Felicitas Vogt will den WM-Titel

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Felicitas Vogt ist bereit für den WM-Kampf.
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Im letzten Jahr kämpfte sich die 27-jährige zum EM-Titel im Bantamgewicht. Am 5. März soll die Krönung bei der Weltmeisterschaft folgen. Unklar ist, ob die russische Gegnerin antreten kann.

Schwäbisch Gmünd

Endlich heißt es für Felicitas Vogt wieder „Ring frei!“. Denn wenn es am 5. März in Königsbrunn um den Weltmeistertitel der Global Boxing Union (GBU) und der Women's International Boxing Federation (WIBF) im Bantamgewicht geht, ist die Bargauerin bereit.

Die 27-jährige, die sich vor knapp einem Jahr in Göppingen schon den EM-Titel in der GBU und WIBF sicherte, brennt darauf, diese beiden WM-Gürtel ihrer Sammlung hinzufügen zu können.

Dabei hält sich die Aufregung bei der Profiboxerin noch in Grenzen. „Ich glaube, die kommt so ein, zwei Tage davor“, sagt Vogt. „Oder wenn man vor dem Kampf auf der Waage steht und die Gegnerin sieht.“

Russische Gegnerin noch unklar

Apropos Gegnerin: Diese steht noch gar nicht fest. Der Grund: „Ich weiß nur, dass eine russische Gegnerin im Gespräch ist. Wir müssen jetzt schauen, wie die Lage ist und ob wir eventuell in der kurzen Zeit jemand anderen suchen müssen“, so Vogt.

Die kürzlich aufgetretenen Ereignisse zwischen Russland und der Ukraine überschatten derzeit Europa. Die Sportwelt - so nebensächlich sie in dieser Krise auch ist - wird dadurch aber ebenfalls beeinflusst.

Ob die Veranstaltung deswegen verschoben oder sogar abgesagt werden könnte, weiß Felicitas Vogt noch nicht. „Ich habe dazu jetzt noch keine Infos“, sagt Vogt. „Ich kann mir aber vorstellen, dass andere Boxer auch Probleme bekommen werden, einen Gegner zu finden. Viele Boxerinnen kommen aus der Ukraine, Russland oder Rumänien.“ Daher kann man schwer abschätzen, wie „hoch das Risiko ist, wenn sie einreisen. Oder ob sie überhaupt ein- und ausreisen dürfen“.

Klar ist, dass zumindest Corona dem Wettkampf keinen Strich durch die Rechnung machen wird. „Es sind bis zu 200 Zuschauer mit der 2G-Plus-Regel in der Halle erlaubt“, sagt die 27-jährige. „Es ist schön, mal wieder mit Publikum zu boxen.“ Auch eine überstandene Verletzung an Schulter und Ellenbogen, kann Vogt nicht mehr von ihrem WM-Kampf abbringen.

Unterdessen wird der Fokus in der Woche vor dem großen Fight im Ring auf „Techniktraining und Regenerationsläufe gelegt“. Außerdem wird Vogt für den Kampf auch Einheiten zum Mentaltraining absolvieren. „Wir fokussieren uns darauf, im Kopf fit zu sein“, sagt sie.

Dabei hilft ihr vor einer anstehenden Begegnung im Ring auch ein ganz persönliches Ritual. „Tatsächlich bete ich in der Umkleide kurz bevor ich rausgehe“, verrät Felicitas Vogt. Die Boxerin kennt aber von anderen Sportlern komplizierte Eigenarten, um sich auf einen Kampf oder eine Begegnung einzustimmen. „Manche haben zum Beispiel ein bestimmtes Paar Socken dabei“, sagt Vogt. „Wenn man diese Socken dann vergisst, kann das einen ein bisschen aus der Bahn werfen.“ So hält es Vogt dagegen mit einem kurzen, aber wertvollen Moment, in dem sie in sich geht, einfach und effektiv.

Auszeit nach WM-Kampf

Unabhängig vom Ausgang des WM-Kampfes, wird sich Felicitas Vogt „eine Auszeit nehmen und schauen, wie es beruflich weitergeht“. Für die Bargauerin stand in den letzten Jahren das Boxen an erster Stelle. „Ich habe mir viel Zeit mit Ausbildung und Studium gelassen, weil ich das Boxen erstmal im Vordergrund haben wollte“, sagt Vogt. Keine leeren Worte der 27-jährigen. Denn: „Ich habe vor zwei Jahren meinen Trainerschein gemacht.“ Doch Fakt ist aber: „Ich werde mich neu umorientieren.“ Sollte es für Vogt zur Uni gehen, wird sich gegen Ende des Jahres herauskristallisieren, welches Studium in Frage kommt.

Trotzdem können Fans der Profiboxerin aufatmen. Denn: „Natürlich wird das Boxen trotzdem noch ein großer Faktor sein.“ Schließlich gibt es sowohl einen Europameister- und vielleicht noch einen Weltmeister-Titel zu verteidigen.

Eine russische Gegnerin ist im Gespräch.“

Felicitas Vogt, Profiboxerin

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