„Hoffentlich läuft die Saison einigermaßen normal“

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Ringen Heute startet die Saison in einem Vollkontaktsport - unter Corona-Vorzeichen. Sie gibt den Verantwortlichen schon vorab viele Fragezeichen auf.

Aalen.

Mit einigen Sorgenfalten gehen die Ringsportvereine der Region in die heute beginnende Saison. In diesem Vollkontaktsport sind die Sportler noch einmal größerem Infektionsrisiko in Corona-Zeiten ausgesetzt. Was den regulären Verlauf der Saison mit einigen Fragezeichen versieht.

„Derzeit gelten für die Sportler die 3G-Regeln – sie müssen in Training und Wettkämpfen geimpft, genesen oder getestet sein“, sagt Florian Betzler, Vorsitzender des KSV Aalen 05, der in der Landesklasse ringt. 15 von 21 Ringern sind beim KSV geimpft, der Rest muss somit laufend getestet werden. Bei der KG Dewangen/Fachsenfeld sind etwa zwei Drittel der Sportler geimpft, wie der Sportliche Leiter Patrick Abele erklärt. Beide starten heute mit dem Derby in der Oberliga. Geimpft sein müssen die Athleten mit einem in der EU zugelassenen Impfstoff, russische oder chinesische gehen also nicht.

Tests gehen ins Geld

Derzeit werden in den Vereinen vor dem Training Schnelltests mit den ungeimpften Sportlern, bisher meist in öffentlichen Testzentren. Ab kommender Woche müssen die Tests laut Verordnung selbst bezahlt werden, was einen weiteren Kostenfaktor ausmacht. In der Warnstufe wären dann PCR-Tests statt der Schnelltests vorgeschrieben. „Der KSV wird den Ringern Schnelltests und PCR-Tests bezuschussen, den Großteil müssen sie aber selbst bezahlen“, sagt Florian Betzler. Ähnlich wird die KG laut Abele verfahren. Zu den Kämpfen sind weiter Antigentests aus einem Testzentrum nötig, zertifiziert und durch geschultes Personal.

Bei 2G fehlen Ringer

„Schwierig wird es, wenn die Krankenhausbelegung so ansteigt, dass die sogenannte Alarmstufe gilt. Dann dürften nur noch Geimpfte und Genesene Ringer antreten“, beschreibt Betzler. „Das heißt ein Drittel der Kader fällt dann für die Vereine weg.“ In Anbetracht dieser Aussichten haben einige Vereine in den Ligen ihre Mannschaften zurückgezogen, so auch zwei in der Oberliga.

Und viele Diskussionen mit dem Württembergischen Ringerverband wurden geführt. In seinen neuesten Richtlinien hat der Verband nun festgelegt, dass im Falle einer Alarmstufe (2G) in Oberliga bis zur Landesliga eine Mannschaft nur noch mit sieben Ringern antreten muss, statt der üblichen zehn Sportler. In der Landesklasse mit sechs statt regulär mit neun Ringern.

Auch Jugendliche, die in Männermannschaften eingesetzt werden, müssen einen Test durch zertifizierte Personen vorzeigen.

Probleme bei der Jugend

Auch zu den Jugend- und Schülermannschaften gab es einige Diskussionen. Ursprünglich wollte der WRV auch hier immer zertifizierte Tests durch geschultes Personal vor Training und Wettkampf fordern. Das heißt, der in Schulen vorgenommene Test hätte nicht gegolten. „Das wäre für die Vereine nicht machbar gewesen“, sagen die Verantwortlichen. Viele Vereine hätten oder haben ihre Nachwuchsmannschaften zurückgezogen, was ein immenser Schaden für das Ringen gewesen wäre. Jetzt werden die Schultests anerkannt, wer am Freitag getestet wird und das per Bescheinigung nachweist, kann am Samstag ringen. Für den Sonntag müssen aber Schnelltests vorgenommen werden, durch eine zertifizierte Person. „Ringen ist ein extremer Kontaktsport wie kein anderer, da müssen wir einfach extrem vorsichtig sein“, sagt Frank King, Jugendreferent beim WRV.

Alle Kampfrichter des WRV leiten die Kämpfe mit einem MNS und einer elektronischen Handpfeife.

„Wir hoffen dass die Zahlen nicht steigen und wir die Runden wie geplant absolvieren können“, sagen Betzler und Abele. Dem schließt sich der Verband an, der die Vereine auffordert, die Kämpfe möglichst durchzuziehen, auch „wenn man mal nicht komplett antreten könne“.

Ringen ist ein extremer Kontaktsport wie kein anderer.“

Frank King, Jugendreferent WRV

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