FCN verliert Spiel und Aschauer

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Ein Ehinger Spieler am Boden, Schiri Stefan Fimpel aus Bad Wurzach weist die Richtung - und FCN-Spieler Marvin Gnaase (rechts) blickt fragend nach vorne.

Die Gmünder Normannia verliert ein hochklassiges Spitzenspiel beim Tabellendritten SSV Ehingen-Süd mit 2:4. Goalgetter Alexander Aschauer verletzt.

Ehingen.

Die möglicherweise spielentscheidende Szene spielte sich in der 19. Minute ab. Nach einer Ecke für Ehingen Süd, versuchte Alexander Aschauer mit einem Sprint aus dem eigenem Strafraum an den Ball zu kommen, doch mittendrin musste er abbrechen und fasste sich an den rechten Oberschenkel, das war dann das Ende des Spiels für Alexander Aschauer und auch für den Rest der Saison. Nach langer Behandlungszeit musste der Sturmtank der Normannia mit Verdacht auf Muskelfaserriss vom Platz. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Gmünder mit 0:1 hinten. Doch wie die Normannen diese beiden Nackenschläge wegsteckten, war schon mehr als ehrenwert.

Insgesamt sahen die knapp 300 Zuschauer in Kirchbierlingen ein hochklassiges, temporeiches Verbandsligaspiel, in der beide Mannschaften alles gaben und mit offenem Visier kämpften. Am Ende hat es wieder einmal für die Normannen nicht gereicht, um im Ehinger Vorort sich punktemäßig zu belohnen. Diesmal siegten die Gastgeber mit 4:2, doch die Normannen konnten mit erhobenem Haupt vom Platz gehen, hatten sie alles gegeben, aber am Ende war die Mannen von Trainer Michael Bochtler in der zweiten Hälfte eben einen Tick besser oder eben effizienter.

So sah es auch der sportliche Leiter der Normannia, Stephan Fichter rückblickend: „Es war ein sehr hochklassiges Verbandsliga-Spiel mit zwei sehr offensiv agierenden Mannschaften. Unsere Mannschaft hat alles rein gehauen, aber am Ende war der Sieg für effektive Ehinger verdient.“ Auch Gmünds Cheftrainer Zlatko Blaskic sah es ähnlich: „Ich bin mit dem Auftritt insgesamt zufrieden, vor allem weil wir gegen die beste Mannschaft der Liga gespielt haben. In der zweiten Hälfte haben wir besonders in der Abwehr viel Lehrgeld bezahlt. Daraus müssen aber unsere jungen Spieler lernen, weil nur aus gemachten Fehlern wird man besser. Die erste Halbzeit war sehr gut vom gesamten Team. Die Jungs haben den frühen Rückstand und die Verletzung von Aschauer sehr gut weggesteckt. Die Schwächen von Süd bei Standards haben wir heute nicht ausgenutzt weil die Hereingaben mangelhaft waren, um einen so starken Gegner vor Probleme bei ruhenden Bällen zu stellen.“

Bereits in der zweiten Minute hätten die Gäste in Führung gehen können, Calvin Körner zündete im Mittelfeld den Turbo, seine Flanke von der linken Seite, wurde abgeblockt, Alexander Aschauer behauptete sich gegen zwei Ehinger und zog aus 12 Metern volley ab. Doch Benjamin Gralla bewies gleich zu Beginn seine Klasse und entschärfte die Granate von Aschauer.

Beide Mannschaften gaben Vollgas und versuchten von Beginn an aus, den Führungstreffer zu erzielen. Dies gelang den Gastgeber in der 11. Minute. Kevin Ruiz eroberte den Ball im Mittelfeld, bediente Janis Peter auf der rechten Seite, der den sich freilaufenden Simon Dilger sah und bediente. Ob der ungewohnten Freiheit bedankte sich beste Torschütze des SSV aus halbrechter Position mit dem 1:0.

Doch die Gmünder zeigten sich nicht geschockt und auch nach dem Ausfall ihres besten Torschützen in der 19. Minute, kämpfte sich das Team von Zlatko Blaskic in die Partie hinein und bot den Gastgebern nicht nur Paroli, sondern erspielte sich sehenswerte Tormöglichkeiten. So auch in der 31. Minute: Marvin Gnaase flankte von rechts, Felix Bauer setzte sich mit seiner ganzen Routine gegen zwei Abwehrspieler durch und netzte zum Ausgleich ein. Die Normannia blieb am Drücker und kam in der Nachspielzeit der ersten Hälfte sogar noch zum 1:2 durch Marvin Gnaase.

Nach dem Wechsel ging das Spiel voller Spannung und Torchancen hochklassig weiter. Zunächst waren die Gastgeber am Drücker, in der 50. Minute musste Yannick Ellermann gegen Janis Peter sein ganzes Können beweisen, dann durfte wieder Gralla glänzen.

In der 56. Minute war Yannick Ellermann zum zweiten Mal geschlagen. Filip Sapina setzte sich gegen zwei Abwehrspieler durch und schloss zum 2:2-Ausgleich ab. Nur zwei Zeigerumdrehungen hätten die Normannen wieder in Führung gehen können, Felix Bauer und Jermain Ibrahim hebelten per Doppelpass die gegnerische Abwehr aus, doch beim Abschluss von Ibrahim klärte Gralla mit einem Wahnsinnsreflex.

In der 63. Minute tanzte der frisch eingewechselte Ilir Tupella drei Normannen aus und ließ Ellermann beim 3:2 keine Chance. Doch die Normannen gaben sich noch nicht geschlagen, setzten den SSV gehörig unter Druck und die größte Chance zum 3:3 hatten Marvin Gnaase in der 73. Minute, doch auch diesen sehenswerten Abschluss parierte Gralla wieder.

Mitten in diese Druckphase der Gmünder setzte Ilir Tupella in der 78. Minute einen Konter, den er auch zum 4:2, dem 99. Treffer des SSV in dieser Saison, abschließen konnte. Doch die Gmünder gaben nicht auf und versuchten bis zum Schlusspfiff das Spiel noch zu drehen. Doch Gralla ließ sich nicht mehr überwinden und somit bleiben die Kirchbierlinger noch ganz dick im Rennen um die Aufstiegsplätze.


FCN: Ellermann; Sanozidis, Schuckenböhmer, Gjini, Iatan; Körner, Gnaase; Dayan, Molinari; Bauer (82. Fossi), Aschauer (22. Ibrahim)

Schiedsrichter: Stefan Fimpel (TSG Bad Wurzach)

Zuschauer: 300

Tore: 1:0 Dilger (11.); 1:1 Bauer (31.); 1:2 Gnaase (45+3); 2:2 Sapina (56.); 3:2 Tupella (63.); 4:2 Tupella (78.)

Die Schwächen von Süd bei Standards haben wir heute nicht ausgenutzt.“

Zlatko Blaskic, Cheftrainer Normannia Gmünd

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