Felicitas Vogt feiert gleich zwei EM-Titel

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Der Ringrichter erklärt eine freudestrahlende Felicitas Vogt zur Siegerin und damit zur zweifachen Europameisterin. Im Hintergrund werden bereits die EM-Gürtel gebracht.
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Die 26-Jährige aus Bargau ist Europameisterin der GBU (Global Boxing Union) und des Weltboxverbands der Frauen WIBF.

Erst sieben Profikämpfe und schon Europameisterin. "Das ist schon ein Traum", gesteht Felicitas Vogt. Die 26-Jährige aus Bargau hat sich am Samstag im Gym von Ex-Boxweltmeister Firat Arslan in Göppingen gleich zwei EM-Titel auf einmal geholt. Ihr nächstes großes Ziel: "Wenn es geht, noch in diesem Jahr um einen Weltmeistertitel kämpfen."

Dass das in Pandemie-Zeiten gar nicht so einfach werden wird, das hat Felicitas Vogt in den vergangenen Monaten bereits erfahren. Immer wieder passiert es, dass Kämpfe verlegt oder abgesagt werden müssen, weil die betreffende Gegnerin aus dem Ausland nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen (Coronatests, Quaratäne je nach Herkunftsland) ein- oder in ihr Land zurückreisen darf. "Das ist dann für viele einfach zu umständlich und auch zu teuer", sagt Vogt.

Auch Sonja Soknic aus Bosnien und Herzegowina hat ihr erst am vergangenen Dienstag das Okay gegeben, dass sie sich der Herausforderung um den EM-Titel am Wochenende in Göppingen stellen werde. Mit großer Erleichterung nahm Felicitas Vogt dann am Freitag beim Wiegen und der Abnahme des Coronatests zur Kenntnis, dass die 27-Jährige aus Banja Luka tatsächlich da war.

Dass Soknic nicht nur auf eine größere Profikarriere im Ring zurückblicken kann als die Bargauerin, sondern körperlich deutlich größer ist, das wusste Felicitas Vogt bereits. "Viel auf den Körper gehen und immer in Bewegung bleiben", mit dieser Strategie wollte die Bargauerin zum Erfolg kommen. Es war ein Rezept, das aufging.

Bereits in der ersten Runde ging Sonja Soknic zu Boden und wurde angezählt. Schneller als gedacht stand die Athletin wieder auf den Beinen. Das war auch in Runde zwei so. "Ich hatte zwar ein gutes Gefühl", erzählt Felicitas Vogt. Die Tatsache, dass Soknic nach ihren Niederschlägen sofort wieder voll da war, habe sie allerdings vermuten lassen, dass es noch über mehrere Runden gehen könne. Dem war dann nicht so. Als Felicitas Vogt ihre Gegnerin mitte der dritten Runde wieder auf die Bretter geschickt hatte, brach der Ringrichter den Kampf sofort ab und erklärte die Gmünderin zur Siegerin durch Technischen K.O.

Ich will, wenn es geht, noch in diesem Jahr um einen Weltmeistertitel kämpfen.

Felicitas Vogt Europameisterin im Profiboxen

Der siebte Sieg im siebten Profikampf

Der siebte Sieg im siebten Profikampf der noch jungen Boxprofikarriere brachte Felicitas Vogt gleich zwei Europameistertitel. Seit Samstag darf sie sich im Bantamgewicht Europameisterin der internationalen Boxverbände GBU (Global Boxing Union) und des Weltboxverbands der Frauen WIBF (Women's International Boxing Federation) nennen. Die beiden EM-Gürtel gab's gleich bei der Siegerehrung im Ring.

Entdeckt wurde ihr großes Talent bei den Deutschen Jugendmeisterschaften. Obwohl ihr – und ihrer jüngeren Schwester Lydia – das Boxtalent über ihren Vater Hermann Vogt – einst selbst ein Boxer – bereits in die Wiege gelegt worden war, gingen beide zunächst in Heubach dem Judosport nach. Lydia zog es dann zum Gewichtheben, Felicitas zum BC Olymp Aalen.

Mit 15 Jahren erhielt sie eine Einladung an den Olympiastützpunkt Heidelberg und wechselte ein Jahr später dorthin. Sie machte im Internat ihr Fachabitur und bereitete sich auf eine Boxkarriere vor. Dass zwar das Boxen für Frauen olympisch wurde, nicht aber die Bantam-Gewichtsklasse, gab für Felicitas Vogt den Ausschlag, Profiboxerin zu werden. Das Studio "Level One" in der Gmünder Buchstraße ist heute ihr Trainingsdomizil, wo sie sich mit ihrem Trainer Andrej Klauer fit für weitere Titel im Profiboxen machen will. Felicitas Vogt hat große Ziele. Wer weiß, vielleicht reicht's sogar in diesem Jahr noch für eine Weltmeisterschaft ...

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