Holger Bux: Nach dem Abi voll auf den Fußball konzentrieren

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Holger Bux auf dem Weg zum Fußballprofi. Am Sonntag feierte der 18-Jährige aus Rosenberg im Mainzer Bruchwegstadion sein Regionalliga-Debut.
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Wie VfR Aalens A-Juniorenspieler Holger Bux einen Tag vor dem Mathe-Abi sein Debut bei den Fußballprofis erlebt hat.

Aalen.

Holger Bux hat's bald geschafft. Am Montag hatte er am Peutinger Gymnasium in Ellwangen seine letzte schriftliche Abiprüfung (Mathe). Jetzt noch das Mündliche. Dann kann er sich voll auf das Fußball spielen konzentrieren. Der Traum vom Fußballprofi lebt bei dem 18-Jährigen aus Rosenberg mehr denn je, seit er am Sonntag - gemeinsam mit seinem U19-Teamkollegen Michael Schaupp - im altehrwürdigen Mainzer Bruchwegstadion gegen die Bundesligareserve des FSV Mainz 05 sein Debut im Regionalligatrikot des VfR Aalen feierte.

Herr Bux, wie überrascht waren Sie, als Sie von Ihrer Nominierung für die Startelf erfuhren?

Bux: Ich war sehr überrascht, als mir der Trainer das am Mittwoch nach dem Training in einem Gespräch mitgeteilt hat. Ich habe mich riesig gefreut.

In der U19 spielen Sie normalerweise im Mittelfeld. In Mainz standen Sie plötzlich in der Sturmspitze.

Bux: Es ist richtig: In der U19 spiele ich in der Regel auf der 8 im zentralen Mittelfeld. Wir haben im Training am Mittwoch Elf gegen Elf gespielt. Da hat mich Trainer Uwe Wolf ins Sturmzentrum gestellt. Ich glaube, dass ich ganz gut gespielt habe. Ich habe auch ein paar Tore gemacht. Anschließend hat er mir gesagt, dass ich mich darauf vorbereiten soll, dass ich in Mainz im Sturmzentrum spielen werde.

Sie haben Ihr Debut in einer Profimannschaft sofort in der Startelf gegeben. Es sah lange Zeit nach einem Sieg für euch aus. Am Ende habt ihr das Spiel 1:3 verloren. Vermutlich hat Trainer Uwe Wolf nach dem 1:1-Anschlusstreffer der Mainzer kur vor dem Halbzeitpfiff schon in der Pause eine ordentlich Kabinenansprache gehalten.

Bux: Natürlich hat er deutliche Worte gefunden. Wir waren die ganzen ersten 45 Minuten die überlegene Mannschaft. Nach dem plötzlichen 1:1-Anschlusstreffer saßen wir dann zunächst völlig geknickt in der Kabine. Der Trainer hat versucht, uns wieder aufzubauen.

Was nehmen Sie mit aus ihrem ersten Einsatz in einer Profimannschaft?

Bux: Für mich persönlich war es ein großes Erlebnis. Das begann schon bei der Anreise. Es ist einfach ein wahnsinniges Gefühl, wenn du in einem solchen Stadion auf den Rasen gehst. So etwas Gepflegtes findet man in der Jugend nicht vor. Da spielen wir oft auf Kunstrasen. Am Ende war aber auch ich wahnsinnig enttäuscht über die Niederlage. Ich glaube, da macht es keinen Unterschied, wie viel Erfahrung man bereits hat oder nicht.

Man sagt oft, der Unterschied von der Jugend zu den Aktiven ist auch ein Schritt zu einer anderen körperlichen Härte. Ist das so?

Bux: Ja, schon. Ich habe sofort gemerkt, was es bedeutet, gegen einen 30-jährigen routinierten Innenverteidiger zu spielen, der einem ganz schön auf den Leib rückt. Da musst du dich wirklich reinhängen, um dagegenzuhalten.

Gibt's sonst Unterschiede?

Bux: Das Spiel ist wesentlich schneller, technisch sauberer und die Spieler sind einfach abgezockter.

Werden Sie im Heimspiel am Samstag gegen den Bahlinger SC wieder auf dem Feld stehen?

Bux: Das kann ich nicht sagen. Ich werde jedenfalls im Training alles geben, um mich anzubieten.

In wenigen Wochen werden Sie das Abitur in der Tasche haben. Wie sehen Ihre Zukunftsplanungen aus?

Bux: Noch ist die Schule nicht vorbei. Da steht schon noch etwas an. Dann möchte ich erst einmal ein Jahr Pause machen und mich voll auf den Fußball konzentrieren.

Laufen schon Gespräche mit dem VfR Aalen für die kommende Saison?

Bux: Noch nicht. Ich bin jetzt erst einmal froh, dass ich in dieser Saison vollends im Kader dabei sein darf. Alles Weitere lasse ich auf mich zukommen.

Es ist einfach ein wahnsinniges Gefühl, wenn du in einem solchen Stadion auf den Rasen gehst.“

Holger Bux, VfR Aalen

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