieler, die immer ranmüssen, teilweise überspielt sind“, sagt Essingens Übungsleiter. So hat Niklas Weissenberger, nach wie vor erfolgreichster Torschütze des TSV, am vergangenen Spieltag in der Innenverteidigung agieren müssen, weil es schlichtweg keine Alternative gab. Flügelflitzer Erman Kilic hatte zuvor nicht trainieren können und musste als Außenverteidiger aushelfen, um nur zwei von mehreren Beispielen zu nennen. Baierl ist sich am Donnerstagabend noch nicht sicher gewesen, elf Spieler aus seinem Kader auf den Rasen bringen zu können.

Anders sieht es da schon beim kommenden Gegner aus. „Die hatten kürzlich acht Spieler auf der Bank, können aus dem Vollen schöpfen“, hat sich Baierl schlaugemacht. Ohnehin ist der Gegner ein Bekannter und ohnehin seit Jahren ein Gegner auf Augenhöhe, duellierte man sich in dieser Saison bereits im Viertelfinale des Verbandspokals, was der TSV auswärts mit 3:0 für sich entscheiden konnte. „Das war unser bislang bestes Saisonspiel. Aber auch das war ein Spiel auf Augenhöhe, da haben wir einfach die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht. Wir wissen natürlich ganz genau um die Schwere der bevorstehenden Aufgabe“, blickt Baierl zurück. An der Marschroute aber ändert sich auch ob dieser personellen Situation nichts. „Wir möchten uns selbst, aber natürlich auch unseren Fans und Zuschauern endlich mal wieder ein Spiel bieten, an dessen Ende drei Punkte für uns stehen. Um einfach auch diese aktuell negativen Mechanismen wieder zu durchbrechen“, sagt Baierl. Man sei auf der Suche nach der Leichtigkeit, die man zu Beginn der Saison noch gehabt habe – allerdings auch mit mehr Personal.

Einzig Niklas Groiß nimmt Baierl derzeit heraus. Der sei weder in irgendeiner Form angeschlagen, noch bremse ihn eine schlechte Form aus. Somit wird der Stürmer vielleicht schon zum Hoffnungsträger. Wenn es nach Baierl geht, darf er das prompt an diesem Samstag unter Beweis stellen. Gerne auch Cristian Gilés-Sanchez, der erstmals nach knapp einem Monat unter der Woche wieder mittrainieren konnte – letztlich wird es Baierl gleich sein, wer die besten Aussichten auf spielentscheidende Momente hat. Es geht einzig darum, die Negativspirale zu durchbrechen. Das darf jeder im verbliebenen Essinger Team.

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