Kai Häfner zweifelt an seiner Rückkehr bei der EM

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Hotel statt Halle: Kai Häfner befindet nach seiner Coronainfektion in Quarantäne. Ob der 32-jährige Gmünder bei der EM noch einmal zurückkommt, ist fraglich.
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Vater Wolfgang Häfner hat mit dem infizierten Nationalspieler aus Schwäbisch Gmünd gesprochen. „Kai geht es gesundheitlich schlecht, ihn hat das volle Corona-Programm erwischt.“

Schwäbisch Gmünd / Bratislava

Kai Häfner sitzt im Mannschaftshotel in Bratislava fest. Isoliert in einem Einzelzimmer. Hoch oben im 12. Stock mit Blick über die Stadt. Das letzte Gruppenspiel seiner Teamkollegen gegen Polen hat der an Corona erkrankte Rückraumspieler aus Schwäbisch Gmünd am Fernsehen mitverfolgt. Dass er bei der Europameisterschaft noch einmal eingreifen wird, ist momentan ungewiss. „Er kann es noch nicht sagen und hat aktuell seine Zweifel“, sagt Vater Wolfgang Häfner.

Wolfgang Häfner hat am Dienstag mit seinem Sohn telefoniert. „Es geht ihm gesundheitlich schlecht, ihn hat das volle Corona-Programm erwischt“, erzählt der Papa, der den 32-Jährigen einst groß gemacht hat. Schüttelfrost, Schweißausbrüche, dazu Fieber, Kopfschmerzen und Halsweh. Das seien die Symptome, unter denen der Nationalspieler leide. Und: „Kai hat gemerkt, wie die Krankheit im Anflug ist.“

Zwar dürfe sich der Rückraumspieler nach fünf Tagen freitesten und bei entsprechender Entwarnung durch die Ärzte wieder ins Geschehen eingreifen. „Aber das ist noch unsicher, zumal es in der Hauptrunde Schlag auf Schlag geht“, sagt Wolfgang Häfner. Der einstige Trainer sagt über seinen Sohn, dass „Kai auch die eigene Gesundheit wichtiger ist.“

Daran ändere auch die Glanzvorstellung des 32-Jährigen im Auftaktspiel gegen Belarus (33:29) nichts, als Häfner 8 Treffer erzielte und zum „Man of the Match“ gekürt wurde. „Da hat er wirklich gut gespielt“, sagt Wolfgang Häfner und geht sogar noch einen Schritt weiter: „Vielleicht wäre es sogar die EM von Kai geworden.“ Sollte Kai Häfner doch aufs Feld zurückkehren, ist der Vater skeptisch, ob der 32-Jährige noch einmal so auftrumpfen könnte wie gegen Belarus. „Angesichts seines derzeitigen Krankheitsbildes wäre das schwer zu wiederholen.“

Der Mann für die einfachen Tore

Unterdessen kann sich Wolfgang Häfner vorstellen, dass Djibril M'Bengue jetzt die eine oder andere Einsatzminute mehr bekommt bei dieser Europameisterschaft. Der zweite Ex-Spieler des TSB Gmünd sei in der Vorbereitung gut gewesen, und „auch seine Abwehrarbeit war bei der EM bislang gut“. Häfner ist sich sicher, dass „Djibi dann der richtige Mann ist, wenn nichts mehr geht. Er ist derjenige, der mit seinen Hämmern aus 12 Metern für die einfachen Tore sorgen kann. Das ist seine Chance.“

Und was traut Wolfgang Häfner den inzwischen personell arg gebeutelten Deutschen zu? „Es fehlen auf den verschiedenen Positionen nur vereinzelt Spieler, und diejenigen, die noch da sind, können auch was.“ Deshalb traue er Deutschland bei dieser EM „noch einiges zu“ - auch, weil namhafte Spieler nachnominiert wurden. Allerdings sieht Häfner Spanien und Frankreich „eine Nummer stärker“ als die Deutschen. „Wenn ich deren Spiel sehr, dann ist das viel souveräner als bei den anderen.“

Vielleicht wäre es die EM von Kai geworden.“

Wolfgang Häfner, Vater von Kai Häfner

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