Günther Kölle Deutscher Meister im Streckenflug

+
Nur fürs Fotos ohne Masken (vlnr): DaeC-Präsident Stefan Klett, Titelgewinner Günter Kölle und Andreas Wenzeck (Vorsitzender der Bundeskommission Segelflug)

Nach 15 Jahren hat der Pilot der Fliegergruppe Schwäbisch Gmünd den Titel im Gepäck.

Schwäbisch Gmünd. Schon 15 Jahren lang versucht Günter Kölle von der Fliegergruppe Schwäbisch Gmünd, den Meistertitel der Deutschen Meisterschaft im Streckensegelflug in der 15m Rennklasse zu holen. In diesem Jahr konnte er nun endlich seinen Traum verwirklichen: Bei der Siegerehrung am vergangenen Samstag auf der Wasserkuppe in der Rhön bekam der sichtlich bewegte Streckenflugprofi seine Urkunde überreicht.

Wie oft er schon den zweiten oder dritten Platz geholt hat, kann Kölle ohne Nachzuschauen aus dem Kopf gar nicht mehr sagen. Der Titelgewinn war und blieb ein ewiges Ziel in diesem dezentralen Wettbewerb, der unter der etwas sperrigen Bezeichnung Deutsche Meisterschaft im Streckensegelflug (DMSt) jährlich von April bis September deutschlandweit ausgetragen wird.

Fast während des gesamten Zeitraumes ist man quasi immer in Habachtstellung, erzählt er. Man beobachtet die großräumige Wetterlage, um gute Tage herauszufiltern. Ganz Süd- sowie Mitteldeutschland ist da zu beobachten, denn siegbringende 600 - 800 Kilometer umfassende Dreieck-Strecken führen oft bis nach Thüringen und in den Bayrischen Wald. Ein flexibler Arbeitgeber, wie ihn Günther Kölle hat, ist da fast unabdingbar, denn die besten Tage fallen nicht automatisch auf die Wochenenden. Gewertet werden die drei punkthöchsten Flüge einer Saison, das bedeutet man muss mindestens drei solcher Top-Flüge abliefern. Am besten mit vorher angemeldeter Streckenführung, denn dafür gibt es satte Punktaufschläge. Um eine Chance auf den Sieg zu haben, ist man quasi gezwungen, bei jedem guten Wetter zu fliegen, denn das behält die Konkurrenz immer im Auge und schätzt ab, ob diese in ihrem Fluggebiet ebenfalls Top-Wetterlagen bekommen. Und oft ist das Wetter regional sehr unterschiedlich.

Sieg mit Oldtimer

Eine Besonderheit ist, dass Kölle mit dem Shempp-Hirth Ventus C eine Konstruktion aus den 80er Jahren flog, die der Konkurrenz technisch locker 30 Jahre hinterherhinkt. Das er mit diesem „Oldtimer“ in diesem Jahr die modernen Hightech-Flugzeuge geschlagen hat, macht ihn besonders stolz. Denn am Ende kommt es eben doch immer auf den Piloten und dessen Erfahrung an. Und davon hat Kölle reichlich: Der 59 jährige fliegt seit inzwischen 43 Jahren und hat rund 5000 Flugstunden gesammelt.

Mit dem Titel, vom Präsidenten des Deutschen Aeroclub DaeC Stefan Klett überreicht, fällt für Kölle nun ein lange gestecktes Ziel weg. Da er just in diesem Sommer seinen geliebten Ventus, durchaus mit Wehmut, verkauft und sich ein eigenstartfähiges Segelflugzeug zugelegt hat, plant er neben den Langstreckenflügen nun auch Wandersegelflüge durch Europa. Und ganz „nebenbei“: Der 15m-Klasse Vizemeistertitel ging an Bastian Hörber, ebenfalls Fliegergruppe Schwäbisch Gmünd. Und in der Mannschaftswertung ging der Titel mit dem Team Freddy Hein, Frank Rodewald und Tobias Ladenburger ebenfalls nach Gmünd.

Nur fürs Fotos ohne Masken (vlnr): DaeC-Präsident Stefan Klett, Titelgewinner Günter Kölle und Andreas Wenzeck (Vorsitzender der Bundeskommission Segelflug)
Flugbild von Günter Kölle in seinem Ventus C „GK“

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare