Gmünder Sporthallen kein Aufnahmelager, sondern Ort der Integration

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Klaus Arnholdt, Leiter des Amtes für Bildung und Sport Schwäbisch Gmünd
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Viele Menschen müssen aus dem Kriegsgebiet der Ukraine fliehen. In Schwäbisch Gmünd ist die Unterbringung Geflüchteter bereits präsent. Sporthallen sollen dabei aber keine Rolle spielen.

Schwäbisch Gmünd

Die Sporthallen im Gmünder Raum sollen für Geflüchtete aus der Ukraine als Ort der Begegnung und Integration fungieren und nicht als Unterkunft. Die Kapazitäten erlauben es zu diesem Zeitpunkt. 
Über die aktuelle Situation und wie die sportliche Integration umgesetzt wird, spricht Klaus Arnholdt, Leiter des Amtes für Bildung und Sport in Schwäbisch Gmünd.
„Die Unterbringung ist ein Thema, das uns tatsächlich schon beschäftigt“, sagt Klaus Arnholdt. Doch gibt der Leiter des Bildungs- und Sportamtes Entwarnung: „Wir haben keine Glaskugel, aber zum jetzigen Stand gehen wir davon aus, dass wir die Sporthallen und Sportstätten nicht verwenden müssen.“

Krisenstab eingerichtet


So haben Bürgermeister Christian Baron, der Landrat und Landkreis sowie die Kommunen schnell reagiert und einen Krisenstab zur Unterbringungs-Thematik eingerichtet. Außerdem ist im Gmünder Raum die zivile Hilfsbereitschaft enorm. „Wir haben bis zu 100 private Angebote bekommen“, erklärt Arnholdt. So werden von den Einheimischen selbstlos „Wohnungen und Zimmer zur Verfügung gestellt“.
Das deckt sich in etwa mit den geflüchteten Menschen, die bis zu diesem Zeitpunkt in Schwäbisch Gmünd angekommen sind. „Es sind rund 100 Geflüchtete - hauptsächlich Mütter mit ihren Kindern“, sagt der Leiter des Bildungs- und Sportamtes. Sollten private Unterkünfte nicht ausreichen, so „kommen noch größere Angebote, die dann der Landkreis über zusätzliche Flächen vorhalten kann“. So betont Arnholdts erneut: „Im Moment - und ich will es jetzt nicht verschreien, denn man weiß nie, was passiert - sieht es nicht so aus, dass wir die Sporthallen als Unterbringungsmöglichkeit benötigen. Da sind wir gut unterwegs.“


Die Sporthallen und Sportstätten sollen hingegen als Zentrum dienen, Menschen verschiedener Kultur und Herkunft zu verbinden. Auch Klaus Arnholdt spricht sich sehr dafür aus: „Das Thema Sport und Integration ist spannend. Das haben wir schon bei der Flüchtlingskrise 2015 gesehen, dass wir da viel dazu beitragen können.“ Doch zunächst ist es wichtig, dass „die Leute erstmal ankommen sollen. Die Tagesstruktur ist das erste Thema“. Für Klaus Arnholdt ist es sehr wichtig zu sagen, dass „Schule und Betreuung an erster Stelle stehen“. So gibt es in Gmünd bereits ein erstes Angebot - eine sogenannte Kontaktveranstaltung - für ukrainische Schüler. 


Das Landesgymnasium für Hochbegabte in Schwäbisch Gmünd hat eine Kooperation zusammen mit der Schachgemeinschaft Schwäbisch Gmünd geschlossen und eine kleine Zusammenkunft organisiert. Am kommenden Dienstag treffen sich dadurch zehn ukrainische Kinder und deren Angehörige zum Schachspielen gegen die Gmünder. Die Veranstaltung ist terminiert von 18 Uhr bis 20 Uhr an der IHK-Geschäftsstelle. „Eine ganz tolle Geschichte“, sagt Klaus Arnholdt zu dieser Aktion.

Aufbau eines Patensystems


Im Allgemeinen findet es Arnholdt besser, wenn „man Kinder und Jugendliche direkt integriert und keine gesonderten Aktionen macht“. Um dies bewerkstelligen zu können wurde in Schwäbisch Gmünd ein Patensystem aufgebaut. „Unser Integrationsmanagement hat einen Pool an Leuten, die in ständiger Kommunikation stehen.“ Kommuniziert wird zwischen Geflüchteten und den Vereinen. „Wenn jemand Fußball spielen möchte, schauen wir, zu welchem Verein der- oder diejenige gehen kann.“ Lobenswert dabei ist besonders „die Offenheit der Vereine. Die ist immer da“.


Da es schwer einzuschätzen ist, wie die Geschehnisse in der Ukraine sich weiterentwickeln, hebt Klaus Arnholdt eines besonders hervor: „Das ist vermutlich ein Thema, das uns noch länger beschäftigen wird. Daher ist es wichtig, dass die aufgebaute Struktur nachhaltig sein muss.“

Schule und Betreuung stehen an erster Stelle.“

Klaus Arnholdt, Leiter des Amtes Bildung und Sport

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