Gmünder Girls immer schneller

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Die Gmünder Mannschaft in Berlin. Von links: Trainer Björn Koch, Marie Fuchs, Heike Stotz, Marit Boomers, Kathrin Stotz, Paula Fuchs.

13 Bestleistungen bei Quali-Wettkampf für die Jugend-Europameisterschaften / Marie Fuchs schwimmt wieder Landesrekord und gehört wie ihre Schwester Paula zur deutschen Spitzenklasse.

Berlin.

Die geradezu „unheimlichen“ Leistungssteigerungen der Gmünder Schwimmerinnen scheinen grenzenlos zu sein. Bei den international hochklassig besetzten „Berlin Swim Open 2022“ am vergangenen Wochenende in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark der deutschen Hauptstadt schwammen fünf junge Frauen der Leistungsgruppe 1 des Schwimmvereins Gmünd (Ida Schneider konnte leider krankheitsbedingt nicht starten) 13 persönliche Bestzeiten. Die Zwillingsschwestern Marie und Paula Fuchs (beide Jahrgang 2005) klopfen mittlerweile sogar ganz vorne an der deutschen Jugendspitzenklasse an und dürfen ein wenig davon träumen, vom Deutschen Schwimmverband für die Jugend-Europameisterschaften in Bukarest/Rumänien (5. – 10. Juli) oder für das „Summer European Youth Olympic Festival“ in Banska Bystrica/Slowakei (24. – 30.7.) nominiert zu werden.

Das „Berlin Swim Open 2022“ war nicht irgendein internationales Schwimmfest, vielmehr konnten hier die Spitzenschwimmer/innen aus ganz Europa die Qualifikationsnormen in der offenen Klasse für die Weltmeisterschaften in Budapest (16. 6. – 3.7.) und für die Europameisterschaften in Rom (11. – 21.8) sowie in den Jugendklassen für Bukarest und Banska Bystrica erfüllen. „Da war echte Wettkampfhärte und auch eine gewisse Erfahrung gefragt“, ordnete Björn Koch den Stellenwert der Wettbewerbe ein. Der SVG-Coach und seine Co-Trainerin Dany Fuchs waren unter diesen Gesichtspunkten hochzufrieden mit ihren Schützlingen: „Die Mädchen haben die Wettkämpfe motiviert angenommen und gut gemeistert, wenngleich eine gewisse Nervosität und Anspannung deutlich spürbar war“.

Marie Fuchs performte erneut imponierend: Sechs Starts, vier neue Bestzeiten, einen neuen württembergischen Rekord, drei württembergische Altersklassenrekorde, diverse Vereinsrekorde. Zweimal brachte sie das Kunststück fertig, als Jugendliche das A-Finale der Aktiven zu erreichen. Dabei trumpfte sie über 50 Meter Schmetterling besonders auf: Platz 6 in 27,42 Sekunden, neuer württembergischer Rekord, Altersklassenrekord, Vereinsrekord, und nur 72/100 Sekunden hinter einem Podestplatz. In der Jugendwertung bedeute dies Rang 3! Auch über 200 Meter Lagen erreichte Marie nach 2.23,24 Minuten im Vorlauf das Finale der besten acht; hier steigerte sich auf 2.22,65 Minuten – Platz acht und Rang 5 in der JEM-Wertung. Viermal stand Marie im JEM-Finale: Über 50 Meter Freistil wurde sie in 26,60 Sekunden Sechste, über 100 Meter Brust in 1.12,51 Minuten Siebte und über 100 Meter Freistil in 58,06 Sekunden (Vorlauf 58,04) Achte.

Mit einer Bronzemedaille belohnte sich Marie Fuchs schließlich über 100 Meter Schmetterling in der Jugendklasse. Sie steigerte sich von 1.02.00 Minuten im Vorlauf im Finale auf 1.01,72 Minuten (Vereinsrekord, württembergischer Altersklassenrekord). „Mit einer Zeit unter 1.02,00 Minuten hatte ich niemals gerechnet“, sagte Björn Koch, der „nur noch staunen konnte“, dass auch Zwillingsschwester Paula Fuchs unter dieser Marke blieb. Sie beendete das JEM-Finale als Fünfte in neuer Bestzeit von 1.01,95 Minuten. Aber damit nicht genug. Paula qualifizierte sich noch drei weitere Male fürs JEM-Finale: Über 100 m Rücken wurde sie in 1.06,22 Minuten Achte, jeweils Platz 6 schaffte sie über 200 Meter Rücken in 2.21,38 Minuten und über 50 Meter Schmetterling in 28,12 Sekunden.

Marit Bommers (Jahrgang 2008) überraschte als jüngste Gmünder Schwimmerin mit drei persönlichen Hausrekorden – und über 200 Meter Schmetterling einem sensationellen Einzug ins JEM-Finale, das sie in 2.34,70 Minuten als Achte beendete. Bestzeiten schwamm sie über 200 Meter Freistil mit 2.17,17 Minuten, über 50 Meter Freistil mit 28,90 Sekunden und über 50 Meter Schmetterling mit 30,87 Sekunden.

Genau so erfolgreich war Kathrin Stotz. Die 16-Jährige schaffte mit 5.17,42 Minuten über 400 Meter Lagen völlig unerwartet den Einzug ins JEM-Finale, in dem sie sich nochmals um fast fünf Sekunden auf 5.12,63 Minuten steigerte. Dazu kamen zwei weitere Bestzeiten mit 36,02 Sekunden über 50 Meter Brust und mit 4.40,77 Minuten über 400 Meter Freistil. Über 100 Meter Brust (1.17,78 Minuten), 50 Meter Brust (36,02 Sekunden) und 200 Meter Brust (2.48,36 Minuten) blieb sie nur ganz knapp über ihren besten Leistungen. Auch Heike Stotz (Jahrgang 2007) erfüllte die Erwartungen des Trainer-Duos, vor allem mit ihrer persönlichen Bestzeit von 5.24,33 Minuten über die 400 Meter Lagen. Über 100 Meter Brust (1.19,07 Minuten), 200 Meter Lagen (2.33,69 Minuten), über 50 Meter Brust (37,80 Sekunden) und über 200 Meter Brust (2.48,50 Minuten) überzeugte sie voll, auch wenn sie ihre Hausrekorde nicht steigern konnte.

Am Gründonnerstag brechen Björn Koch und Dany Fuchs mit 16 Schwimmer/innen zu einem Ostertrainingslager nach Duisburg auf. „Wir werden uns dort intensiv auf die süddeutschen und die deutschen Jahrgangsmeisterschaften vorbereiten“, kündigt der SVG-Trainer an. Man darf gespannt sein, ob der Aufwärtstrend des Gmünder Schwimmerteams sich bei den Sommersaisonhöhepunkten fortsetzt.

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