Freude über Müller und Hummels

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Thomas Müller feiert seine Rückkehr in die Nationalmannschaft. Am Mittwoch wurde er von Bundestrainer Joachim Löw für die EM nominiert.

So bewerten Vertreter verschiedener Fußball-Vereine von der Ostalb die Kader-Nominierung von Bundestrainer Joachim Löw.

Ostalbkreis

Pünktlich zur Europameisterschaft kehren Thomas Müller und Mats Hummels in die Nationalmannschaft zurück. Bundestrainer Joachim Löw hat den Kader für die anstehende Europameisterschaft präsentiert. Das sagen Vertreter verschiedener Fußball-Vereine von der Ostalb zur Bekanntgabe des Kaders, über die Chancen der DFB-Elf und die Austragung des Turniers in elf Ländern in Zeiten von Corona.

Dennis Mathussek, Sportlicher Leiter Sportfreunde Lorch: „Die Nominierungen sind grundsätzlich keine Überraschungen für mich. Es ehrt unseren Noch-Bundestrainer Joachim Löw, dass er auf die Qualität von Thomas Müller und Mats Hummels zurückgreift. Beide haben in dieser Saison unter Beweis gestellt, dass sie noch längst nicht zum alten Eisen gehören. Sowohl in der Vollstrecker-Qualität als auch in der Organisation der Hintermannschaft ist uns in den vergangen Länderspielen hier und da etwas abgegangen. Von daher finde ich es richtig, dass beide nominiert wurden. Wenn ich die gesamte Saison Revue passieren lasse, ist es kein Rückschlag, dass Marco Reus nicht bei der EM dabei sein wird. Erst hinten heraus war er richtig gut in Form, das hat man ihm auch angemerkt. Rein auf die Verletzungen reduziert, plagt er sich ja seit jeher extrem herum. Eine Prognose für das Turnier abzugeben ist extrem schwer. Die Konkurrenz ist voll da – wenn ich da an Frankreich, wiedererstarkte Niederländer und bärenstarke Engländer denke. Dazu zählen auch Spanien und Belgien immer zu den Mitfavoriten. Es wird ein schweres Turnier. Ich traue uns dennoch zu, dass es bis ins Finale gehen kann, denn der Kader ist sehr ausgeglichen und erfahren. Man hätte sich einen Gefallen getan, wenn man in ein einzelnes Land mit einer niedrigen Inzidenz oder mit überschaubaren Virus-Mutationen gegangen wäre. Dabei hätte man auch in kleinen Stadien mit deutlich weniger Fans für Stimmung sorgen können. Das wäre mit Sicherheit eine gute Alternative gewesen. Nachdem das Turnier um ein Jahr verschoben wurde, sehnt sich Fußball-Deutschland auch ein Stück nach dieser EM – vor allem auch unsere Kids, die ja auch seit mittlerweile sieben Monaten im Lockdown sind.“

Hans-Peter Bauer, Spielleiter SSV Aalen Fußball: „Im Großen und Ganzen kam es so, wie ich es dachte. Einzig und allein Kevin Volland ist eine Überraschung. Die Nominierung von Thomas Müller und Mats Hummels ist für mich dagegen definitiv keine Überraschung, sondern eine Pflicht. Ich persönlich bin ein großer Verfechter gewesen, dass er beide Spieler mitnimmt. Sie sind derzeit in überragender Form und mit die Besten auf ihrer Position in der Bundesliga. Diese dann zuhause zu lassen, wäre absolut sträflich gewesen. Marco Reus hat eine starke Rückrunde gespielt und von daher kommt es schon überraschend, dass er auf die EM verzichtet. Zumal er ja schon einige große Turniere verpasst hat. Das kann ich nicht ganz nachvollziehen. In seiner aktuellen Form wäre er hilfreich für die Nationalmannschaft gewesen. Wenn die DFB-Elf normal spielt, ist sie prädestiniert, einen Titel zu gewinnen. Es wird aber äußerst schwierig gegen diese Gruppengegner, die hochkarätig sind. Ich denke, dass am Ende die Tagesform entscheiden wird. Dass die EM in elf Ländern stattfindet, finde ich zum jetzigen Zeitpunkt blödsinnig. Alle stecken zurück und nichts kann man machen. Wir Amateur-Fußballer dürfen überhaupt nicht spielen. Aus meiner Sicht ist es völlig übertrieben und unsinnig, die EM in elf Ländern auszurichten. Drei oder vier hätten auch gereicht.“

Claus-Jörg Krischke, Spielleiter 1. FC Normannia Gmünd: „Egal ob Verein oder Nationalmannschaft – man sollte immer die besten Spieler mitnehmen. Wenn man Marco Reus oder Torhüter Marc-Andre Ter Stegen nimmt, geht es halt aufgrund der Körperlichkeit nicht. Schwierig zu beurteilen sind Spieler wie Robin Gosens oder Kevin Volland, die nicht so im Mittelpunkt der Presse stehen. Deshalb gibt es bei der Nominierung schon gewisse Überraschungen. Überraschend kommt für mich, dass Löw Jamal Musiala nominiert hat, der noch über relativ wenig Erfahrung verfügt. Es ist aber ganz gut so, dass man ihn für die Zukunft aufbaut. Dass man auf Thomas Müller und Mats Hummels zurückgreift, hat sich abgezeichnet. Die vergangenen Länderspiele haben dann doch gewisse Mängel aufgezeigt. Die Leistungen von beiden lagen in der Bundesliga schon deutlich über dem normalen Schnitt. Aus rein sportlicher Sicht ist es richtig, dass sie dabei sind. Auch die Nominierung von Christian Günter kann man akzeptieren. Joachim Löw hat gemeint, dass man nicht zu den großen Favoriten gehört. Das wird man auch relativ schnell in den ersten Spielen sehen, ob sich die Mannschaft mit den Traditionsspielern Müller und Hummels stabil verhält und vielleicht für eine Überraschung sorgen kann. Dass die EM in elf Ländern stattfindet, halte ich nicht für richtig und gut. Wir dürfen nicht mal mit zehn Mann auf den Sportplatz gehen und die Mannschaften reisen durch Europa. Doch es ist so entschieden worden – es bringt wohl viel Geld und das zählt nur. So ist das leider im Fußball ganz oben.“

Der Kader ist sehr ausgeglichen.“

Dennis Mathussek, Sportlicher Leiter Sportfreunde Lorch

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