Kai Häfner: „Wir müssen Schwächephasen noch kürzer halten“

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Kai Häfner: Der Gmünder war gegen Holland in der Schlussviertelstunde der herausragende Spieler.

Deutschland steht bei der Handball-Weltmeisterschaft im Viertelfinale: Der Führungsspieler aus Schwäbisch Gmünd  zieht eine Zwischenbilanz.

Kattowitz. Fünf Siege in Folge – die deutschen Handballer haben sich bei der Weltmeisterschaft in Polen und Schweden in einen Flow gespielt. Kai Häfner und Djibril M´Bengue, die beiden Ex-Spieler des TSB Gmünd, dürfen nun sogar vom ganz großen Wurf träumen.

Mit einem 33:26-Erfolg über die Niederlande gelang der DHB-Auswahl am Samstag die nächste Machtdemonstration. Während M´Bengue gar nicht zum Einsatz kam, lief Häfner erst in der Schlussviertelstunde zur Höchstform auf und steuerte vier Tore bei. Das Team von Bundestrainer Alfred Gislason steht damit vorzeitig im Viertelfinale, eine große Feier gab es dennoch nicht. Der Blick richtet sich längst nach vorne, wie Häfner im Interview betont. Denn die „dicken Brocken“ warten erst noch – etwa die noch ungeschlagenen Norweger, gegen die es am Montag (20.30 Uhr / live in der ARD) um den Gruppensieg geht.

Herr Häfner, der Viertelfinal-Einzug war das große Ziel der deutsche Mannschaft. Wie lautet Ihr Zwischenfazit?

Wir sind sehr froh darüber, direkt den ersten ersten Matchball genutzt zu haben und das auch noch mit so einem guten Spiel gegen unfassbar schnelle Niederländer. Wir sind wieder einen Schritt weiter. Jetzt freuen wir uns auf alles, was da noch kommt.

Unter den 6250 Zuschauern in Kattowitz finden sich auch immer mehr deutsche Fans. Wie nehmen Sie die Stimmung wahr?

Die Kulisse war sensationell. Es macht riesigen Spaß, vor diesem Publikum zu spielen und ich glaube wir konnten durch unser Spiel auch etwas zurückgeben.

In Polen gewannen Sie vor sieben Jahren mit dem deutschen Team den EM-Titel. Spielen diese Erinnerungen heute noch eine Rolle?

Natürlich denkt man gerne daran zurück. Der Sport selbst ist dann aber doch so schnelllebig, dass wir uns davon nun nichts kaufen können.

Mit Norwegen um Superstar Sander Sagosen vom THW Kiel wartet nun der erste Gegner mit Titelambitionen. Was fehlt euch vielleicht noch, um auch ein Weltklasse-Team schlagen zu können?

Nun müssen wir es schaffen, die kleinen Schwächephasen, die in jedem Spiel vorkommen, noch kürzer zu halten. Um eine der großen Nationen schlagen zu können, müssen wir unsere Leistung über 60 Minuten am Maximum halten.

Gegner im Viertelfinale wird entweder Spanien oder Frankreich sein. Würden Sie dem Angstgegner Spanien lieber aus dem Weg gehen und stattdessen gegen Olympiasieger Frankreich spielen?

Das ist eine schwierige Frage. Beide Mannschaften haben ihre Stärken und Schwächen. Das nehmen wir, wie es kommt. Egal auf wen wir treffen, es wird ein schwieriges Spiel, auf das wir uns aber freuen. Jetzt zählt erst einmal nur Norwegen , dann sehen wir weiter. 

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