Gab es ein reinigendes Gewitter im Abstiegskampf?

+
VfR Aalen vs. Kickers Offenbach, Regionalliga Suedwest, Fussball, Herren, 10.04.2022 EIBNER/Michael Schmidt
  • schließen

Nach der bitteren 1:4-Niederlage in Ulm muss der VfR Aalen am Freitag (19 Uhr) im Flutlichtspiel den punktgleichen RW Koblenz besiegen.

Aalen.

Dem 4:0-Erfolg gegen den Tabellensechsten FC Homburg folgten Niederlagen gegen die Top 3 der Liga, Elversberg (1:3), Kickers Offenbach (0:2) und am Karsamstag gegen den SSV Ulm (1:4). Der VfR Aalen ist auf den fünftletzten Tabellenplatz abgerutscht. Von den vier Abstiegsplätzen trennen die Elf aus dem Rohrwang gerade einmal zwei Punkte. Am Freitag (19 Uhr) kommt RW Koblenz zum Abstiegskampf in die Ostalb-Arena. Die Gäste vom Deutschen Eck stehen nur aufgrund des besseren Torverhältnisses zwei Tabellenplätze besser auf Rang 13.

In die missliche Situation des Abstiegskampfes hat sich der VfR Aalen vor den Spielen gegen die Spitzenmannschaften der Liga gebracht. Wie sehr die mageren Punktgewinne aus den Monaten Februar und März gegen die mitunter direkten Abstiegskonkurrenten FC Gießen (1:1), FSV Frankfurt (0:0) und die beiden 1:2-Niederlagen gegen den VfB Stuttgart und Sonnenhof Großaspach schmerzen, zeigt sich jetzt.

Mit nur zehn Zählern aus den bisherigen 14 Spielen der Rückrunde bildet der VfR Aalen das Schlusslicht in der Rückrundentabelle der Liga. Zwei Siege nur konnte der VfR Aalen in diesen Spielen verbuchen. Nur wenig erfolgreicher war RW Koblenz, das mit zwölf Zählern, aber ebenfalls nur zwei Siegen in dieser Zeit die bislang viertschlechteste Mannschaft der Rückrunde ist.

Dabei lagen beide Mannschaften zum Abschluss der Vorrunde auf einem guten Mittelfeldplatz. Der VfR Aalen mit 25 Zählern auf Rang acht, Koblenz zwei Punkte schlechter als direkter Tabellennachbar auf Rang neun.

Zwei Siege könnten zu wenig sein

Dass die Blicke damals sogar eher nach oben gerichtet waren, davon spricht heute niemand mehr im Aalener Rohrwang. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Zwei Siege aus den letzten vier Spielen dieser Saison könnten schon zu wenig sein, um die Liga noch zu halten. Damit ist klar: Der VfR Aalen steht am Freitag im Abstiegskampf gegen RW Koblenz unter Zugzwang.

Dass die Mannschaft ihrem Frust nach der 1:4-Niederlage an der Donau vergangenen Samstag freien Lauf gelassen hat, ist vor diesem Hintergrund nur zu gut zu verstehen. „Man kann verlieren gegen Ulm“, sagt VfR-Cheftrainer Christian Demirtas. „Aber nicht so.“

Die Art und Weise, wie sich das Team nach einer guten ersten Spielhälfte (0:0) nach dem schnellen 0:1-Rückstand präsentiert hat, kann der Trainer nicht verstehen. „Es ist für mich nicht nachzuvollziehen, wie man sich dann gleich so aufgeben konnte.“

Die vergangenen Trainingstage wurden deshalb auch dazu genutzt, um Klartext zu reden. Demirtas: „Wir sprechen die Dinge immer klar an; die guten und die schlechten.“ Ins Detail wollte der VfR-Coach nicht weiter gehen.

Leidenschaft gefragt

Ob es ein reinigendes Gewitter war, das wird das Spiel am Samstag vor eigenem Publikum gegen Koblenz zeigen. „Wir müssen uns auf eine Mannschaft einstellen, die kämpft und alles reinwirft“, weiß Demirtas. Nur wer mit Leidenschaft dagegen halte, habe die Chance, diese Partie zu gewinnen. Genau das fordert er von seiner Mannschaft im Flutlichtspiel am Freitagabend.

Definitiv nicht dabei sein wird nach seinem Nasenbeinbruch gegen Ulm Daniel Elfadli. Der 25-jährige Mittelfeldspieler, der noch am Samstag in der Ulmer Klinik operiert worden war, hat auch eine Gehirnerschütterung erlitten und ist noch nicht wieder im Training. Fragezeichen stehen außerdem auch hinter Andreas Knipfer (Knieprobleme), Manuel Botic (Knie), Ali Odabas (Wade) und Daniel Stanese (Knie).

Jammern hilft nicht. Diejenigen, die auf dem Platz sind, müssen die drei Punkte einfahren.

So könnten sie spielen:

VfR: Paterok - Volz, Schmidt, Windmüller, Arh Cesen - Herrmann, Abruscia, Müller, Seitz - Bux, Kienle

Man kann verlieren gegen Ulm. Aber nicht so.“

Christian Demirtas, Cheftrainer des VfR Aalen

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

Mehr zum Thema

Kommentare