Gelingt TVW Einzug ins DM-Finale?

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Der TV Wetzgau verliert zum Auftakt mit 22:29.
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Die Bundesligariege hat den Einzug ins Halbfinale um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft geschafft. Wie groß sind die Chancen auf den Titel?

Schwäbisch Gmünd.

Das Ziel, unter die vier besten Mannschaften in Deutschland zu kommen, „das haben wir erreicht. Das ist schon ein super Erfolg“, sagt TV Wetzgaus Kunstturnchef Paul Schneider. Alles, was jetzt noch folge, sei die Zugabe. Den Anfang macht das DM-Halbfinale am kommenden Samstag (18 Uhr) bei der KTV Straubenhardt. Der Sieger steht am 4. Dezember in der Neu-Ulmer Ratiopharm-Arena im Wettkampf um den Deutschen Meistertitel. Der Halbfinalverlierer kämpft an der Donau um Bronze.

Natürlich hoffen die Wetzgauer, dass sie ins Finale um den Titel einziehen können. Im vergangenen Jahr wurde die Mannschafts-DM am Grünen Tisch entschieden. Die TG Saar erhielt den Titel zugesprochen, der TV Wetzgau musste sich trotz großer Hoffnungen mit dem Titel eines Deutschen Vizemeistermeisters begnügen. Gelingt in diesem Jahr nach 2013 zum zweiten Mal der große Triumph?

Vinnhorst heimlicher Favorit

Dass der TuS Vinnhorst aus Hannover, der sich in der B-Gruppe der zweigeteilten Kunstturn-Bundesliga an die Tabellenspitze gesetzt hat, der heimliche Favorit auf den Titel des deutschen Mannschaftsmeisters 2021 ist, das lässt Paul Schneider zwar durchklingen. „Auch wir haben gegen die Vinnhorster in unserem Bundesligawettkampf verloren“, sagt der TVW-Coach. Aber, betont er: „Jeder Wettkampf muss erst einmal geturnt werden.“

Was dies betrifft, freut er sich über die Leistung seines Teams vom vergangenen Samstag in Singen. Obwohl die beiden Spanier Nestor Abad und Nicolau Mir verletzungs- bzw. krankheitsbedingt nicht dabei sein konnten, hat das Team des TV Wetzgau die Singener klar mit 43:32 bezwungen und damit die Halbfinalteilnahme sichergestellt. „Dass gerade auch unsere jungen Turner sicher geturnt haben und keine Nervosität aufkommen ließen, darüber habe ich mich besonders gefreut“, blickt Schneider auf die Reise an den Hohentwiel zurück.

Noch ist nicht sicher, ob der TVW auch am Samstag beim Halbfinale in Straubenhardt auf seine internationalen Spitzenturner von der iberischen Halbinsel verzichten muss. Nestor Abad hat vergangene Woche im Training einen Zeh gebrochen. „Alles hängt von der Freigabe seines Arztes ab“, sagt Schneider, der weiß: Beim Pauschenpferd, am Barren oder Reck wäre der Einsatz der Zehen nicht so gefordert. „Da wäre er trotzdem eine Verstärkung für uns.“

Nicolau Mir konnte am vergangenen Wochenende die Reise nach Deutschland wegen einer Erkrankung nicht antreten. Schneider: „Ich hoffe, dass er bis zum Wochenende wieder gesund ist und bei uns sein kann.“

Dass die Wetzgauer Bundesligariege in dieser Saison komplett auf ihren russischen Weltmeister und Olympiasieger Artur Dalaloyan (Achillessehnen-Operation) verzichten muss, hat der 25-Jährige den Gmündern schon vor den Olympischen Spielen mitgeteilt, bei denen er mit der russischen Mannschaft dann Gold geholt hat.

Ein starkes Team

Paul Schneider nimmt die Situation wie sie ist. Er weiß um die Stärken seiner Athleten. Allen voran Andreas Toba, der im Frühjahr in Basel mit EM-Silber am Reck einmal mehr seine internationale Klasse unter Beweis gestellt hat und im Sommer in Tokio bei seiner dritten Olympiateilnahme mit der Mannschaft noch einmal ins olympische Mehrkampffinale eingezogen ist.

Die erst 23- bzw. 21-jährigen WM-Teilnehmer Carlo Hörr (23 / aktueller Deutscher Meister am Reck) und Glenn Trebing (21 / DM-Bronze 2021 am Barren) sind weitere Stützen der TVW-Bundesligariege. Ebenso die beiden 19-jährigen Thorre Beisel und Valtenin Zapf, die auch in Singen wieder eine tolle Leistung abgeliefert und dabei vor allem Nervenstärke bewiesen haben.

Sie sollen am Samstag dem KTV Straubenhardt beim Kampf um den Einzug ins DM-Finale die Stirn bieten. „Das wird keine einfache Aufgabe werden.“, weiß Schneider. Mit den deutschen Nationalturnern Dario Sissakis, Andreas Bretschneider und Ivan Rittschik sowie dem russischen Mannschaftsolympiasieger David Belyavskiy haben auch die Straubenhardter ein Team mit großer internationaler Erfahrung. Paul Schneider: „Das wird ein enger Kampf werden. Aber die Chancen sind immer da.“

Kein Fanbus

Möglicherweise muss das DM-Halbfinale wegen der sich zuspitzenden Corona-Situation ohne Zuschauer stattfinden. Vom Plan, einen Fanbus für die Fahrt nach Straubenhardt zu ordern, haben die Wetzgauer deshalb am Wochenende wieder Abstand genommen. Paul Schneider: „Es ist sehr schade. Aber in dieser Situation ist es vernünftiger, auf einen Fanbus zu verzichten.“

Die Chancen sind immer da.“

Paul Schneider, Kunstturnchef des TV Wetzgau
  • Der Weg in Finale der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft im Kunstturnen
  • DM Halbfinale
    Sa, 20. November,
    18 Uhr:KTV Straubenhardt -TV WetzgauTuS Vinnhorst - Siegerländer KV.
  • Im Kampf um den Klassenerhalt treffen am selben Tag der StTV Singen auf den SC Cottbus und Eintracht Frankfurt auf den noch amtierenden Meister TG Saar.
  • DM-Finale
    Sa, 4. Dezember, Ratiopharm-Arena Neu-Ulm. Ab 13.30 Uhr ermitteln die jeweils vier besten Bundesligateams der Männer und Frauen ihre Deutsche Mannschaftsmeister. Im kleinen Finale geht es jeweils um die Bronzemedaille. Da bei den Frauen ein Wettkampftag wegen Corona ausgefallen ist, stehen die Teams noch nicht fest.

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