Im MTB-Eldorado rund um Aalen

+
Bike
  • schließen

Die Ostalb ist schon lange ein Magnet für viele Mountainbiker aus dem ganzen Land. Jetzt bietet sogar der Deutsche Alpenverein eine Tour im „MTB-Eldorado rund um Aalen“ an.

Aalen.

Wer in diesen Tagen zu Fuß auf den Wanderwegen des Albuchs unterwegs ist, der kann schon ins Fluchen geraten ob der aufgewühlten matschigen Pfade, die die Mountainbiker verursachen. Und die der derzeitigen Diskussion um die Legalisierung von Mountainbiketrails neue Nahrung geben. Dass ausgerechnet der Deutsche Alpenverein als ausgewiesener Naturschutzverein in seinem Programm wirbt für das „MTB-Eldorado rund um Aalen“, das irritiert auch Dr. Hermann Schlehe. Der Aalener ist selbst Mitglied im Deutschen Alpenverein und kennt die jahrelangen Diskussionen um das Zusammenspiel des Naturschutzes mit den Interessen der Freizeitgestaltung der Menschen schon lange aus dem Klettersport, den er früher selbst betrieben hat.

„Sie dürfen mich nicht falsch verstehen“, sagt er. „Ich bin für Sport in der Natur. Aber nicht auf Kosten der Natur.“ Er sei auch für das Mountainbiken, betont Schlehe. Aber wenn dies im Einklang mit der Natur geschehen soll, „dann müssen dringend entsprechende Wege ausgewiesen werden. So wie dies in anderen Regionen bereits gemacht wird.“ Es sei ganz wichtig, dass man mit dem Runden Tisch in Aalen voran komme. So wie die Wege in den Wäldern rund um Aalen derzeit aussehen würden, könne es nicht bleiben. „Ich kann ja mit dem Auto auch nicht überall reinfahren.“

Dass landesweit Aalen bereits als Eldorado für Mountainbiker ausgewiesen werde, zeige die Dringlichkeit von entsprechenden Maßnahmen und Vorkehrungen auf.

Was dies betrifft, ist Moritz Belmann völlig bei ihm. Belmann ist MTB-Guide der Sektion Stuttgart des Deutschen Alpenvereins und führt als solcher die angebotene Tour am 16. Juli. Belmann ist Aalener. Auch wenn er schon lange mit seiner Familie in Korb im Remstal wohnt, kennt er sich in den Wäldern und Wiesen rund um seine Heimatstadt immer noch aus wie in seiner Westentasche. Auch die entfachte Diskussion um die Schaffung eines Trailnetzes für Mountainbiker ist ihm nicht entgangen. Wenn die Wege so matschig werden wie derzeit, dann sei nicht nur der Konflikt mit den Wanderern nachvollziehbar, „dann ist auch die Erosion der Wege viel zu groß. Dann ist das nicht mehr tragbar“, sagt er.

Die Radfahrer deshalb einfach zu verfluchen und sie aus der Natur zu verbannen sei nicht die Lösung. Es gelte doch, die Menschen für die Belange der Natur zu sensibilisieren. „Das kann ich doch nur, wenn ich ihnen die Möglichkeit gebe, sich auch in der Natur zu bewegen“, betont Moritz Belmann. Als MTB-Guide sehe er sich genau in dieser Verantwortung. Natürlich müsse es nicht sein, „frühmorgens oder spätabends durch den Wald zu brettern und das Wild aufzuscheuchen“, sagt er. Da könne man sich darauf einstellen. Im Übrigen wisse er auch aus Gesprächen mit Förstern und Jägern, dass sich auch das Wild auf Situationen einstelle und viel befahrene oder begangene Wege zu bestimmten Zeiten eben meide. Viele Jäger würden dies nicht als generelles Problem erachten.

Worin sich aber viele einig seien, ist, dass es ein ausgewiesenes Wegenetz geben müsse, mit Hilfe dessen Schutzzonen erreicht werden können. Remstalabwärts, rund um Schorndorf und Waiblingen, gebe es dafür schon richtig gute Beispiele. Belmann: „Der Ostalbkreis ist diesbezüglich wirklich noch hinterher.“

Gegenseitig nicht ins Gehege kommen

Auch wenn Martin Belmann für gegenseitige Rücksichtnahme appelliert, sieht er in einem ausgewiesenen Trailnetz für Mountainbiker einen weiteren Vorteil. Wanderer und Radfahrer kommen sich weniger ins Gehege. Schließlich sei es für einen Mountainbiker auch nicht immer attraktiv, einen viel begangenen und mitunter schmalen Wanderweg zu befahren.

Die Zweimeter-Regelung, wie sie in Baden-Württemberg für Wege als Radfahrerlaubnis besteht, sieht Belmann hingegen nicht als zielführend. Dadurch werde eine ganze Interessengruppe in die Illegalität gestellt. Belmann: „Das ist sehr bedenklich.“

Auf den Begriff des „MTB-Eldorados“ angesprochen, steht Moritz Belmann absolut dahinter. Aus dem Stuttgarter Raum, sagt Belmann, „ist Aalen mit der Bahn in einer Stunde und klimaneutral zu erreichen. Das bietet dieser Region doch eine wahnsinnige Chance, sich als interessante Outdoor-Region zu präsentieren.“

„Der Ostalbkreis ist diesbezüglich wirklich noch hinterher.“

Moritz Belmann, MTB-Guide

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare