Kai Häfner zur Nichtnominierung: „Ich mache mir keinen Kopf“

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Akzeptiert die Entscheidung des Bundestrainers: Nationalspieler Kai Häfner aus Schwäbisch Gmünd nimmt die Nichtnominierung gelassen hin und will sich nun über die Bundesliga für die Europameisterschaft 2022 empfehlen.
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Der Nationalspieler aus Gmünd reagiert entspannt auf seine Nichtberücksichtigung für die anstehenden Länderspiele: „Der Bundestrainer sagte mir, dass das nichts für die Zukunft heißt.“

Melsungen / Schwäbisch Gmünd

Ist das bereits das Ende aller EM-Träume? Nationalspieler Kai Häfner schüttelt den Kopf und reagiert gelassen auf seine Nichtberücksichtung durch Bundestrainer Alfred Gislason. „Ich hatte ein wirklich sehr gutes Gespräch mit ihm, und er sagte mir, dass weiter alles offen ist“, so der 32-jährige Rückraumspieler aus Schwäbisch Gmünd. Und er ist sich sicher, dass „weiteren Lehrgängen nichts im Wege steht“.

Wenn die deutsche Nationalmannschaft am 5. November gegen Portugal und am 7. November gegen Luxemburg antritt, fehlt ein Leistungsträger der vergangenen Jahre: Kai Häfner. Alfred Gislason hat den 32-Jährigen für die beiden Testspiele nicht nominiert. „Der Bundestrainer hat mir bereits am Freitag am Telefon gesagt, dass er einigen Spielern eine Pause geben will und dass das nichts für die Zukunft heißt“. Auch nicht für die vom 13. bis 30. Januar in Ungaren und der Slowakei stattfindende Europameisterschaft. „Ich glaube, im Sport ist alles sehr schnelllebig. Wenn man seine Leistung bringt bis zu einem großen Turnier, dann hat man auch gute Chancen dabei zu sein. Ich mache mir deshalb keinen Kopf.“

Häfners Vater Wolfgang bestätigt, dass „für Kai keine Welt untergeht, nur weil er nicht dabei ist“. Er habe mit seinem Sohn ein langes Gespräch geführt und über die Nichtnominierung geredet. „Er akzeptiert die Entscheidung und will jetzt alles versuchen, dass er im Verein MT Melsungen seine Leistung bringt.“ Ohnehin sei die Nichtberücksichtung nicht überraschend gekommen. „Ich habe selbst auch nicht damit gerechnet“, sagt Wolfgang Häfner, der sich selbst als „den größten Fan und größten Kritiker“ bezeichnet. Letzterer sagt klar, dass „Kai bei Olympia kein gutes Turnier gespielt hat und seine Leistung nicht immer nationalmannschaftsreif war“. Hinzu kam, dass der 32-jährige Rückraumspieler durch weniger Einsatzzeiten „kaum die Möglichkeit hatte, seine Fehler auszugleichen“. Aber auch das sei der Lauf der Zeit: „Vor zehn Jahren hat Kai Druck auf die Etablierten gemacht, jetzt machen die Jungen Druck auf Kai.“

Und welchen Rat gibt Wolfgang Häfner seinem Sohn mit? „Ich habe ihm gesagt, dass er cleverer agieren muss. Dass er nicht mit der Brechstange versuchen soll, Tore zu erzielen.“ Stattdessen müsse er sich zunächst auf seine Stärken besinnen und beispielsweise den Mitspieler durch einen klugen Pass freispielen. „Wenn er diese Sicherheit hat, dann kann er auch wieder versuchen, Tore zu schießen.“ Wobei Wolfgang Häfner auch da sagt, dass das bei seinem Verein derzeit nicht so einfach sei.

Kraft tanken in der Pause

„Auch bei MT Melsungen hat er unter dem neuen Trainer weniger Einsatzminuten, und in denen muss er dann seine Tore bringen.“ Allerdings sieht der Vater des Gmünder Nationalspielers darin auch einen Vorteil. „Kai hatte im vergangenen Jahr extrem hohe Belastungen. Er hat in der vergangenen Saison nach Weihnachten 28 Spiele absolviert. Dann kam die WM, dann Olympia, und nach einer Woche Pause ging bereits die Vorbereitung los.“ So gesehen sei dem 32-Jährigen die Auszeit nicht unrecht. Und wer Kai Häfner kennt, der weiß, dass er diese Zeit nutzt um Kraft zu tanken. Und hinterher anzugreifen. Das wird dann auch Bundestrainer Alfred Gislason zu sehen bekommen.

Ich hatte ein sehr gutes Gespräch mit ihm.“

Kai Häfner, Handball-Nationalspieler aus Gmünd

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