Gmünder Schützenvereine von Corona gebeutelt

  • Weitere
    schließen
+
Kreisoberschützenmeister Reinhard Mangold führte durch den 1. digitalen Gmünder Kreisschützentag in der Waldstetter Schwarzhornhalle.

1. digitaler Gmünder Kreisschützentag. Viele Clubs durch die Pandemie an ihre Grenzen gebracht.

Waldstetten.

Die Sportschützen blicken mit Stolz auf eine 800-jährige Tradition zurück. Sie sind deshalb nicht rückständig, wenn man beispielsweise an ihre hochkomplexe technische Ausstattung ihrer Sportgeräte wie Sportpistole oder KK-Gewehre denkt. So stellte denn auch Kreisoberschützenmeister (KOSM) Reinhard Mangold zu Recht zu Beginn des Kreisschützentages des Schützenkreises Schwäbisch Gmünd fest: „Wir Schützen stehen nicht nur für Tradition, sondern wir stehen auch für Fortschritt und digitale Transformation.“

Tatsächlich erlebten 71 Vereinsdelegierte zuhause im Wohnzimmer den 1. Digitalen Schützentag als Online-Übertragung aus der Waldstetter Schwarzhornhalle mittels einer farbigen Videoshow, in der Mangold beinahe den „Alleinunterhalter“ spielte. Weitere elf Vorstandsmitglieder und Amtsinhaber verfolgten vor Ort unter coronakonformen Bedingungen das ungewöhnliche Geschehen in der Halle.

Wegen Corona fand die Arbeit im Geschäftsjahr 2020 unter anderen Voraussetzungen statt; im Schützenkreis konnten Wettkämpfe und Meisterschaften nicht ausgetragen werden, auch das Vereinsleben kam zum Erliegen, so KSOM Mangold. Versammlungen waren nicht möglich, Training und Fortbildung wurden erheblich erschwert. Der zweite Lockdown habe viele Vereine an ihre Grenzen gebracht durch fehlende Einnahmen, weil keine Gartenfeste, Hocketsen und keine Vereinsheim-Bewirtung erlaubt waren. Durch die „Soforthilfe Sport“ der Landesregierung, die nun bis zum 30. Juni diesen Jahres verlängert wurde, konnte die Misere etwas abgemildert werden. Auch der Solidarpakt im Land stelle einen wichtigen Baustein dar, der für den Sportbereich von 87 Millionen auf über 100 Millionen Euro erhöht wurde. Und bis 2026 auf 130 Millionen Euro anwachsen soll, davon 40 Millionen für den Sportstättenbau.

24 Vereine mit 2971 Mitgliedern

Der Kreisvorsitzende führte weiter aus, dass die Pandemie den Schützen vor Augen geführt habe, wo sie Defizite besitzen, insbesondere beim Thema Digitalisierung. „Auch wir im Schützenkreis haben unsere ersten Erfahrungen gesammelt und wir werden diese Möglichkeiten der Kommunikation weiter ausprobieren.“ Abschließend ging Mangolds Dank an Landkreis und Stadt sowie weitere Institutionen an deren Unterstützung, ebenso an die 24 Schützenvereine und ihre 2971 Mitglieder für ihre Treue. „Dranbleiben, nicht resignieren, nicht nachgeben“ seien die Schlagworte. „Denn wir wollen unseren Schießsport in 2021 wieder ausüben und der Öffentlichkeit präsentieren.“ Ein Grußwort sprach Hausherr Michael Rembold, der als Waldstettener Bürgermeister die Schützenvereine als tragende Säulen der Gesellschaft bezeichnete.

Fortschritte bei der Fusion mit Aalen

Kreisdamenreferentin Silvia Knauer gab einen Zwischenstandsbericht für den beabsichtigten Zusammenschluss mit dem Schützenkreis Aalen. Es hätten sich bereits verschiedene Arbeitsgruppen für Finanzen, Sport und Kreismeisterschützenamt gebildet, die besonders Organisation und die Öffentlichkeitsarbeit behandeln. Ein Newsletter soll bald eingeführt werden.

Die Wahlen wurden diesesmal in Form einer Briefwahl vorgenommen. Zu den Kandidaten gehörte auch KSOM Mangold, der mit allen 71 Stimmen wiedergewählt wurde. Folgende Ämter wurden besetzt: Kreisoberschützenmeister Reinhard Mangold, 2. Kreisschützenmeister Thorsten Abele, Kreisschulungsleiter Norbert Knopf, Kreisdamenreferentin Silvia Knauer, Kassenprüfer Michael Pares und Eberhard Gross. Da sich kein Delegierter zur Verfügung stellte, muss Reinhard Mangold weiterhin das Amt des Schatzmeisters kommissarisch betreiben.

Das Schreckgespenst

„ Zu Beginn des Jahres war noch nicht abzusehen, was auf uns zukommen würde. Alle waren voller Zuversicht und mit Elan dabei, als die Winterrunde mit Liga- und Rundenwettkämpfen sowie das Kreiskönigsschießen stattfanden.“ So hoffnungsvoll beginnt der Bericht von Kreissportleiter Günter Busch. Dann hagelte es Absage auf Absage, von den deutschen Meisterschaften bis hinunter zu den Kreis-Titelkämpfen – „ein Schreckgespenst trieb sein Unwesen“ (Busch).

Die Fernwettkämpfe begannen zwar erfolgreich im September, wurden dann aber im November 2020 zum 2. Lockdown wieder abgebrochen.

Auch aus den anderen Sparten und Disziplinen gibt es wenig Sportliches und damit Erfreuliches zu berichten, sei es von der Jugend, den Damen oder den Bogenschützen, die wenigstens noch ihre Hallen-Kreismeisterschaften abhielten. Alle Hoffnungen liegen auf diesem Sportjahr, obwohl noch keine Titelkämpfe auf Kreisebene terminiert sind. Dagegen soll der Landesschützentag am 24. Juli in Sindelfingen stattfinden. Helmut Banschbach

Die Kreisschützenkönige 2020
Luftgewehr: Schützenkönig Patrick Meßner (SV Göggingen), Damenkönigin Katharina Schroth (SVDurlangen), Jugendkönig Raphael Eiberger (SV Waldstetten)
Luftpistole: Klaus Schurr (SV Lindach).

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL