Hier riecht's wie in einem Krankenhaus

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Das Training macht wieder richtig Spaß. Nina Gjini (links) und Dorothea Hüber an den Bändern. Im Hintergrund beobachten LGS-Cheftrainer Lutz Dombrowski und Patricia Sonnentag aufmerksam ihre Athleten.
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Die Athleten der LG Staufen sind wieder ins Training eingestiegen. Der Blick wird jetzt schon auf die Hallensaison gerichtet.

HIer riecht's wie in einem Krankenhaus. Die Bemerkung ist durchaus treffend. Wo einem ansonsten der Duft von Massageöl entgegenweht, zieht den Sportlern jetzt die Ausdünstung von Desinfektionsmittel in die Nase. "Man gewöhnt sich daran", sagt Nina Gjini, die im Kraftraum-Container im Stadion des Gmünder Berufsschulztrums auf dem Hardt an den Geräten ist. Die Hanteln muss sie anschließend sorgfältig mit dem bereitgestellten Desinfektionsmittel säubern. Das ist Vorschrift in Corona-Zeiten.

Seit Dienstag sind die Leichtathleten der LG Staufen wieder im Training. Vorbei ist die Zeit des notdürftigen Hometrainings. "Ich freue mich riesig, dass wir hier wieder richtig trainieren können", strahlt Nina Gjini. Die 15-jährige Mehrkämpferin zählt zu den Besten ihres Alters im Siebenkampf in Deutschland. Ein Platz auf dem Treppchen bei der Junioren-DM wäre durchaus drin gewesen.

Dass daraus nichts wird, daran ist Corona schuld. Die Pandemie hat auch den Leichtathleten die Saison vermasselt. Die Wettkampfsaison im Freien hatte noch gar nicht begonnen, da war sie schon zu Ende. "Wir trainieren jetzt praktisch schon auf die Hallensaison hin", sagt LGS-Chefcoach Lutz Dombrowski.

Dennoch ist auch er froh, seine Schützlinge wieder bei sich zu haben. Auch wenn die Trainingsplanung und Gestaltung ziemlich kompliziert und aufwändig ist. Jeder, der kommt, muss sich in eine Liste eintragen. Das Training darf nur in Kleingruppen gehalten werden. Die Trainer müssen strengsten darauf achten, dass ihre Athleten das Abstands- und Hygienegebot beachten. "Auf den tausend Quadratmetern hier in Stadion ist das mit dem Abstand halten kein Problem", sagt Dombrowski. Der Aufwand, der bei der Organisation dahintersteckt, hingegen ist gewaltig. Eine Stunde bevor es losging, hat er am Mittwochnachmittag mit dem Aufbau begonnen; unterstützt unter anderem von Toni Schreitmüller, Patricia Sonnentag und Max Berger. Sie alle tragen Mund- und Nasenschutz. "Wir haben Glück, dass gerade kein Schulsport ist. Normalerweise dürfen wir ansonsten erst in den Abendstunden rein", erzählt Schreitmüller. Das Zeitkontingent würde sonst nicht ausreichen. Dabei sind noch gar nicht alle Athleten am Start. Begonnen wurde mit den Jugendlichen bis hinauf zu den Aktiven. Wenn die Jüngsten – hoffentlich bald – folgen werden, dann es organisatorisch noch ein bisschen schwieriger.

Auf den tausend Quadratmetern hier im Stadion ist das mit dem Abstand halten kein Problem.

Lutz Dombrowski Cheftrainer der LG Staufen

Dass trotz des Hometrainings, zu dem die Athleten in den vergangenen Wochen gezwungen waren, die körperliche Fitness gelitten hat, liegt auf der Hand. "Wir beginnen im Prinzip wie bei der Saisonvorbereitung", erklärt Lutz Dombrowski. Rund zwei Wochen, so schätzt der Weitsprung-Olympiasieger von 1980, werde man benötigen, um die Sportler über ein ganz normales Grundlagentraining wieder an ein "echtes" Leichtathletiktraining heranführen zu können.

Auch wenn es in diesem Jahr nichts mit der ersehnten DM-Medaille geworden ist, freut sich Nina Gjini "riesig, endlich wieder Gas geben zu dürfen." Denn: "Wenn mein Bruder Max mich nicht bei unseren gemeinsamen Joggingläufen etwas gepusht hätte, hätte die Motivation doch sehr nachgelassen", gesteht sie. Das ist jetzt wieder anders.

Das Training macht wieder richtig Spaß. Nina Gjini (links) und Dorothea Hüber an den Bändern. Im Hintergrund beobachten LGS-Cheftrainer Lutz Dombrowski und Patricia Sonnentag aufmerksam ihre Athleten.

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