Gute Form - aber falsches Material

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Annika Seefeld, Streif- Vertical-Up

Laufsport Annika Seefeld erreicht beim spektakulären Trail-Run auf der Streif in Kitzbühel Platz drei - trotz der falschen Schuh-Wahl.

Kitzbühel.

Wer in der Welt des Sports kennt sie nicht? Die „Streif“ in Kitzbühel. Austragungsort eines der bekanntesten und gefährlichsten Skirennen der Welt.

Und der Wahnsinn geht auch umgekehrt. Auf der Originalstrecke von unten nach oben. Das heißt dann 3312 m Streckenlänge und 860 Höhenmeter, eine durchschnittliche Steigung von 27 Prozent und an den steilsten Passagen eine Steigung bis 85 Prozent. Weicher Schnee aber auch völlig vereiste Passagen waren zu laufen. Beim „Streif“-Berglauf herrscht freie Materialwahl. Es ist alles erlaubt für die meist 800 bis 1000 Teilnehmer, solange im Rennen alles aus eigener Kraft geschieht. Ski, Laufschuhe mit oder ohne Spikes, Steigeisen, Schneeschuhe, und anderes mehr. Obligatorisch für alle Teilnehmer sind aber Helm und Stirnlampe. Der Start in der Dunkelheit und die teilweise ausgeleuchtete Strecke verleihen dem ganzen dann noch eine besondere epische Note.

Beim Material verwählt

Die Materialwahl, je nach Streckenbeschaffenheit, kann auch in die Hose gehen, musste Annika Seefeld dann auch im Rennen schmerzlich erfahren. Ohne vorherige Streckenkenntnis entschied sie sich für normale Trailschuhe mit Grödeln, quasi eine zweite Sohle mit vielen feinen kurzen Dornen.

Gleich am ersten markanten Punkt, der Hausbergkante, musste sie dann die Favoritin und Vorjahressiegerin aus der Schweiz, die mit Crosslaufschuhen und 18mm Dornen unterwegs war, ziehen lassen.

Mit der Form zufrieden

Nur mit größter Mühe und Geschick konnte sie dieses rutschige Steilstück überhaupt überwinden. Die gleichen großen Probleme kamen dann weiter oben in der „Mausefalle“ und im Steilhang vor dem Ziel. Da sind in manchen Jahren sogar schon Fixseile verlegt worden.! Ohne Gegenwehr leisten zu können, infolge des fehlenden Grip, musste sie dann, kurz vor dem Ziel, auch die beste Österreicherin passieren lassen. Das war sehr schade, zumal sie sich eigentlich toll in Form fühlte.

Aber man muss die Power eben auch auf den Boden bringen. So reichte es dann schlussendlich, nach knapp 45 min Laufzeit, immerhin noch zum 3. Platz, was auch noch mit einem Preisgeld belohnt wurde. Aber es war ein Sportevent der absolut besonderen Art, sowohl für Top-Athleten bis zum Fun-Sportler, der noch eine Herausforderung sucht die er sein Leben lang nicht mehr vergisst.

Am wichtigsten war aber die Erkenntnis, dass die Form stimmt, nachdem Annika Seefeld sich jetzt selber um die Trainingspläne kümmert. Nachdem 2021 fast alle Wettkämpfe ausgefallen ist, hofft sie nun diese Saison, sich für das DLV-Team und die Trail- und Berglauf-WM und EM empfehlen zu können.

Annika Seefeld, Streif - Vertikal Up
Annika Seefeld beim Streif- Vertical-Up in Kitzbühel.

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